Band 
Erster Band, zweite Abteilung. Euxistratos - Hysiris.
Seite
1445-1446
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Fata Scribunda

Fatnm

1446

Fata Scribunda . . . advocantur· über die Dar-stellung der Fata als weibliche Wesens. Fatum).Nach römischer Anschauung bestimmen nämlichdie Fata das Geschick des einzelnen Menschenfür den ganzen Verlauf seines Lebens und auchden Augenblick seines Todes, und zwar kanndas, was sie einmal festgesetzt haben, nichtgeändert werden (s. Fatum). Als Zeichendieser Unabänderlichkeit betrachten die Römer,wie Klausen {Zeitschrift f. d. Alterth.-Wiss. 7,1840 S. 226) richtig bemerkt, die schriftlicheAufzeichnung (die Vorstellung schreibenderSchicksalsgottheiten ist den Griechen fremd;vgl. Klausen in Ersch und Grubers Encylcl.s. v. Parca; 0. Jahn in Annali delV inst. 19,1847 S. 314). Vgl. z. B. Ovid, met. 15, 808 ff.

EAT IS - C AE C LL1 VS - KEROX - F ILIVS

Fata Scrib. nach Zoega, Bassirilievi 1 Taf. 15.

die Schilderung des ehernen Archivs im Hauseder Schicksalsschwestern, in welchem die Schick-sale in Stahlschrift verzeichnet sind; Martial10, 44, G omnis scribitur hora tibi-, Ausonius ,parent. Aemil. Magn. Arbor. 22 dictasti Fatisverba notanda meis; Mart. Capella 1, 63 ff. 89,der die Fata geradezu Schreiherinnen Juppitersund des Götterrates nennt. Der obige Grabcippus(vgl. Müller-Wieseler, Denkm. d. alt. Kunst 2 2Taf. 73 n. 941 = Zoega, Bassiril. 1 Taf. 15)stellt auf der einen Seite eine Frau den einenFufs auf ein Rad stellend und, wie sich ausihrer Stellung zu ergehen scheint, schreibenddar (Gesicht und Arme fehlen jetzt), darüberdie Inschrift Fatis Caecilius Ferox fdius( C. I. L. 6, 2188/2189, wo die Frau nichtrichtig Fortuna genannt wird; das Rad wirdauch dem Fatum passend beigegeben); auf der

anderen Seite ist Somnus in bekannter Weiseals schlafender, geflügelter Genius, auf einenach unten gekehrte Fackel sich stützend, ab-gebildet ( Somno Orestilla filia·, bei Muller-Wieseler a. a. 0. Taf. 70 n. 875); das Ganzesymbolisiert also Geburt und Tod. Da die Fatamit den Parcae und Moirai ganz identificiertwerden (s. Fatum), so wird auch einer dieserdas Aufzeichnen des Geschicks zugeschriehen{Glaudian, bell. Gild. 202 f. Mart. Cap. 1, 3.Serv. Aen. 1, 22) und auf Bildwerken bisweileneine der drei Göttinnen mit dem Aufschreibenbeschäftigt dargestellt (s. die Angaben vonKlausen, Zeitschrift a. a. 0. S. 226 Anm. 40.Müller, Ildbch. d. Archäol. 3 § 398, 1; Monum.delV inst. 5 Taf. 8, dazu Braun in Annali delVinst. 21, 1849 S. 395 ff.; vgl. Marini, Atti etc.S. 554 und s. v. Parca). Vielleicht haben siehdie römischen Anschauungen schreibender Fatanicht ohne den Einflufs etruskischer Vor-stellungen gebildet: denn die Etrusker stellten,wie eine grofse Anzahl von Denkmälern be-weist', ihre Schicksalsgottheiten besonders oftmit Schreibgeräten in den Händen dar (vgl.z. B. Welcher, Götterlehre 2 S. 186 Anm. 43.Gerhard, Gesammelte akadem. Abhdlgn. 1S. 108 ff. Corssen, Spr. der Ftr. 1 S. 564 ff).

[R. Peter?]

Fata tria s. Fatum S. 1449.

Fati s. Fatus.

Fatua. Fatua, Name der Fauna (s. d.) als weis-sagender Frauengottheit (von fari, vgl. Fatuus).Sie ist die Gattin des Fatuus (s. d.), die vongöttlicher Begeisterung erfüllt den Frauen dieZukunft verkündet, wie Faunus den Männern{Gavius Bassus bei Lactant. I. JD. 1, 22. Iustin.43, 1 , 8. Cornelius Labeo bei Macrob. Sat. 1 ,12, 21 f. Serv. Verg. Aen. 7, 47). Die eineFatua vervielfältigt sich zu einer unendlichenZahl von Fatuae, die später auch Fantuae undFanae genannt worden zu sein scheinen{Martian. Cap. 2, 167); bei Arnobius (1, 36.5, 18) wird die Göttin Fenta Fatua genannt.

[R. Peter.]

Fatuclus s. Fatuus u. Faunus S. 1456.

Fatnelus (?) = Fatuclus (s. d.)

Fatum. Litteratur: Klausen in Erschund Grubers Encycl. s. v. Parca (S. 433ff); ders.in Zeitschr. f. d. Alterth.-Wiss. 7, 1840 S. 219 ff.Preller in Paulys liealencyhl. 3 S. 435 f. s. v.Fatum und B. M. 3 2 S. 194f. mit Jordans Nach-trägen. Nach römischem Glauben setzen dieGötter, unter ihnen besonders Jupiter , durchSprüche {fatum, fata), die ihren Willen offen-baren, die Geschicke der Menschen fest: wasder Gott gesprochen, das ist das Geschick,fatum, des einzelnen Menschen ebenso wieganzer Städte, Völker u. s. w.; vgl. - fatumGöttersprueh z. B. Cic. de div. 1, 44, 100. Verg.Aen. 5, 703. 7, 50 und Serv. z. d. St. Aen. 7,239f. Liv. 5, 16, 8. Non. S. 303 und 455 fatum,Serv. Aen. 2, 121, vgl. Enn. ann. fr. 1,17 Vahlen.Hör. c. 1, 15, 5; fata des Faunus: Varro l. I.7, 36. Fest. S. 325 Saturno. Serv. Aen. 8,314;der Fatua: Gavius Bassus bei Lactant, inst,div. 1, 22; der Carmentis: Liv. 1, 7, '8; derIuno : Verg. Aen. 8, 292 und Serv. z. d. St.Hör. c. 3, 3, 17ff., 57 ff.; des Apollo: Ennius

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