Band 
Erster Band, zweite Abteilung. Euxistratos - Hysiris.
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1689-1690
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1G89 Glaukos (Sohn d. Sisyphos)

er nach Verlust {dnoXoyivcovV) seiner Rossesuchend gekommen war, von Panteidyia, derspäteren Gattin des T^iestios, Vater der Leda {Schol. Apoll. Bh. Arg. 1 , 146).

Bei den von Akastos zu Ehren seines VatersPelias in Iolkos oder Potniai gehaltenen Lei-chenspielen, die einen alten Bestandteil derArgonautensage bildeten, wurde Glaukos vonlolaos, dem Sohn des Iphikles, mit dem Vier-gespann besiegt, wie ihm schon im olympischenRennen sein Wagen von Azeus zerbrochen wor-den war ( Etym. m.A%zo>q). Dann zerrissen ihnseine Stuten ( Hygin. f. 250. 273. Paus. 6, 20,19. Nonn. Dion. 11, 143. Ovid Ibis 557, wobeide Glauci nebeneinander erscheinen). Diesehielt er in dem thebanisehen Flecken Potniai{Bur. Phoen. 1124 mit Schol. Strdb. 9, 409.Verg. georg. 3, 267. Eustath. zu II. 2, 503),der durch Pferdezucht, Wunderkräuter {Ael.hist. an. 15, 25. Plin. nat. hist. 25, 53) und einenBrunnen mit sinnbethörendem Wasser bekanntwar {Paus. 9, 8, 1). Als Grund der Rasereierscheint teils der Genufs des erwähnten Wun-derkrautes {Etym. m. HozviaSsg. Schol. Eur. Or.318), teils der Zorn der Aphrodite darüber, dafsGlaukos ihren Dienst, d. h. die Begattung derStuten hinderte {Serv. zu Verg. a. a. 0.); dafser sie mit Menschenfleisch gefüttert habe unddann selbst von ihnen gefressen worden sei,Sa gt Probus zu Verg. a. a. 0. mit Berufungauf Asklepiades {tragoed. 1). Doch vergl. v.leutsch an der weiter unten anzuf. Stelle.Ruhemeristisch erklärt Palaiphatos {de incred.2 G) die Sage dahin, dafs Glaukos durch seinenAufwand mit Pferden sich ruiniert habe.Atschylos schilderte den Tod des Glaukos inseinem Drama (nach G. Hermann Satyrspiel)I'Xocvy.og Hozvisvg {G. Hermann de Aesch.Qiaucis in den opusc. 2, 59. Welcher, Tril.J 6l; v. Leutsch bei Ersch und Gruber 69,193 ff., wo die Fragmente gesammelt undbesprochen, auch die Rekonstruktionen desStückes durch andere gewürdigt sind), Den-eelben Stoff behandelte vorher wahrscheinlichschon Thespis in dem Trauerspiel a&la rjJPOQßäg {Tnl. 388). Nach seinem Tode standGlaukos in der Rennbahn am Isthmos alsSchreckgespenst für die wettlaufenden Rosseyl'aiiagniTcoq Paus. 6, 20, 19). Die Gründungdieser Spiele zu Ehren des Melikertes i. J. 1381V Chr. schreibt ihm Giern. Al. {ström. 1 , 21,32) zu.

Glaukos, des Sisyphos Sohn, ist die inKorinth lokalisierte Gestalt des MeergottesGlaukos (s. d.), dessen Heimat speziell AnthedonR* a her tritt auch an seine Stelle Poseidon selbst als Vater des Bellerophontes {Hom. II.> 191. Schol. zu 155. Find. Ol. 13, 98 mitHyg. f a b. 157. K. 0. Müller, Prol. 273)ud als Taraxippos {Paus. a. a. 0.), bez.amaios {Pind. a. a. 0.). Melikertes wurdev °n Glaukos geliebt oder selbst Glaukos um-genannt {Hedylos und Nikanor bei Athen . 7, 296na 297). Eine Vermischung beider Glaukoi,eren Mütter Merope und Alkyone Schwesternaren, hat zu dem Wunderkraut und demprunge des potnischen, also korinthischenaukos ins Meer {Schol. Eur. Or. 318), sowie

Glaukos (Flufsgott) 1090

zu dem abweichenden Bericht von der Apo-theose durch eine Quelle {Schol, Fiat. rep. 10,497, 11 Bekker) Veranlassung gegeben. Glau-kos, des Sisyphos Sohn, so heilst es dort, trafeines Tages auf eine Unsterblichkeit verleihendeQuelle, stieg hinein und wurde unsterblich;als er aber einst sein göttliches Wesen einigenLeuten nicht glaublich zu machen imstandewar, so stürzte er sich ins Meer und besuchtseitdem als Unglücksprophet alljährlich ein-mal alle Meere und Küsten, ein Schrecken fürdie Seefahrer, die durch Beten, Fasten undRäuchern das von ihm verkündete Verderbenabzuwenden suchen. Dieses letztere beziehtsich offenbar auf den Meerglaukos; korinthischaber sind die Eltern und die Quelle; stürztsich doch auch Glauke, die Tochter deskorinthischen Königs Kreon, in eine Quelle{Paus. 2, 3, 6). Bei dem Herakleoten Proma-thidas {Athen . 7, 296 B) erscheint der Meer-glaukos als Sohn des Hermessohnes Polybos,Königs von Korinth . Vermischung mit demThraker Diomedes , den ebenfalls seine Pferdezerrissen, führte zu dem Pkccvnog 6 &'£, oaygiog im Schol. Eurip. Phoen. 1124.

Glaukos, ursprünglich eine Eigenschaft desPoseidon bezeichnend, ist das ruhige glän-zende Meer {yXavY-g 9äXaaaa, Hes. theog. 440),die Rosse aber, deren Wut Glaukos erliegt,dieWellen, die mit dem Eintreten des Herbstesden leuchtenden Meeresspiegel zerreifsen{Furtwängler, Siegesges. des Pind. 343). Ähn-lich Gädechens {Glaukos der Meergott 203):ein Bild des Meeres, welches in stürmischerJahreszeit von seinen eigenen entfesselten undempörten Wogen zerklüftet und zerrissen wird.Dieser Auffassung gegenüber, der auch Forch-hammer, Hellen. 232 (Heros der Himmels-bläue) und Gerhard gr. Myth. 824 (Meeres-blau) folgen, erklärt H. A. Fischer {BellerophonS. 90), indem er den Gegensatz zwischenGlaukos und seinen Rossen unberücksichtigtläfst, den Sisyphossohn alsdas vom Gewitter-sturm aufgewühlte Meer, in dem sich gleich-sam der Gewitterhimmel abspiegelt.

Vergl. Völcker, Myth. des Iap. Gesclil. 126 ff.Gaedeehens bei Ersch und Gruber, 69, 192 unda. a. 0. 197216 (auch oben S. 1679ff.), woaufser den Quellen auch die auf Glaukos bezüg-lichen bildlichen Darstellungen erörtert sind.

[Wilisch.]

18) Ein Flufsgott mit der Beischrift TAAY-KOC findet sich auf dem Revers von Münzenvon Eumeneia, die im Obvers das Haupt derStadtgottheit GYMGNGIA, Mionnet S. 7, 563,351 = Sestini, Lett. Num. Cont. 5, 63, 2;Loebbecke, v. Sallets Ztschr. f. N. 12 (1885) p. 345(rAAYKOC) ; oder des AHMOC GYMGNGQN,Mionnet, S. 7, 563, 352 = Sestini, Descr. dalc.med. gr. del Museo Fontana 1 p. 114, Tav. 3fg. 17; 3, 78; Cat. Borreil, London 1861 p. 20No. 112; Num. Chron. 1873 p. 320 No. 130;oder endlich das Haupt des Sarapis, Mionnet4, 292, 559 = Eckhel D. N. V. 3 p. 153, haben.

Nicht minder erscheint auf einer Münzedes Antoninus Pius von Hierokaisareia Lydiaeder Flufsgott Glaukos mit der Umschrift IGPO-KAICAPGDN fAAYKOC, Cat, Ivanoff p. 63

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