1441 Euxistratos
Euxistratos (Ενζίβτρατος), Begleiter desTheseus auf der Heimkehr von Kreta auf derFramjoisvase: G. 1. Gr. 8185h. [Roscher.]
Evander s. Euandros.
Evas, s. Aivas und Aevas (Nachtr.)
Eventus s. Bonus Eventus.
Evrpliia (evrqpia), etruskischer Name einerGöttin, die, in einen langen Mantel, der auchden Hinterkopf verhüllt, eingewickelt, wietanzend vor einem sitzenden apollinischen Jüng-linge mit dem Namen Phaun (goaun) d. i.Φάων steht, der die Leier spielt. Im Hinter-gründe sitzt eine andre Göttin mit cista unddiscerniculum , ohne Namensbeischrift. Ichhabe den Namen aus Ενμορψία erklärt, s.Bezzenberger, Beitr. 2, 164, nr. 10, und darineine Nymphe gesehen, S. Bugge, Beitr. 1.(Etr. Forsch, u. Stud. 4), 15 Anm. 2 denkt anEntstellung aus Euturpa (s. d.). Brunn, Bull.1865, 243. Gerhard, Archäol. Anzeiger 1864,288. Fabretti G. I. I. 2346 bis d (nach Gar-rucci). [Deecke.]
Evrn (evru), wohl abgekürzt geschrieben für^Evrupa, etruskisierte Namensform der Eu-ropa (Ευρώπη ), auf einem Spiegel des Floren-tiner Museums, der die auf dem Stiere reitendeGöttin darstellt, s. Fabretti Sdo. Spl. 131.
[Deecke.]
Exadios (Εξάδιος), einer der Lapithen (s. d.),II. 1, 264, auf der Hochzeit des Peirithoos, He-siod. Scut. 180. Ov. Met. 12, 266. — Schol. II.a. a. 0. sagt, dals man in jüngerer Zeit auchΕάδιος geschrieben habe. Vgl. Dexamenos ob.S. 1000. [Stoll.]
Exole (ΈξόΙη), Tochter des Thespios, diedem Herakles den Erythras gebar, Apollod. 2,7, 8. [Stoll.]
Ezoros (Έξωρος), ein Tyrier, der 21 Jahrevor der Zerstörung Trojas mit Karchedon dieStadt Karthago gegründet haben soll, Fhüistosbei Euseb. Gan. Ghron. nr. 804, p. 126. cd.sec. Scalig. Amst. 1658. Müller, fr. hist. gr.1, p. 190, 50. [Stoll.]
Eabula, Beiname der Acca Larentia (s. obenS. 4); vgl. Blut. Quaest. Bom. 35 p. 105: τηδε Ααρεντία Φαβόλαν επίκληαιν είναι λέγουαιν,Lactant, div. instit. 1, 20: „nec hanc solamRomani meretricem colunt (die uxor Faustuli),sed Fabulam (so der Lipsiensis nach Volk-manns Zeugnis und Reifferscheid aus Konjek-tur; die übrigen Hdss. Faulam) quoque, quamHerculis scortum fuisse Verrius scribit.“ Reiffer-scheid (Analecta Horatiana, Breslau 1870 p. 3f.;vgl. Sueton . p. 351) bezieht hierher auch HorazCarm. 1, 4, 16: „iam te premet nox Fabulae-que (statt fabulaeque) Manes || et domus exilisPlutonia“·, beistimmend äufserte sich R. Volk-mann ( observationes miscellae, Jauer 1872 p. 13),während Schutz und Kiefsling bei der altenAuffassung geblieben sind. Den wunderlichenBeinamen, den man sogar auf ein Mifsverständ-nis des Plutarch hat zurückführen wollen [vgl.die unten erwähnte Abhandlung vonBährens. R.],e&Ya,rtMommsen(RömischeForschungen 2. S. 2,6 1<5 ) für einen jungen Zusatz aus der euheme-risierenden Fassung der Larentiasage, in derLarentia als Hetäre aijfgefafst wird, und über-setzt ihn demgernäfs durch „Schwatzmaul.“
Moschee , Lexikon der gr. u. röm. Mythol.
Fama 1442
Dabei könnte Reifferscheids Erklärung derHorazstelle nicht wohl bestehen. Doch hatder Unterzeichnete („Hie Fabiani in der 1m-percalienfeier“, Rhein . Mus. 39 [1884] S. 167)versucht, ihn auf die Urbedeutung der Larentiaals Mania und mater Larum zu beziehen durchden Nachweis, dafs gerade im römischen Laren-und Totenkulte die faba vielfach zu sakralenZwecken verwandt wurde. Es läge hier also eineden Anrufungen der Indigitamenta verwandteBezeichnung vor; doch sind ja überhaupt dieBenennungen der Götter nach ihren Opfernhäufig genug. Nun stimmt zwar auch diesellerleitung von fäba nicht recht zu der Horaz-stelle , in welcher Fabula mit langem ä er-scheint. Aber eine Gegeninstanz gegen Reiffer-scheids Erklärung wird man nicht daraus ab-leiten dürfen; der Ursprung des Namens wurdeschwerlich noch lebendig empfunden, und sokonnte sich das Wort auch in der Quan-tität leicht an das gleichlautende Nomen an-schliefsen. — [Vgl. auch die neueste, völlig ab-weichende Behandlung der obigen Stellen vonBohrens, Acca Laurentia in Fleckeisens Jahrbb.1885 S. 781 A. 3. R.] [Crusius.]
Fabulinns s. Indigitamenta.
Falacer. Der diuus pater Falacer (Varrode l. I. 5, 84) gehört zu der ältesten Schichtrömischer Gottheiten, deren Andenken in derZeit, ans der unsere Quellen stammen, bis aufeine sehr schwache Erinnerung im Kultus völligverschollen war. Unter den sog. flamines mi-nores nämlich ( Marquardt, Röm. Staatsverwalt.3* S. 327f.) befand sich auch ein Hamen Fa-lacer, wie Varro de l. I. 7, 45 (vgl. 5, 84)bezeugt: ’sunt in quibus flaminum cognomini-bus latent origines, ut in his qui sunt uersibus(des Ennius oder Naevius?) plerique: " Vol-turnalem, Palatualem, Furrinalem FloralemqueFalacrem (Falacer ist wie Volturnalis u. s. w.nicht der Name des Gottes selbst, sonderndas von demselben abgeleitete Adjektiv, eben-so in der Verbindung diuus pater Falacer, wieTiberinus pater von Tiberis ) et Pomonalcmfecit hic idem;” quae obscura sunt, eorum origoVolturnus, diua Palatua, Furrina, Flora, Fa-lacer pater.’ Wahrscheinlich hat dieses Prie-stertum zu Varros Zeit bereits nicht mehrbestanden (vgl. Ambrosch, quaest. pontifc. 2,10), da der Staatskalender jener Zeit kein Festdes Falacer kennt und auch ein Tempel diesesGottes nie erwähnt wird. Ein Aufschlufs überdie Bedeutung des Gottes läfst sich natürlichaus diesem vereinzelten Zeugnisse nicht ge-winnen, und wenn daher Jordan (bei Preller,Röm. Mytli . 3 1, 56 A 1. 2, 143 A. 1) in ihmeinen Flufsgott vermutet, Bücheler_ (Umbricap. 166) den griechischen <S>ülris zur Verglei-chung heranzieht, so hat beides gleich grofseund gleich geringe Berechtigung. [ Wissowa.]Fama, ae, Personifikation des "Gerüchtes,nach dem Vorbilde der griechischen Ossa,Pheme, Angelia u. s. w. bei römischen Dich-tern auftretend. Nach der glänzenden Schil-derung Vergils (Aen. 4, 173—188) gebar Terradas Scheusal, gestachelt von Zorn gegen dieGötte , „der Sage nach“ (ut perhibent 179) alsjüngste Schwester des Coeus und Enceladus.
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