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Bäretschweil, Wald. — Außerdem kommen und gehen wohl über140 Fußbotcn, die meisten zwei Mal wöchentlich, viele täglich, nachallen Ortschaften des eigenen, und den nächsten Hauptorten derbenachbarten Cantone, und 16—20 Botenschiffc (die meisten täglich)von und nach allen Dörfern am Zürichsec. 2n den nächsten Um-gebungen der Stadt sind feit 1836 fast in allen Gemeinden, undseit dem 1. November 1838 in der Stadt selbst, in verschiedenenQuartieren, 4 Briefablagen errichtet, von denen die aufgegebenenzunfrankirten) Briefe dem Haupt-Bureau täglich 5 (Sonntags 4)Male übcrbracht werden.
An die Stelle des unansehnlichen und höchst ungünstig gelegenenPostgebäudes ist nun in der schönsten Straße der Stadt, als ersteZierde derselben, das neue Locale des Ober-Postamts getreten,das am 1. November 1838 durch einen freundlichen Einzug eröffnetwurde. Dieses von dem Zürcherischen Architccten Hrn. ConradStadlcr entworfene, und von der Societät Stadler, Staub undVolkart ausgeführte Gebäude ist 264 ' lang, breit, mit
einem innern Hofraume von 15.'/ Länge und 115' Breite. An dasHauptgebäude, welches die ganze Länge der neuen Postgasse ein-nimmt, und welches die Räume für die Poftadministration, so wiedie Wohnungen des Directors und Kassirers enthält, schließen sich35' tiefe Remisen an, welche Raum für wenigstens 40 Postwagendarbieten, die nach dem Hofe eine schöne Colonnade von DorischenSäulen bilden, mit Zimmern für die Schirrmeister rc. Die Ein-fahrt in der Mitte der Hauptfaeadc ist zurückgesetzt, und die hervor-tretenden Flügel, von denen der östliche die Bureaux der Briefpost,der westliche die der Postwagen enthält, sind mit bedeckten Säulen-hallen von Dorischer Ordnung für das zu- und abgehende Publicumversehen und tragen BalkonS mit hübschen eisernen Geländern.Ueber der Einfahrt ist ein großer Saal für die Sitzungen derDirektion, Conferenz-Zimmer u. s. s. Die Verthcilung und An-ordnung der einzelnen Räume ist äußerst zweckmäßig, auch hat mandie Einrichtung angebracht, daß die Bureaux durch Sprach- undHörrohre mit einander communiciren können. Der weite Hofraumenthält einen laufenden Brunnen und eine Wagenschwemme.
Für den schnellen und bequemen Verkehr mit den beiden See-ufern dient vorzüglich das 1835 durch eine Aktiengesellschaft errich-tete, eiserne Dampfschiff „Minerva". Es wurde theilweise inEngland, theilweise in Zürich , in den Werkstätten der Hrn. Escher