1691
Glaukothea
1692
No. 544. Wenn Sestini, Classes generales p. 60und Mus. Ilederv. 2 p. 15 No. 2 eine Münzevon Neokaisareia Ponti mit einem gelagertenFlui'sgotte und der angeblichen Umschrift K.TTO. NEOKAICAPEDN und im Abschnitte i'AAY-KOC verzeichnet, so vermutet der Verfasserdes Katalogs Ivanoff hinsichtlich dieser Münze,dafs Sestini auf derselben fälschlich NEOKAI-CAPEfiN statt lEPOKAICAPEQN gelesen habe.Vgl. auch Boutkowski, Diet. num. 1 p. 619—621,Table detaillee des Fleuves No. nn. [Drexler.]Glaukothea (rXavxo&scc), eine Göttin, welcheneben der Kirke avSrjsaoa genannt wird. Etym.Magn. 169, 10. Sytburg setzt sie mit Rück-sicht auf Od. 5, 334 und Et. M. 217, 5 der Leu-kothea gleich; es wird jedoch auch KalypsoOd. 12, 449 &sog avärjsaaa genannt. Der Namekommt auch als gewöhnl. Appellativum (Mutterdes Aischines) vor. [Steuding.]
Gleneus (rXrjvsvg), 1) s. Glenos. — 2) BinFührer der Kentauren, der mit Dionysos gegendie Inder zog, Nonn, Dion. 14, 187. [Stoll.]Glenos (TIgvog), Sohn des Herakles undder Dei'aneira, Apollod. 2, 7, 8. Paus. 4, 30,1. Schol. Soph. Tracli. 53. Diod. 4, 37 (woer rkrjvevg heilst). Pherelcydes b. Schol. Pind.Isthm. 4, 104 zählt ihn unter die Söhne derMegara. [Stoll.]
Glisson oder Glissas (FXiaaiov, rXiaaag).Eponymos der böotischen Stadt Glissas oderGlisas. Steph. B. v. FXtaadg. [Stoll.]
Gloria. Der Gloria Augusta ist ein Altarzu Cirta gesetzt worden C. I. L. 8, 6949 =Uenzen 5819: GLOBIAE \ AVG \ SAGBVM.Die Gloria Exercitus erscheint auf einem Me-daillon des Constantius II mit der UmschriftGLORIA EXERCITVS bei Fröhner, Les Me-daillons de l’Emp. rom. p. 361 mit Seepterund Zweig und auf einem des Constantinus II mit gleicher Umschrift, ebenfalls mit Seepterund Zweig, gegen eine Säule gelehnt, ebendap. 365, Colien 6 PI. 6, 3. Eine schnelle Über-sicht über die zahlreichen römischen Kaiser-münzen mit der Aufschrift Gloria, die freilichselten die Gottheit des Ruhmes selbst personi-ficiert darstellen, erhält man bei Rasche, Lex.univ. rei num. 2, 1 p. 1469—1490; Suppl. 2p. 1274—1280. [Drexler.]
Glos (rxäg), ein Heros. Etym. Magn. 741,53. [Steuding.]
Glycliatas {FXv%u%czg), ein Anführer derSikaner, welcher von Herakles getötet wird.Diodor. 4, 23, 5. Vgl. Buphonas. [Steuding.]Glyke (rXvurj), Begleiterin des Theseus beider Erlegung des Minotauros auf einer schwarz-fig. Vase in München (no. 333 bei Jahn): C.I. G. nr. 8139. [Roscher.]
rXvxsQeäxsQoi IXsoi. Auf einem Onyx-Cameo von angeblich kleinasiatischem Stil inder Sammlung Correr zu Venedig findet sichnach V. Lazari, Notizia delle opere d'arte e dlan-tichitä della Raccolta Correr di Venezia 1859p. 110 No. 423 folgende Darstellung, die ichnach den Worten des Herausgebers beschreibe:„Kybele verschleiert, bekrönt mit Türmen undmit dem Tympanon, sitzt zwischen der Dianavon Ephesos und Iuno , gleichfalls verschleiertund bekrönt mit Türmen; an den Seiten zwei
Glykon
Korybanten ins Pallium gehüllt. Man liestüber dem Haupte der Kybele ΟΜΟΝΟΙΑ (con-cordia) und im Abschnitt T. ΓΛΥΚΕΡΟΤΕΡΩΝΘΕΩΝ (dulciorum numinum)“. Die Inschriftbezieht sich offenbar auf die dargestelltenGottheiten. Auf kleinasiatischen Münzen sindvielfach die Hauptgottheiten zweier odermehrerer Städte zusammengestellt, um dieHomonoia der betr. Städte unter einander aus-zudrücken: sie treten auf denselben an Stelleder Städte selbst. [Drexler.]
Glykon (FXvy.cov ), eine zur Zeit des An-toninus Pius und M. Aurelius in der Stadt’Αβώνου refyos in Paphlagonien als neue Gott-heit verehrte gezähmte Schlange, die der Be-trüger Alexandros für den neuen Asklepios ausgab ( Lukian . Alex. 18 ff. 38 f. 43. 58.
Vgl. 9 ff.). Dargestellt ist dieselbe auf Münzendieser Stadt als Schlange mit Mensehenhaupt.Eclthel d. n. v. 2, 383 f.; vgl. Luk. Al. 18.Die Verbreitung dieses Kultus beweisen zweiInschriften aus Carlsburg (Alba Julia in Dacia),C. I. L. 3, 1021: Glyconi \ M Ant | Onesas \jusso dei \ l p. und 1022: Gl(y)co | M. Aur jTheodo \ tus jus \ so dei p. Siehe Deus ama-bilis. [Steuding.] — Vgl. über Glykon auchSpanhemius, De usu et praest. N. Ant. I 2 p.213 — 216 ; L. Fivel, Le dieu Glykon ä NicomedieTepoque ou cessa son culte, Gazette archeol. 5,(1879) p. 184 — 187 ; Friedländer, Darstellungenaus d. Sittengesch. Roms 3 5 p. 529 ff.; v. Sollet,Im Neuen Reich 1874 p. 292; Weil, Überdie Münzen der Stadt Abonoteichos, Verh. d.Num. Ges. z. Berlin 1885, 1. Juni p. 18 —19,im Anhang zu v. Sallets Ztschr. f. N. 13, 1885;E. Renan, Hist, des origines du christianisme7 p. 48 — 51. Aube, Hist, des persecutions del’eglise 2 p. 117—125; Bouchi-Leclercq, Hist.de la divination dans l’antiquite 3 p. 357 — 361;Fr. Lenormant, Esculape et Glycon, intaillcsur jaspe rouge, coli, de M. Sorlin-Dorigny dConstantinople, Gazette archeol. 4, 1878 p. 179— 183 (Asklepios stehend, hinter seinem Haupteein Vogel, nach Lenormant ein Rabe, vor ihmeine aufgeiichtete Schlange mit Menschen- oderLöwenkopfe). Mommsen bezieht auf Alexandervon Abonoteichos den mit Jupiter und Juno,Dracco und Draccaena zusammengenanntenAlexander der Inschrift von Blatsche zwischenScupi und Stobi Eph. epigr. 3 p. 331 nr. 493,vgl. oben s. v. Dracones S. 1200. Auf einemAchat der Sammlung Behr, Fr. Lenormant,Descr. d. med. et ant. comp, le cab. de m. lebaron Behr. Paris 1857 p. 228 nr. 76 finden sichdem als löwenköpfige Schlange mit Strahlen-kranz erscheinenden Chnubis beigegeben dieAufschriften XNOYMIC (im Felde); ΓΛΥΚ00ΝΑ(vorn); IAO ) unten. Chnubis ist auch auf Kaiser-münzen verschiedener niedermösischer und thra-kischer Städte, also benachbart dem Gebiete,wo die Inschrift von Blatsche gefunden ist,dargestellt, und zwar beschränkt sich sein Vor-kommen auf Münzen dieser Gegend.
Der Kultus der Drachen scheint auf derBalkanhalbinsel in der röm. Kaiserzeit über-haupt sehr geblüht zu haben (vgl. auch dieBedeutung, die die Daker dem Drachen, ihremWappentier, beigemessen haben, J. Jung, V-