Band 
Erster Band, zweite Abteilung. Euxistratos - Hysiris.
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1443-1444
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1443 Fames

Furchtbare Schnelligkeit ist ihr eigen, die sichim Laufe steigert, so allegorisiert der Dichter;zuerst unscheinbar und verzagt, wächst siebald zu unermefslicher Gröfse; wie Eris beiHomer (II. 4, 443) schreitet sie dann über denErdboden, himmelhoch bis in die Wolkenragend. Wie viele Federn am ganzen Leibe,so viele Augen, Zungen, Mäuler, Ohren schreibter ihr zu; zur Nachtzeit fliegt sie (vgl. auchHör. ca. 2, 2, 7) schlummerlos mit Sausenzwischen Himmel und Erde dahin, bei Tagethront sie hoch auf Dächern und Türmen,ein Schrecken volkreicher Städte, Trug ver-breitend zugleich und Wahrheit kündend.Ovid Metam. 12, 3963 versetzt die Famain eine Burg von tönendem Erze mit un-zähligen Zugängen, mitten im Weltenraumegelegen, in der alles auch noch so Entfernteerschaut und vernommen werden kann. Unauf-hörlich ist dieselbe mit hallendem Gemurmelerfüllt, Tausende falscher Gerüchte, mit wahrengemischt, schwirren aus und ein; es hausendarin Credulitas, Error, Laetitia, Timores, Se-ditio, Susurri. Auf diesen Schilderungen fufstValer. Flacc. Argon. 2, 117125, der ausmalt,wie sie, durch luppiter vom Himmel fern-gehalten, unter den Wolken die Erde heim-sucht; Stat. Theb. 425431 läfst sie murmelndvor dem Streitwagen des Mars herfliegen, wach-sam jedem Tone lauschend, von blindem Lärmumgeben, angetrieben mit Stachel und sky-thischem Speer. [Eine auf die Fama bezügl. In-schrift s. b. Orelli-Henzen 5817. Quelle d.Vergil scheint Apd. 1, 6, 3; vgl. JRh. Mus. 1886,245. R.] [Ilberg.J

Fames, Personifikation des Hungers, vergl.Limos. Bei Vergil erscheint Aen. 6, 275 dieFarnes neben der Egestas und andern Dämo-nen , deren Kreis der Sippe der Nacht beiHesiod Theog. 224 ff. entspricht, am Eingängeder Unterwelt ( vestibulum ante ipsum primis-que in faucibus Orci); sie heifst malesuada, dader Hunger den Menschen zu allem Bösen ver-leitet ( Herrn. Od. 17, 286. Eurip. El. .375.Menand. monost. com. 4 p. 349 Mein.). Ähn-liche Schilderung bei Seneca Here. für. 690.Sil. 13, 581: vgl. C. Liedloff, de tempestatis,necyomanteae, inferorum descriptionibus p. 25.Bei Ovid . Metam. 8, 799 ff. haust der Dämonneben Pallor und Tremor in der skythischenWüste am Kaukasos, auf einem unfruchtbaren,steinigen Gefilde (vergl. Aipov nsäiov Zenob.4, 93 Gott. Ps.-Plut. 1 , 30); er ist dürr wie einGerippe und fliegt nachts durch die Lüfte, umseinem Opfer in tiefem Schlafe Heifshunger undAbzehrung einzuhauchen (ib. V. 805. 815), vgl.den Art. Erysichthon, oben S. 1377. [Crusius.J

Famuli. Famuli Divi ist ein nur in denArvalakten vorkommender Name dienenderGottheiten. Der magister der Arvalen opferti. J. 183 n. Chr. vor Entfernung eines auf demGiebel des Tempels der Dea Dia gewachsenenFeigenbaumes ad aedem deae Hiae boves fe-minas II, Iano patri arietes II, Iovi verbecesII altilaneos, Marti arietes altilaneos II, lu-noni deae Hiae oves II, sive deo sive deae ovesII, Virginibus divis oves II, Famulis divisverbeces duos, Laribus verbeces duos, Matri

Fata Scribunda 1444

Larum oves duas, sive deo sive deae in cuiustutela hic lucus locusve est oves II, Fonti verbe-ces II, Florae oves II, Vestae oves II, Vestaematri oves II, item Adolendae ConmolendaeHeferundae oves II (Acta fr. Arval. ed. HenzenS. CLXXXVI = C. I. L. 6, 1 S. 558), und nachVollendung des Werkes denselben Gottheiten(Acta S. CLXXXVIf. = G. I. L. a. a. 0. S. 560).Im Jahre 224 n. Chr. bringen die Arvalen wegenEntfernung vom Blitz getroffener Bäume ausdem Haine der Dea Dia ein Opfer ad arastemporales dis infra subscriptis: Iano patriarietes II, Iovi verbeces II, Marti patri ultoriarietes numero II, sive deo sive deae verbecesII, Iunoni deae Hiae oves numero II, Virgi-nibus divis oves numero II, Famulis divisverbeces numero II, Laribus verbeces numero II,Matri Larum oves numero II, Fonti verbecesnumero II, Florae oves numero II, Summanopatri verbeces atros II, Vestae matri oves II,Vestae deorum dearumque oves II, item Ado-lendae Coinquendae oves II (Acta S. CCXIIlf.= C. I. L. a. a. 0. S. 574; eine trümmerhafterhaltene Inschriftentafel des Jahres 218 n. Chr.enthält deutliche Überreste einer gleichen Reihevon Gottheiten und Henzen hat daher die In-schrift nach der des Jahres 183 ergänzt; dieAngabe der Veranlassung dieses Opfers ist je-doch nicht erhalten; vgl. Acta S. CCII = C. I.L. a. a. 0. S. 568). Dafs unter den in diesenGötterreihen genannten ' famulis divis famuli,nicht famulae zu verstehen seien, ergiebt sich,nach Uenzens treffender Bemerkung (S. 145),daraus, dafs ihnen verbeces geopfert werden;denn nach einem Satze des Sakralrechts ent-spricht das Geschlecht der Opfertiere dem derGottheiten, denen sie dargebracht werden(Arnob. 7, 18f.). Die Zahl der verbeces, zwei,deutet zugleich, wie ebenfalls Henzen bemerkt(S. 147), das untergeordnete Verhältnis jenerFamuli Divi an, indem sie, obgleich in einerVielheit gedacht, nur so viele Opfertiere er-halten als jede der gröfseren Gottheiten.'Preller (li. Myth . 3 1 , S. 101) hält die FamuliDivi für Faune oder Silvane, wie er die nebenihnen genannten Virgines Divae für Baum-oder Quellnymphen erklärt (S. 100); und inder That werden wir uns dieselben, da sienur bei den wegen Beschädigung des heiligenHaines der Dea Dia dargebrachten Piakular-opfern erwähnt werden, als dienende Wald-geister denken müssen. Über dienende Gott-heiten der römischen Religion im allgemeinenvgl. Anculi. [R. Peter.]

Farinns s. Indigitamenta.

Fata (fern.) u. Fatae s. Fatus.

Fata Scribunda. Nach Tertullian (de anima39) wurden nach der Geburt eines Kindes amletzten Tage der ersten Lebenswoche dieFata Scribunda angerufen, d. h. Schicksals-gottheiten , die das Geschick des Menschenniederschreiben (die Form Scribunda ist aktivaufzufassen wie Adferenda, Heferunda, Ad-olenda, Coinquenda, Commolenda; ganz will-kürlich nimmt Jordan in Prellers B. M . 3 2S. 194 Anm. 3 an, dafs Fata Scribunda weib-lich sei [so z. B. auch Gerhard, Gr. M. §. 989,3 b]; die Überlieferungbietet bei Tertullian

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