Band 
Erster Band, zweite Abteilung. Euxistratos - Hysiris.
Seite
1451-1452
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1451 Fatum

Fata Scribunda)·, 2, 3727. 5, 705. 8217. 7, 370Genio loci Fortun(ae) reduci liomae aetern(ae)et Fato bono etc. 10, 3336 = I. 22. N. 2649deo magno et Fato bono . . . &εώ μεγίβτω %alKcclfi μοίρα etc. 10, 3812 = I. ik. N. 3584 Δε-onoivrj Νεμέβει %al ανννάοιβι &εοΐβιν |Αρ-Qiccvbs βωμόν τόν$ε ν.α.&εί$ρνβατο \ IustitiaeNemesi Fatis quam voverat aram | numinasancta colens Cammarius posuit ; vgl. nochC. I. L. 5, 4296. 7, 412 und über Jordans An-nahme (bei Preller, 22. M. a. a. 0.), dafs beiden meisten dieser Inschriften an geschlecht-liche Fati und Fatae zu denken sei, s. v. Fatus.

Von einem eigentlichen Kultus des Fatumsund der Fata ist nichts überliefert; dagegenfinden sich bestimmte Nachrichten darüber,dafs die Lehre vom fatum und den Fata einenbesonderen Teil der etruskis chen Disziplingebildet hat. Nach dieser konnte man den Auf-schub bevorstehender Übel an erster Stellevon Jupiter , dann erst von den Fata erlangen;die Bücher der Disziplin und die auf Tageszurückgeführten sacra Acherontia lehrten ferner,dafs das fatum um 10 Jahre aufgeschoben werdenkönne ( Serv. Aen. 8, 398; Censorin . de d. n. 14,6 Etruscis quoque libris fatalibus aetatem ho-minis duodecim hebdomadibus discribi Varrocommemorat, quae duo ** ad decies septenosannos posse fatalia deprecando rebus divinisproferre, ab anno autem LXX nec postularidebere nec posse ab deis impetrari; die Lehrevom Aufschub der fata fand sich, wie esscheint, auch in der Fulgurallehre, vgl. Senecanat. quaest. 2, 48, 1 und Plin. n. h. 2,139, dazuSchmeisser, JDie etruslc. Bisciplin vom Bundes-genossenkriege bis mm Untergänge des Heiden-thums, Progr. Liegnitz 1881 S. 18 f. Anm. 90).Das Verzeichnis der 16 Regionen, in welchedie etruskische Disziplin den Himmel teilte,weist in der Gestalt, in der es bei MartianusCapella 1, 45 ff. vorliegt (vgl. hierüber Beecke,Etrusk. Forsch. 4 S. 16. 80ff.), den Fata inder dreizehnten Region mit den di Maniumihren Platz zu (Mart. Cap. 1, 56; vgl. C. I. L.6, 13377 D(is) M(anibus) fatorum arbitris etc.;auf dem Templum von Piacenza nimmt Deeclcea. a. 0. S. 42 f. 71 f. in der entsprechendenRegion ebenfalls Schicksalsgottheiten an:detlvmr = Fata minora ).

Wie die im Kalender des Philocalus zum29 und 30 September angegebenen ludi fa-tales ( C . I. L. 1 S. 350; die von Polemius Sil-vius das. S. 351 zu den gleichen Tagen bei-gefügte Notiz 'ludi bezieht sich wohl aufdieselben Spiele) zu erklären sind, ist ebenso-wenig klar ( Mommsen S. 402 erinnert nur andie oben angeführten Münzen Diocletians unddes Maximianus Hercules und an die Tria Fataauf dem Forum), als was es mit dem in denMirabilia Pomae (S. 20, 3 Parthey = Urlichs,Codex urbis Pomae topogr. S. 109 = Jordan,Topogr. 2 S. 634 f., vgl. Urlichs S. 93 und JordanS. 609) und in dem Ordo Pomanus Benedicti(. Mabillon, Mus. ital. 2 S. 143 n. 51 = Urlichsa. a. 0. S. 80 = Jordan a. a. 0. S. 666) er-wähnten templum fatale ('id est S. MartinaMirabil.·, oder zwei templa fatalia, falls dieStelle der Mirabilien nicht interpoliert ist,

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vgl. Jordan, Topogr. 2 S. 482) für eine Be-wandtnis hat (vgl. Becker, Topogr. S. 361Anm. 679 und die von Horkel a. a. 0. S. 9angeführten Ansichten; die Annahme Horkelsa. a. 0. S. 9f., dafs das templum fatale eineden Tria Fata geweihte Kapelle, gewesensei, hat Mommsen in Annali a. a. 0. alsgrundlos verworfen; Gregorovius a. a. 0. S.368 ist der Ansicht, dafs mit dem Ausdrucktemplum fatale der Janustempel bezeichnetwerde). [R. Peter.]

Fatus, Fata. Während in der von gräci-sierenden Religionsanschauungen durchdrun-genen Litteratur der Römer als Schicksals-gottheiten neben den Parcae das Fatum unddie Fata erscheinen, tritt in Denkmälern, diedem Volksglauben angehören, ein Fatus undeine Fata, resp. Fati und Fatae auf. In Grab-schriften nämlich, die zweifellos von den nie-deren Volksklassen ausgegange'n sind, ist wie-derholt von einem Fatus, der dem Leben derMenschen, oft unerwartet früh, ein Ziel steckt,ihn gewaltsam tötet und raubt, die Rede (C. I.L. 6, 4379: noli dolere, amica, eventum meum,properavit aetas: hoc dedit Fatus mihi, ganzähnlich 6932: 10127: hunc Fatus suus pressit,vixit annis XII; 11592: noli dolere, mamma,faciendum fuit, properavit aetas, Fatus quodvoluit meus; 10, 5153: noli dolere, mater, fac-tui meo, hoc tempus voluit, hoc fuit Fatus meus;Fdbretti, Inscr. ant. explic. 123, 28 = Büche-ler, Anthol. epigr. latinae spec. I [Gryphisw.1870] nr. 51: o Fatum infelicem, qui te nfobisabstulit]; s. Bücheier, Inscr. latinae iambicae,N. Ph. M. 27, 1872 8. 131 nr. 63ff.) und auchbei Petron (42: medici illum perdiderunt, immomagis malus Fatus; 71: amici, inquit, et servihomines sunt et aeque unum lactem biberunt,etiamsi illos malus Fatus oppressit; 77: prae-terea cito accipiam hereditatem: hoc mihi dicitFatus meus ) erscheint der Fatus als ein Gottder niederen Volksklassen. Er war also hier-nach ein göttliches Wesen, das dem einzelnenzur Seite steht ( Fatus meus, Fatus suus), seinWalten in Eingebungen und Vorahnungenoffenbart und schliefslich den Tod des Men-schen herbeiführt. Wir haben in ihm offen-bar eine volkstümlich römische Personifikationdes Ausspruches zu erkennen, durch den dieGötter den Menschen sein Geschick bestim-men (s. Fatum); in der Vorstellung des Vol-kes, dem neutrale Götterbegriffe fremd sind,gestaltet sich das, was die Götter durch ihreSprüche festsetzen, zu männlichen (vgl. C. I.L. 5, 5002; Fatis masculis sacr\um\ etc., dazuAnnali delV inst. 36, 1864 S. 77 f.; eine männ-liche Figur befindet sich unter den Fata Di-vina eines spätheidnischen Grabgemäldes, vgl.über dasselbe s. v. Fatum) und weiblichengöttlichen Weseu: denn auch Fatae werdenin Inschriften erwähnt: C. I. L. 2, 89: MariaEuprepia quai (= cui) Fate (= Fatae ( con-cesserunt vivere anis XXXV etc.; 5, 4209:Fatabus Deico Biei f. [v.] s. I. m.; 5, 5005:Fatis Fata/busJ Druinus etc., dazu Jordanim Hermes 7, 1873 S. 197 (der Fatus des ein-zelnen Menschen erinnert an den Genius; zurgeschlechtlichen Differenzierung vgl. Lactant.

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