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Zürich und seine Umgebungen : ein Almanach für Einheimische und Fremde / G. Escher
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Die Kosten de6 Baues sind auf 500,ooo Frkn. berechnet undsollen gedeckt werden durch den Baufond der Spannweide, durchden Verkauf dieses Gebäudes und deS anstoßenden RöSligutcS,durch die Veräußerung der entbehrlichsten Gebäude des SpitalSund durch einen jährlichen Beitrag von 25,000 Frkn. aus derStaatskasse während 12 Zähren.

Nach Vollendung deS BaueS wird die Spannwcide als Kran-ken- und VersorgungSanstalt aufgehoben, die Pfründer und HauS-kinder der Spannwcide in die Gebäude deS bisherigen SpitalS,die Kranken deS SpitalS und der Spannweide in daS neue KrankenhauS versetzt, so daß daS alte Spital neben der Irren- undGebäranstalt nur noch als VersorgungSanstalt für alte gebrechliche,elende und unheilbare Personen in der Zahl von wenigstens 500dienen wird. Auch wird der Staat alSdann die jährlichen Beiträgean die Cantonal-Krankenanstalt bestimmen, welche an die Stelle derbisherigen Leistungen dcü Staatcü an daS ZrrcnhauS und an daSKrankenhaus in der Spannweide treten, und zwar in einer dendannzumaligen Leistungen und Bedürfnissen der erweiterten Anstaltangemessenen Summe.

DaS Waisenhaus. Schon im Zahre 1637 wurde, auf drin-gendes Ansuchen der Geistlichkeit hin, ein Theil deS ehemaligenNonnenklosters am Oetenbach zur Aufnahme von 1)0 verwaistenKindern beiderlei Geschlechts eingerichtet; allein zugleich auch unterdemselben Aufseher eine Zuchtanstalt für hcrumschweifende Bettler,Müßiggänger u. s. f. damit verbunden. Die Anstalt ließ aber Vie-les zu wünschen übrig, selbst nachdem im Zahr 169!) die Waisen-kinder auS den feuchten, düstern Gemächern in daS obere Stockwerkversetzt worden waren, zumal nunmehr in demselben Gebäude auchVerbrecher untergebracht wurden. Allein erst in den Zähren 1761 biS1771 wurde das neue schöne Waisenhaus theils auf öffentliche Kosten,theils auS milden Beiträgen der Bürger und bedeutenden Zuschüssender Zünfte und auS andern Quellen erbaut, und die beiden soheterogenen Anstalten von einander getrennt. Bei der Umge-staltung deS städtischen ArmenwesenS erhielt auch daS Waisenhauszum Theil eine neue Organisation. Die eigenen Schulen, diedamit verbunden und im Zahre 1832, wenigstens im Plane, ver-bessert wurden, sind nun durch einen Gemeindebeschluß vom20 . Nov. 1837 biS auf die Elementarschulen aufgehoben, und dieZöglinge den öffentlichen Stadt- lind Cantonalschulen zugetheilt,