Band 
[Zweiunddreissigster Theil. - Achtunddreissigster Theil.]
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Jallenpredigle».

Dritte Lphinr.

Dreifacher Mißbrauch der Anspielungen auf die Zeit.

Drei ganz verschiedene Parteien leiden und siechen anspielungen: die erste macht, die zweite wittert, die dritte rügt ^Wie nämlich in einer Epikurischen Stallzeit auch der reinsteunzüchtig denken muß, um nur züchtig zu schreiben, undsich in die unreine Stelle des Lesers versetzt, um desto sE»,diesen in seine reine zurückzusetzen, so muß ein politischersteiler jetzo in sein Inneres alle denkbaren Zeitfeinde, Ketzer,Zeichendeuter zusammenberufen und sie abhören, um nur u §Meinung so zu sagen, daß sie nicht mit der ihrigen zu vermengist. Wie dem französischen Trauerspiel die Zelchendeuter» ^Mißdeuterei solcher Auguren jeden freien Adlerflug anhielt ^an Fäden band, so wird durch sie dem Witze und jeder Beu^.tung der Weltgeschichte das Schicksal einer ähnlichen Enge ^reitet. Ich mache mich anheischig, aus jedem BucheGattung, sei es zehn oder mehre Jahrzehende alt, mit e" §guten Dionysius-Ohr so viel boshafte und unerlaubte Aeußerw ^ >über die jetzige Zeit herauszuhorchen, daß man gar mangreifen soll, wie man im siebzehnten Jahrhundert bei einer >guten Wachsamkeit so viele zügellose Ausfälle gegen das 'hat so frei erlauben mögen.

Drei Worte seien hier ausgetheilt, eines an die freunlichen Ausleger, eines an die feindseligen und das letzte aTextmacher selber. , , .^

Unter einem freundschaftlichen Ausleger mein ^ ,iäwelcher in einem fremden Buche seine eigne Meinung,vergraben, entdeckt und mit seiner Wünfchelruthe erhebt-die Ruthe kann wol dem Ruthengänger, aber auch den ^schlagen, und das Gold, das Jener hebt, kann leichtschmolzen zu verschlucken bekommen. Dann schlägt es F-änne, der gern ruhig, ja freudig schreiben wollte, die,

'Manne, der gern ruyig, >a freudig schreiben wollte, mevder Hand, wenn ihm überall eine Entzifferkanzlei nachfahrt,last' er auch allen Text weg, desto mehre Noten ohne 2exrEr überlegt oft, ob er zu einem Niesenden sicher W „r§l,«„Gott helf!" weil man fragen könnte: „aber wem? dem Teu>den Halbteuseln, oder den Halbgöttern, oder welcher 's WTreibt er's am Weitesten, so schläft er gar nicht ein,, Anv s^Mwach herum, weil ihm Niemand dafür steht, daß er nicht w'rB,Reden im Schlafe anstößt. Aengstigt sich der Mann wem» A»säglich, so verwandelt er sich doch aus einem Räth!» °