1459
Faustinus
1460
. Faunus (in d. Kunst)
Faunus wissen, vortrefflich pafst. Er wirdvertreten durch (A) eine von Reifferscheid a.a. 0. tav. d'agg. N publizierte Bronzestatuette(s. nehenst. Abbildg.) und eine zweite (B) ver-wandte hei v. Sachen, Die antiken Bronzen desk. h. Münzen- und Antiken- Gabinettes zu Wien 1 T. 30, 3 (s. Abb.): beide geben denselbenTypus wieder, aber jede mit Abweichungen,
WM.
Faunus nach Annali dell’ Inst. 1866. Tay. N.
Trinkhorn (wenn es zum Grundtypus gehört)ähnlich wie bei den Compital-Laren auf dieheitere Natur des Gottes und seiner Feste hin-weist, bezeichnet ihn die Krone als König derVorzeit, und Reifferscheid hebt mit Recht her-vor, dafs durch dieses Bild des Faunus eineThatsache aus dem Leben Casars erst insrechte Licht gerückt wird, der Umstand näm-lich, dafs gerade die Luperci an ihrem Festeio dem Diktator das königliche Diadem anboten(Cass. Dio 44, 11 . Suet. Caes. 79. Blut. Caes.61; Anton. 12), d. h. ihm gewissermafsen dieKrone des alten Landeskönigs Faunus aufsHaupt setzen wollten. [Wissowa.]
so dafs wir auf eklektischem Wege das Ori-ginal mit Wahrscheinlichkeit rekonstruierenkönnen: Es ist eine stämmige Gestalt mitIuppiterähnlichem Kopfe, nackt bis auf dieStiefeln und ein um den Oberkörper ge-schlungenes Ziegenfell (so B, während in Aein Pantherfell daraus geworden ist); auf demHaupte trägt der Gott eine Zackenkrone (inB einen Blätterkranz) mit herabhängenden Bän-dern; in der rechten Hand hält er ein Trink-horn (in B nicht deutlich erkennbar), in derlinken ein Füllhorn (so richtig B, während Aeine Keule zeigt, die aber wie ein Füllhorngehalten wird). Während die Art der Beklei-dung den ländlichen Gott charakterisiert, dasFüllhorn die segenspendende und befruchtendeWirksamkeit desselben hervorhebt und das
Faustinus. Nach Dion. Halte, ant. rom . 1 , 84ist Faustinus der Bruder des aus Arkadien mitEuander nach (Italien gekommenen Faustulus.Wie dieser als Oberhirt des Amulius am Pal-lantium wohnt, so ist Faustinus, der Oberhirtdes Numitor, am Aventin ansässig. Als Nu-mitor seine Enkel, die er heimlich zu sichgenommen hat, dem Faustulus anvertrauen60 will, bewegt Faustinus seinen Bruder, die Er-ziehung der Knaben zu übernehmen. AuchPlutarch (Rom . 10) weifs von einem Bruderdes Faustulus, den er an der Erziehung derKnaben teilnehmen und mit Faustulus zusam-men in dem Streite zwischen Romulus undRemus bei der Erbauung Roms den Tod fin-den läfst; sein Name lautet allerdings in denHandschriften IHsioxivos, doch ist dies wohl