1681 Glaukos (Meergott)
Glaukos (Meergott) 1682
den Nereiden, die ihm ihre Liebe nicht ver-sagen ( Propert . 2 , 20 , 15), auf Delos ( Aristot. *Del. Pep. bei Athen , a. a. 0.) und kann als In-sasse des Nereischen Hauses mehrfach auf be-malten Vasen erkannt werden, so beim Raubeder Thetis durch den Peleus Mon. delV Inst. 1tav. 37 . Auch dem von ihm geliebten Meli-kertes findet er sich auf Bildwerken freund-lich gesellt, z. B. auf dem Mosaik von St.Rustice in einem Halbrund mit den Inschriften lIAA VKOS ÜAAEMilN INH und auf der vielbesprochenen Isthmischen Gemme (z. B. EcJc-hel, Choix des pierres grav. pl. 14. Müller u.Wieseler, Denkm. d. a. K. 2 Taf. 7 nr. 76). —Der wohl auf einem wirklichen Vorgang basie-rende Mythos fand auf allen Meeren, an In-seln und Küsten viel Glauben und weite Ver-
an den gleichnamigen Stätten erblicken. DemVolke der Fischer und Schiffer mufste es sehrerwünscht sein, neben dem hehren unnahbarenPoseidon in Glaukos einen echten Volksgottzu gewinnen, der freiwillig weissagte (rotg ff -ε-λονβι μαντεύεται Aristot. a. a. Ο., άει τοΐς παρα-πλέοναιν έοήμαινε Heraklit. π. άπ. ίοτ. beiWestermann, Myth. gr. p. 315, 9), den manohne Scheu durch ein 'ε£ω Γλαυκέ’ (sprich-wörtlich, nach Apostol. a. a. 0. Cent. 2 , 72. Sui-das und Hesych. s. v. Bekker, anecd. 1 p. 97)aus dem Meere eitleren konnte, der mit seinenVerehrern auf traulichem Fufs stand, wie dieGytheaten ihn unter dem SchmeichelnamenΓέρων , Alter, Väterchen (vergl. die genannteακρα γέροντο g bei den Iberern) ehrten (Paus.3, 21 , 9 schliefst irrtümlich auf Nereus , siehe
lb) Glaukos’ Empfang b. (Poseidon u.) Amphitrite, Vasenbild nacb Monum. del! Inst. 1. Taf. LJJ’l.
Witung. Wir begegnen Glaukos auf Delos ,Raxos (so erscheint er bei der Entführung derAmphitrite durch Poseidon auf der Gemme ib.® r · 85), am Kap Malea, in Korinth (wo seinePerson mit der des gleichnamigen Sohnes desSisyphos verschmolz, s. den Artikel), in Gy-theion (s. unt.), bei den Aitolern und gar beiQen Iberern (wo eine öGpct ysf>oi>Tog nach ihmbenannt sein sollte, Schol. z. Apoll. Phod. 2,167. Meineke, analecta crit. p. 239), und so-wohl in der Angabe, dafs Larymnos sein Grofs-vater, Kopeus sein Vater, Euboia seine Muttergewesen, sowie in seiner Liebesneigung zurHydne, der Tochter des Tauchers Skyllos(Aisclvrion bei Ath. a. a. 0.), und zur Syme, dieer raubt, mit ihr nach Karien flieht, dort einekleine Insel kultiviert und nach seiner Ge-liebten nennt ( Hedyle v. Samos ibid.), könnenwir ebenso viele Zeugnisse für seine Verehrung
meine Schrift Glaukos d. Meergott S. 189—194),dem eine von aus dem Sturme Geretteten dar-gebrachte Haarlocke ein willkommenes Opferwar (Jacobs, Anth. gr. 1 , 6 . 164 p. 237) , undder alljährlich einmal in der Nacht alle Meeredurchzog und alle Inseln und Küsten besuchte,klagend, dafs er nicht sterben könne , dabeiaber zukünftiges Unheil voraussagend, was dieim Bauche eines umgekehrten Schilfes verbor-gen lauschenden Sterblichen durch Opfern,Beten und Fasten wieder abzuwenden strebten(Schol. z. Platos Pep. a. a. 0.). Als Gott derFischer und Schiffer scheint Glaukos darge-stellt auf der Gemme S. 1683 (in Peters-burg ) nach Millin, Galerie mytholog. pl. 75no. 30.3 *; als Kopfbedeckung dient ihm einFischkorb oder ein Geflecht von Weidenzweigen,wie die Fischer zum Fischfänge benutzen;hinten an diesem Korbe oder am Kopfe scheint