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Zürich und seine Umgebungen : ein Almanach für Einheimische und Fremde / G. Escher
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der Hülfsgesellschast gewählt werden können. Alle diese Anstaltenlegen alljährlich der Hülfsgesellschast Bericht und Rechnung ab.Die Gesellschaft, als freiwilliger Verein gemeinnütziger Männer,hat sich vorzüglich Linderung der Noth, besonders in außerordent-lichen Unglücksfällen, aber auch außerdem Förderung anderermenschenfreundlicher Unternehmungen als Aufgabe vorgesetzt. DieTitel für darzureichende Unterstützung sind vorzüglich: unverschul-dete Armuth, hohes Alter, Beiträge an Lehrgelder, Miethzinse,Kostgelder, Gaben für Holz, Kleider und ähnliche Bedürfnisse, zuDeckung von Verlüsten durch Unglück, für Kranke, für Brand-beichädigte, zur ersten Einrichtung eines Gewerbes u. s. f. Da-gegen kann sie Gesuche um Unterstützung für neue Hausbauten,Kirchen- und Schulbauten, Schulbedürfnisse, ferner für Stipen-diaten und für Wetterschaden in der Regel nicht berücksichtigen,zumal für die meisten dieser Fälle bereits besondere hülfcrcichende,öffentliche oder Privatanstalten bestehen. Die Unterstützungs-gesuche geschehen durch die Geistlichen, in deren Gemeinde derPotent eingebürgert ist, oder durch Mitglieder der Gesellschaft;Selbstempfehlungen werden nicht angenommen. Die Fonds derGesellschaft belaufen sich laut 39ster Rechnung mit 30. 2nli 1333 auf14,702 fl. 1 ß. Sie entstanden auS einer ursprünglichen Colleetevon 4 Louisd'ors, durch Beiträge der Mitglieder und zahlreicheGaben und Legate wohlthätiger Mitbürger. Seit dem 2ahre 1300erhielt die Gesellschaft an Legaten die schöne Summe von i 1,373 fl.,die Blinden- und Taubstummenanstalt 32,4 l2 fl. 22 ß. 4 hlr., dieSchule zum Brunnenthurm 15,702 fl. 14 ss., die Kleinkinderschule1203 fl., zusammen 91,267 fl. 32ß. 4 hlr. 2m verflossenen Rech-nungsjahre belief sich die Anzahl der Unterstützten auf 213 Nummernmit 1596 fl. l l ß. Die Gefammtausgabcn betrugen 2773 fl. 32 ß.,die Einnahmen an Geschenken und Legaten 2237 fl. 10 ß., worunter371 fl. ll ß. für besondere, von den Gebern bezeichnete, Zweckeverwendet wurden. Die öffentliche Rechenschaft, welche die Ge-sellschaft alljährlich von ihren Verrichtungen ablegt, beurkundetfortan ihre unermüdliche und uneigennützige Thätigkeit auf'sSchönste. Daü Neujahrsblatt, welches die Gesellschaft der 2ugcndwidmet, wählt zu seinem Texte in der Regel die Schilderung derAbhülfe eines öffentlichen Elendes, oder die Biographie eines edlenWohlthäters der Menschheit.