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Erster Band, zweite Abteilung. Euxistratos - Hysiris.
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1683-1684
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1683

Glaukos (Meergott)

Glaukos (Meergott)

1684

eine Fischhaut aus dem Kopfe eines Seetieresangebracht (vgl. Gaedechens, Glaukos S. 85 f.).

So ungemein verbreitet seine Verehrungbei den Schiffern und Fischern auch war, istes doch sehr wahrscheinlich, dafs man imInnern von Griechenland erst spät ihm gröfsereBeachtung geschenkt ( Homer und Hesiod er-wähnen seiner nicht), und dafs die Angabe beiPaus. (9, 22 , 7) auf Thatsachen beruht, zur

allgemeineren Kenntnis sei ioder Anthedonisehe Gott erst durch seine beiläufigeErwähnung durch Pindar ,dessen Lehrerin Myrto ausAnthedon stammte, unddurch seine Benutzungdurch Aischylos gelangt.Eine gröfsere Bedeutung imGötterstaat oder im Kulthat er nie gewonnen. Zwar 202 ) Glaukos, Fisohergott, den Dichtern war der wun-geschnittenor stein nach derliche geheimnisvollemilin, Galerie.*. Vo Gotfc willkommen . Auch

ICallimachos dichtete einenGlaukos ( Suid. s. v.); ein Fragment aus einemHymnos des Euanthes auf den Glaukos giebtAthen , a. a. 0., Cicero soll (nach Plut. Cic. 2)in seiner Jugend eine Tragödie Glaucus Pontiusgeschrieben haben; viel über ihn mufs, nacheinem bei Athen , a. a. 0. aufbewahrten Bruch- sostück, das Gedicht der Hedyle Skylla enthaltenhaben; endlich sagt Eustath. (ad Hom. II. 12,401) περιφέρεται δ εν άοιδαΐς και δΛν&η-δόνιος Γλαύκος.

In bestem Rufe stand seine Weissagung, sodafs Nikander a. a. 0. es wagen konnte, denApollon seinen Schüler zu nennen, und Vergildie Rumänische Sibylle ihm zur Tochter giebt(Aen. 6, 36). Seine Weissagungen erstrecktensich nicht allein auf Meerfahrt (Heraklit . bei 40Athen , a. a. Ο. εοήμαινε ώς δει ποιεΐβ&αι τονπλονν) und auf Sturm (Suid. a. a. 0.); er weis-sagt auch über die Zukunft im allgemeinen(Biod. Sic. 4, 486 βημαίνει τα μέλλοντα γίνε-ο&αι), auch über Unsterblichkeit (ib.). Meistkündet er Unglück ( Nausikrates bei Athen .a. a. 0. ον και τά θνητών φαβιν αγγέλλεινπά&η; vgl. Schol. zu Plato a. a. 0.).

Mit der hellenischen Heldensage setzte manihn in Verbindung, indem er am Kap Malea 50dem Menelaos weissagend erschienen sein sollte(Eurip. Or. a. a. 0.), und nicht nur auf Geheifsder Götter die Argo, als deren Erbauer er auchgenannt wird (von Possis von Magnesia beiAthen , a. a. 0.), auf ihrer Fahrt zwei Tage und zwei Nächte, unermüdlich weissagend (dieScene war auf einem Gemälde in der Pina-kothek zu Neapel dargestellt, welches Philo-strat. Imag. 2, 15 beschreibt), begleitete (Pos-sis, Apollod. Ehod., Eudoc., IHod. Sic. a. a. 0.), 60sondern auch kämpfend den Helden tapferzur Seite steht. Als besonders tüchtig imStreit schildert ihn auch Nonnos (bes. 43, 75.345. 212); Glaukos dringt direkt auf den Dio-nysos ein, mufs aber dem mächtigen Thyrsoseines der Hauptrecken des bakehischen HeeresMaron weichen. Dieses kampflustige Wesendes Glaukos berechtigt wohl, den auf Bild-

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werken sich vielfach findenden niederen Meer-göttern mit Waffen und in Kampfstellung denNamen Glaukos zu geben, so z. B. auf dem Inta-glio in Berlin undder lukanischenMünze in den Mon.dell Inst. 3 tav. 52,

21 und 12, danachbeistehend. Bilder.

Neben seinerWeissagungsgabe J! G.. al \ £ Glauk ° s T alatritt bei Glaukos Mon . dell · Inst . s gIio , Mm . MCseine Neigung zum Taf. 52 , 21 . inst.s Taf. 52 , 12 .

weiblichen Ge-schlecht bedeutsam hervor; seine Werbungenwerden jedoch nicht immer mit Erfolg ge-krönt. Die schöne Skylla weist spröde seineGeschenke (Hedyle a. a. 0.) und seinen Liebes-antrag (dargestellt auf einem Wandgemälde desMus. Worsleyanum 2, Tab. 1 . Mon. dell Inst.a. a. 0. tav. 52, 6, danach untenstehende Abbil-dung) ab (Ovid a. a. 0. Serv. z Verg. Aen. 3,420), wird aber auf Bitten des Verschmähtenvon Kirke (oder vom Poseidon Tsetzes a. a.0.), die Gift in das Bad der Skylla mischt, indas bekannte Ungeheuer verwandelt (Ovid undHedyle a. a. 0., Serv. z. Verg. Ecl. 6, 74 u. a.).Doch kann sich Glaukos nicht von ihr trennen,bleibt ihr zur Seite und macht sie zur Göttin(Serv. a. a. 0.). Besonders die Bildner stellensie gerne vereinigt dar; denn sowohl der auf

5) Glaukos u. Skylla ,

Wandgemälde nach Mon. delV Inst. 3 Taf. 52, 6.

Kunstwerken häufig der Skylla gesellte odergegenübergestellte Seegott, wie auch das mitihr abwechselnd als Helmschmuck vorkom-mende ihr völlig ähnliche Meerwesen aufMünzen von Thurii (z. B. bei Carelli-CavedoniCLXV. CLXVII) wird wohl am ehesten aufGlaukos zu beziehen sein.

Nicht minder fruchtlos (nur Euanthes a. a. 0.berichtet von einem Erfolg) ist seine Liebes-werbung um die von Theseus verlassene Ariadneauf Naxos , zu deren Schau er auf einem imKanton Waadt gefundenen, jetzt zerstörtenMosaik (s. Gerhard, Arch. Ztg. 1849 S. 99* o.S. 19*) mit der Muscheltrompete seine Herde