1491
1492
Flufsgötter (Gestalt)
Flufsgötter (Gestalt)
in ganz besonderer Schönheit zeigen, und beimAkragas , welcher letztere auch zu Delphi alsKnabe in Elfenbein dargestellt war (Aeliana. a. 0.; doch zeigen ihn Münzen auch ge-hörnt, vgl. Salinas, le monete clelle antiche cittädiSicilia 8, 14. 11, 6; ebenso erscheint Kri-misös, den nach Aelian die Segestaner als Mannverehrten, auf einer Münze gehörnt, Berl. Bl.
Flufsgott alsManustierauf e. Münze von Gela(Arch. Zig. 1862.
T. CLXVIII lio. 12).
Der Flufsgott Gelas (vone. Münze von Gela; vgl.Cat. of the Brit. Mus. SicilyS. 71).
für Münz -, Siegel- u. WappenJe. 1. Taf. 8, 2.Brit. Mus. Sie. S. 135. nr. 46). Auch den Kephi-sos, der nach Aelian a. a. 0. in dieser Gestaltzu Athen verehrt wurde (Eurip. Ion 1261spricht von einem τανρόμορφον ’όμμα Κηφισούπατ,ρός), werden wir uns wie im Parthenon-giebel jugendlich denken müssen. So erscheintauch der gehörnte Kopf des Strymon auf einerMünze von Amphipolis aus dem Ende des5. Jahrhunderts ( Catal. of the Brit. Mm. Thrace etc. S. 74 nr. 80).
Bärtig gebildet finden wir aus vorhellenisti-scher Zeit den gewaltigen Istros, gehörnt, aufMünzen von Istros (ebenda S. 26) und denBorysthenes auf Münzen von Olbia (S. 11).
Eine eigentümliche Darstellung zeigt einTeil der Münzbilder von Selinus. Währendauf den bis jetzt erwähnten Münzen sich im-mer nur der Kopf des Flufsgottes findet, sehenwir hier die Flufsgötter Selinos oder Hypsasin ganzer Figur, einige Male mit erkennbarenHörnern, spendend mit Schale und Zweig voreinem Altar stehen, hinter dem Flufsgott dasBild eines Stiers auf einem Postamente. Nachder Erklärung von E. Gurtius, Archäol. Zeitg.1860. S. 37 bezieht sich diese Darstellung aufdie dem Empedokles zugeschriebene Ent-sumpfung des Stadtgebiets. Nach der Be-freiung ihres Gebiets von Sumpf und Seuchebringen die Flufsgötter Selinus und HypsasDankopfer an den durch einen Hahn oder eineSchlange bezeichneten Altären des Asklepiosoder der Hygieia ( Imhoof-Blumer b. Benndorf,Metopen von Selinunt S. 74—78. Eriedländer-Sallet, das k. Münzkabinet z. Berlin S. 125f. nr. 401—5. Nachgeprägt ist eine Münzevon Soloeis Berliner Blätter 1870 T. 54. 20).Allein, stehend, mit Schale und Zweig fin-den wir den Krathis auf einer Münzevon Pandosia in Bruttium (Brit. Mus. ItalyS. 370). Jedenfalls ist auch eine ähnlicheFigur auf Münzen von Leontini (Brit. Mus.Sic. S. 91 nr. 45) als Flufsgott zu deuten.Aus römischer Zeit stammt die Münze vonAssoros mit dem gleichfalls stehenden Flufs-gotte Chrysas (Brit. Mus. Sic. S. 31. Salinas
16, 12), Vase und Füllhorn in den Händen,wahrscheinlich nach der von Cicero Verr. 4, 44so gepriesenen Statue desselben.
In allen diesen Darstellungen, denen nochder reale Glaube der guten Zeit zu Grundeliegt, namentlich den grofsgriechischen Münzen,ist der Flufsgott weniger Lokalpersonifikationals vielmehr Kultbild. Namentlich der Typusdes Mannstieres ist nie in ersterem Sinneio verwandt worden. Wohl aber begann die hel-lenistische Epoche sich der lagernden mensch-lichen Figur (noxagä yag oq&ovo&cu ov avv-g&sg, Philostr. im. 2, 14) zur Lokalpersoni-fikation in ausgiebigster Weise zu bedienen,so dal's diese Gestalten in späterer Zeit vielfachzu blofsen geographischen Begriffen herab-sanken. Die menschliche Gestalt wird jetztausschliefslich verwendet, meist gelagert,selten noch gehörnt (z. B. Brit. Mus. Thrace etc.20 S. 48. 62), obwohl die Flüsse bei den Dich-tern noch häufig so geschildert werden (Padusbei Verg. Georg. 4, 371; Tiber Aen. 8, 77;Acis Ovid. Met. 13, 894; Val. Elacc. 1, 106). —lm Gegensatz zu der früheren Zeit, wo nurstellenweise die Bekränzung mit Schilf vor-kommt (Münze von Thermae Himereae, Brit.Mus. Sic. S. 240, von Consentia Italy S. 341),erhalten die lagernden Gestalten jetzt dieAttribute der Urne, des Schilfstengels und des30 Füllhorns; die Schiffbarkeit bezeichnet einliuder oder eine Schiffsprora. Meies, der Vaterdes Homer, hält eine Leier in der Hand (Münzevon Amastris Num. Brit. Inst. 9, 8. Imhoof-Blumer , Porträtköpfe auf griech. Münzen Taf.
8, 25).
Eine solche liegende Gestalt mit Attributenwird der Erymanthos gewesen sein, den Pau-sanias (8, 24. 12) zu Psophis in Arkadien sah,da er an dieser Stelle den stets so gebildeten40 Nil heranzieht, zu dessen Bildung man imGegensatz zu den übrigen Flufsgöttern auchschwarzen Marmor wählte —, vielleicht auchder Eurotas des Eutychides, eines Schülersdes Lysippos , in quo artem ipso amne liquidio-rem plurimi dixere (Plin. 34, 78). ErhalteneStatuen von Flufsgöttern bei Clarac, miisce desculpt. PI. 745. 749. 749A.B., ein Flufsgottaus Ilion Schliemann, Troia S. 239. Uber denNil, Tiber, Okeanos und ihre Attribute vergl.DO die betreffenden Artikel. Sehr häufig sind dieFlufsgötter auf späteren Münzen, namentlichdie kleinasiatischen Kaisermünzen sind davonüberschwemmt. Die Gestalten sind aber nichtals Münztypen komponiert, sondern Kopieenöffentlich aufgestellter Statuen, wie aus einerMünze von Odessos hervorgeht, wo man dieBasis deutlich erkennt, auf deren Rand dieInschrift steht (Brit. Mus. Thrace S. 137. Cur-tius, Plastik an Quellen S. 144). Flüsse auf60 Münzen mit Namensbeischrift Mionnet Suppl.
9. S. 169, einige Abbildungen bei P. Gardner,greek river-worship in Transactions of the royalsoc. of lit. 2. Ser. vol. 11. 1878. S. 173—218.
Meist haben die Gestalten das Gewand überdie Knie geschlagen. Betreffs der Bärtigkeitoder Jugendlichkeit derselben läfst sich keineRegel aufstellen, der kleine Skamander z. B.erscheint bärtig, der grofse Ister jugendlich.
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