2603
Hesperis
Hesperos
2604
Hesperidenäpfel raubend dargestellt, Beschrei-bung d. uned. u. wenig bek. Münzen v. Sar-matia Europaea, Chersonesus Tarn. u. BosporusCimm. am d. Sammlung Podschiwalow. Moskau 1882. 4°. p. 17 nr. 52. Taf. II nr. 27. Drexler.]
[Seeliger.]
Hesperis, s. Hesperiden u. Hesperos.
Hesperos (Έσπερος), der Abendstern, Vesper,Vesperugo, Noctifer, Nocturnus; vgl. II. 22, 318:έσπερος, off κάλλιστος εν ονρανω ΐσταται άατήρ. 10Die Mythologie unterscheidet ihn bestimmtvom Εωσφόρος = Lucifer, dem Sohn der Eosund des Astraios oder Kephalos ( Hes. theog.381. 987 ft'.), dem Morgenstern und Vorläuferdes Tages; II. 23, 226. Ov. Met. 5, 440 f. Wiebei diesem Genealogie und Etymologie aufden Morgen hinweist, so hei Hesperos auf dieAbendzeit und das Abendland. Das Et. M.leitet den Namen her από τον έσω ποιεϊνπέραν τά ξωα αναπανσόμενα, oder von ο πέρας 20τής έω φέρων (wo έως überhaupt gleich Tages-licht zu fassen wäre), mit Berufung aufSapphos Vers: Έσπερε πάντα φέρων όσα φαι-νύΧις έσκέδασ’ ανως, womit er deutlich alsBringer der Nacht bezeichnet ist. Schol. ad II.
22, 318 erklärt den Namen von το την εω πέραςείναι, weil die Morgenröte entgegengesetztist. Allein der Name hat mit έως nichts zuthun. Bopp, Vrgl. Gramm. 2, 190, deutet ihnals „divas-para Tages Ende“, Curtius führt soihn wohl richtiger auf die Grundform „vas-karas“ zurück, was wie Sskrt. vas-a-ti-s =Nacht (vgl. das deutsche „West“) zu derWurzel vas- umhüllen gehört, Gr. Etym. 3. Aufl.
S. 352.
Hesperos heilst bald der Sohn, bald derBruder des Atlas; Eiodor 3, 60. 4, 27. Tsetz.,Lykophr. 879. Jener erzählt, H. habe sichdurch Frömmigkeit, Gehorsam und Menschen-freundlichkeit ausgezeichnet; einst sei er auf 40den Gipfel des Atlas gestiegen, um die Sternezu betrachten, als er plötzlich von einemSturmwind entführt worden und spurlos ver-schwunden sei; man habe ihn nun göttlichverehrt und den glänzendsten (freundlichsten)Stern am Himmel nach ihm benannt. H. hateine Tochter Namens Hesperis, die dem Atlasdie sieben Atlantiden oder Hesperiden (s. d.)gebiert {Eiod. 4, 27. Serv. Verg. Aen. 1 , 530);er wird von andern auch selbst Vater der soHesperiden genannt; Serv. Verg. Aen. 4, 484.
Dafs Hesperos und Phosphoros nur zweiNamen für einen und denselben Stern seien,wurde frühzeitig erkannt, entweder von Py-thagoras von Samos oder von Parmenides ; vgl.Schaubach, Gesell, d. griech. Astron. S. 181.Preller, Gr.Mytli. I 3 , 364 ff. Eratosth. Cataster.43: „o δε τέταρτος (der Planeten) φώσφοροςΑφροδίτης, λενκός τω χριόματι, πάντων δε μέ-γιστος εστι τούτων των άστρων, όν καί εωσφόρον 60καί φώσφορον καλονσι“, wo offenbar έσπερονstatt εωσφόρον gelesen werden mufs, da sonstdie Gegenüberstellung beider Namen keinenSinn hat; vgl. Cie. Hat. Eeor. 2, 20, Hygin.poet. astr. 2, 42. fab. 65. Plin. N. H. 2, 8.Martian. Cap. 8 § 882. Eiog. Laert. 8, 14.Schol. II. 22, 318. Die Stelle des Plinius lautet:„Infra solem ambit ingens sidus, adpellatum
Veneris alterno meatu vagum, ipsisque cogno-minibus aemulum, Solis et Lunae. Praeveniensquippe et ante matutinum exoriens Luciferinomen accipit, ut sol alter, diem maturans:contra ab occasu refulgens nuncupatur Vesperut prorogans lucem vicemque Lunae reddens.“Unter den Planeten führt Eratostbenes ihn alsvierten auf, nennt ihn Stern der Aphrodite (Venus ) und giebt seine beiden Namen, ent-sprechend seiner doppelten Eigenschaft, an (s.Jahrb. d. arch. Inst. 1 (1886) S. 242 f. B.]. Hygina. a. O. fügt hinzu, dafs ihn einige auch Sternder Iuno oder Hera (vgl. die Stellen b. Roscher,Iuno u. Hera S. 106; oben Sp. 2095) nannten.
Seitdem die Identität des Hesperos undPhosphoros allgemeiner bekannt gewordenwar, kamen natürlich manche Verwechslungenvor, da man doch immer noch das Bedürfnisempfand, die mythologischen Persönlichkeitenauseinander zu halten, wenn auch der Sternderselbe war; so heifst Ceyx Sohn der Phi-lonis vom Lucifer oder vom Hesperos ; HyO-fab. 65. ·— Ovid Met. 15, 271 nennt ihn Sohn desLucifer, wie er überhaupt beide auseinanderhält. Auch Daidalion ist als Sohn des Lucifer,nicht des Hesperos zu betrachten; Met . 11, 296·Andere lieben es, den Gott als Hesperos, alsFreund der Liebenden in bestimmten Gegen-satz zu sich selbst als Lucifer, dem für Guteund Böse oft unwillkommenen Bringer desTages zu setzen, z. B. Sappho fr. 133 Berg*·Catull 62, 26 ff. u. 34 ff. Bion 9. Anthol. g r -9, 20. Hör. od. 2, 9, 10. Besonders beachtens-wert ist die Vorstellung, dafs man, da Hesperosund Phosphoros nie gleichzeitig am Himmelerscheinen können, das geteilte Leben derDioskuren mit diesem Stern in Verbindungbrachte; Heyne, not. ad Apollod. p. 720ff- IjH'Dies die spätere, unrichtige Auffassung devHeteremerie der Dioskuren (s. d.).
" EaiciQoe als Adj. = sonsgiog hat wie Hespe-ros die Bedeutung abendlich und westlich,daher z. B. die westlich wohnenden Lokrer den Abendstern als Staatssiegel führen; Str.p. 416 [vgl. Münzen von Amphissa, Eckhe,E. N. V. 2 p. 191; aber auch die opuntischen,die östlichen ( goioi ) Lokrer führen den Stern,den fjäog dorr; p, auf ihren Münzen, Eckhel, HN. V. 2 p. 192; Head, Hist. Hum. p· 2 ® 5 ’Cat. of the gr. c. in the Br. Mus. Centr. GreecPI. 1, 2. Drexler.]; sonsgog &sog = HadeiSoph. Oed. Tyr. 178, entweder weil man sicseine Wohnung am Westende der Erde daohwoder in Erinnerung an die ursprünglichedeutung des Verhüllens, die der Stamm ba^j
Über Darstellungen des Hesperos (u nPhosphoros) in der bild. Kunst vgl. Mw‘ e >Hdb. § 400, 4. 365, Anm. 5 (Köpfe des f , ^ l0S E fiund Hesp., Bouill. 3, 69). Arch. Ztg. 21, (' '41, 140 Anm. 116. Beide werden als set 0 ,Knaben mit Fackeln, herauf- und herabflieg e "j_dargestellt. [Denkmäler, auf denen der Abeöstem mit der Fackel der Mondgöttin vo 1 ?schwebt, verzeichnet Eütschke, Arch.
Mitth. aus Oesterr. 7 1883 p. 166 ^ nrn 'p r0 -Pisaner Sarkophag Ant. Bildw. 1, 161; Pmetheusrelief, Gerhard, Ant. Bildw. 61] °kophag bei R, Röchelte, Mon. ined. J" 2 i