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wohlthätig auf dieselbe, indem sie den Kunstfleifi schärften. Stö-rend waren die Kriegüereignisse in dem Zeitraume von 1798—1801,und äußerst drückend wurde auch für Zürich die berüchtigte Napo-leonische Eontinentalsperre. Glänzend erhob sich dagegen Handelund Industrie in der so vielfach verpönten Rcstaurationspcriodevon 1811 — 1830. Obgleich auch während und seit derselben hinund wieder größere europäische Handelskrisen das commercielleGewebe unserer Vaterstadt durchzuckten - so haben Handel undIndustrie bis auf die heutigen Zeiten an Umfang und Bedeutungeher zu- als abgenommen.
Zu den ältesten Industriezweigen Znrich'S gehören die Seiden-manufaeturen. Schon im Xili. Jahrhundert holten sich Zürcher -sche Kaufleute Seide in der Lombardei , verfertigten aus derselbenZeuge, Bänder, Schleier u. s. f. und ließen den Abgang zu Floretspinnen; allein die Fehden im XIV. und XV. Jahrhundert übteneinen höchst nachtheiligen Einfluß auf diese Gewerbe, die erst imJahr 1554 durch die Aufnahme der aus Locarno vertriebenenevangelischen Glaubensgenossen wieder einen neuen Aufschwungerhielten. Diese führten das Färben, das Zwirnen der Seide' Tramcfabricationi, die Verfertigung von Sammet und seidenenStoffen und im Jahr 1587 die Manufactur von seidenem Kreppein. Die Verödung Deutschlands durch den dreißigjährigen Kriegzwang die Zürcher Fabrikanten im folgenden Jahrhundert, aufandere Auswege zu denken, und es finden sich in diesen Zeitenbereits Spuren Zürcherischer Seidenspinnerei, deren Producte nachFrankreich gingen, und wozu man den Abgang der eigentlichen Seideaus Italien kommen ließ. Colbert's Belegung ausländischer Fabri-kate mit höher» Zöllen hemmte die Einfuhr, aber die Vertreibungder Hugenotten aus Frankreich durch Ludwig XIV. im Jahr 1680,bot dafür reichen Ersatz; denn diese fleißigen und geschickten Flücht-linge vervollkommneten die Fabrikation noch mehr, indem sie vieleVerbesserungen und neue Erfindungen, die seit jenen Zeit gemachtworden waren, nun auch in Zürich in Ausübung brachten. —Von da an dehnte sich die Seidenfabrikation immer mehr aus,und wenn schon lange nicht mehr so einträglich wie früher, so stehtdoch dieser Fabrikationszweig auf einem Hähern Punkte als jevorher. Es werden gegenwärtig eine Menge verschiedenartigerglatter und fa^onnnirter Stoffe verfertigt, vorzüglich Ooroneound Dcnivlo lckoroneo, Kareeline, Tastet, <1ro« clo Xaplos, laiktrim,
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