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Leöen Fibel'«.
den Morgen in einem Obstwäldchen schöner, wovon jedes Däum-chen eine von ihm genossene Frucht zur Mutter hatte. Das Thier-reich war Erbschaft von seinen Eltern, nur natürlicherweise -waren es die Urenkel und Ururenkel :c. rc. des elterlichen, j
Das ganze Wäldchen beherbergte singende und brütende Vogel! iaber er konnte mit wenigem Pfeifen sämmtliche zahme Nachsayrer jder väterlichen Singschule von ihren Gipfeln auf Schooß undSchultern locken. Es anzuschauen, wie er geschwind zärtlich um-flattert wurde, erquickte das Herz. Ueberall, wo die Sonne an-glänzen konnte, hatte er ordentlich mit dem kindischen Wohl-gefallen eines Greiskindes bunte Glaskugeln auf Stäbe gestecktoder in Däumchen gehangen, und in dieses Farbenklavier vonSilberblicken, Goldblicken, Juwelenblicken blickte er unbeschreiblichverqniigt hinein. Ich gab ihm ungemein Recht; es waren ver-glaste Tulpenbeete, diese bunten Svnnenkugeln, welche mit mehrals zehn Farbenfeuern das Grün ansteckten — ja, manche rothethaten in den Zweigen, als wären sie reife Aepfelfruchtstücke —aber am Meisten erquickte sich der alte Mann an den nachschillern-den Landschaften auf diesen Weltkügelchen, gleichsam der nachjfärbende Verkleinerungsspiegel der beweglichen Aussichten. „Ach,sagte er, „wenn ich so recht in die Farben hineinschaue, die Gott ider dunkeln Welt gegeben und zu welchen er immer seine Sonne jgebraucht, so ist mir, als sei ich gestorben und schon bei Gott !aber da er in uns ist, so ist man ja immer bei Gott ." .
Hier brach ich endlich mit der lange gehegten Frage heraus,wie er denn bei seinen Jahren zu einem so guten Deutsch komme,als kaum die neuesten Schreiber sprächen. „Er wäre etwan zwe>Jahre wieder alt gewesen, versetzte er (seine WO Jahre vorherverstanden sich von selber), als er mehrere Jahreszeiten hindurchjeden Sonntag einen heiligen geistigen Geistlichen zu hören fand-welcher sein Deutsch mit einer solchen Engelszunge sprach, daß/''sogar, wenn er einmal auf der Kanzel versterbe, im Himmel keinsbessere brauche." — Den Prediger sowie die Stadt konnt' er nurnicht beschreiben, aber wol sein Kanzelwesen, wie er ohne Uebel-fluß der Worte und der Mienen und der Bewegungen sprachwie er das Schönste und Stärkste mit milden Tönen sagte -Iwie der Mann gleich einem Johannes, der, nahe am HimEruhend, zur Welt spricht, seine Hände ruhig auf das Kanzelpuuoder in die Kanzel-Aermel legte — wie jeder Ton ein Herz >>njeder Blick ein Segen war — wie dieser Christusjünger Kraft »Liebe verhüllte, so wie der feste Diamant*) in weichem Gold 3°'
»1 Nämlich der mazedonische.