2089 Hera (Übereinstimmung mit Juno)
liehen den Griechen und Italikern gemeinsamsind und der gr'äkoitalischen Periode entstam-men, leitete man von jener idealen göttlichenHochzeit (der Hera, Juno) ab. Ferner galtenbeide für himmlische Königinnen (JunoHegina, Ήρα βασίλεια), was sich ebensowohlmm ihrer Vermählung mit dem Könige derGötter wie aus der Anschauung des Mondesals der „regina siderum“ erklärt. Was endlichdie Uber einstimmung des beiderseitigen 10Kultus betrifft, so ist, abgesehen von der Feiera >? Neumonde und dem in ziemlich überein-stimmender Weise gefeierten Feste ihrer Ver-mahlung mit dem höchsten Himmelsgotte da-rauf aufmerksam zu machen, dafs beide vor-zugsweise auf Anhöhen — von denen man dieMondphasen am besten beobachten konnte —? n .d mit Kuhopfern verehrt wurden, dafsbeiden ein nach ihnen benannter Monat(Junius, Ήραιος, Ήράαιο g) geheiligt war, und 20m r Tempeldienst nur von verheiratetenr rauen versehen wureje. Lilie und Granate
Jyaren beiden geheiligt (vgl. Bescher a. a. 0.
S.
Am allerdeutlichsten offenbart sich die ur-sprüngliche Mondbedeutung der Hera noch inihrer Funktion als Göttin der Entbindung"nd Menst ruation, welche ein wesentlichesKennzeichen jeder evidenten Mondgöttin bildet,as Mondlicht fördert die Entwickelung des 30ötus und bewirkt die Entbindung nach fol-8 ®uden Stellen: Varro l. I. 5, 69: quod ab luceetus ( Junonis Lucinae), qua quis conceptus est,“ s 2 we ad eam, qua partus quis in lucem , luna«»«f, donec mensibus actis produxit in lucem,
ficta a iuvando et luce luno Lucina: a quoPavientes eam invocant, luna enim nascen-dux quod menses huius. Cic. n. deor.
. > 27, G9: [Diana] adhibetur., ad partus, quodn Maturescunt aut septem nonnunquam;. aut, ut 40Phrunique, novem lunae cursibus etc. Phit. qu.conv. 3 , iq j g, g. Xiystai SI καί προς εύτοκίανΰυ νεργείν [ή σελήνη], όταν ή διχόμηνος, άνέαειτ<ον υγρών μαλ&ακωτέρας παρέχουσα τάς ώδΐ-ρ*,?· /Οθερ οϊμαι καί την ’Άρτεμιν Λοχείαν, καιΑίείθυιαν, ονκ ούσαν ίτεραν ή την σελήνην,COv °fx ίοθαι. Τιμόθεος δ’ αντικρύς φηοι' Άιά’^νανεον πόλον άστρων, διά τ’ ώκντόκοιο αελά-* αί · Vgl- Blut. qu. Born. 77. Chrysipposb. Schol.,1-G. Φ483: κατά ρεν τάς παναελήνονς νύκτας, 50φησι Χρύσιππος, εύτοκώταται γίνονταιΊ/νναΐκες, κατά δε σκοτομηνίας δύατοκοιUmu Aristot. an. gen. 4, 10 : συμβάλλεται [ήΛληνη) εις πάσας τάς γ ενέσεις καί τελειώσεις.*'°· Lydus ρ. 244 ed. Rüther: αρχή γενέσεως' Cornut. ρ. 210 ed. Os. Φανερώς, δ’ ή
^/ΐ νι Ίτελεσφορεΐσ&αι ποιεί τά σνλλαμβανόμενα'χ , τα ·ντης είναι τότε αΰΐςειν αυτά καί το απο-3 C . L ^ τ ών φερουσών πεπανθέντα. Euseb. pr. eo.
«L ’' 22 ; h τής vov μηνίας δνναμις προσθετική 60Ar τ ° τίκτειν. Vgl. die Είλείθυια Σελήνη beii9SU W0S 150; λεχώϊα κνκλα Σελήνης ib . 24,ρ-, ’ τί λεσσίγονος 8, 198. Zendavest übers, von
St,:· ( Ri ga 1777) 2 , 111 . Mehr bei Bescher,^udien a ü m ‘ '
langen
® .&· 20 . Wie schon aus den Bezeich-
i,'“ 6CU hqveg, Kavag,r\via, Ipprjwa (tnenses)1 ; i Vor g 6 ht, führten die Alten die für den weib-uenKörper sr, u-;..!.r:,-.. 1 .'-~
er so wichtige Erscheinung der Men-
Hera (G. d. Menstruation) 2090
struation auf das Wirken des Mondes zurück(vgl. d. Art. Dea Mena). Den Grund für dieseBenennung haben wir unzweifelhaft in derliegelmäfsigkeit der Erscheinung zn erblicken,welche bekanntlich meist mit dem abnehmen-den Monde oder monatlich oft mit dem Tagezurückkehrt. EmpedoMes b. Soranus ed. Bosep. 185 f. Aristot. de an. hist. 7, 2, 1: ή δε τωνγυναικείων όρμη γίνεται περί φθίνονταςτους μήνας ' διο φααί τινες . .. καί την σελή-νην είναι θήλυ, οτι αμα συμβαίνει ταΐς μενη κάθαρσις, τή δε η φθίσις καί μετά τηνκάθαρσιν καί την φθίσιν η πλήρωσις άμφοιν.Vgl. auch de. anim. gen. 2 , 4 u. 4, 2. Plin. h.n. 7, 66: Et hoc omnibus tricenis diebus inmuliere exsistit. Galen. 9 ρ. 903 ed. Kühn:καί καρπούς οϋν παχύνει [η σελήνη] καί τάζώα πιαίνει καί τάς των καταμηνίων τοιςγυναιξί προθεσμίας διαφυλάττει. Soranus ed.Bose ρ. 184. Als Göttin der Menstruationführte Juno bekanntlich den Beinamen Flnoniaoder Fluviona(-ia), aber auch bei der Hera lassen sich noch deutliche Beziehungen zu dieserErscheinung nach weisen; denn nur so verstehtman, warum ihr die Granate, der Helichrysos,das Cypergras, der Keuschlamm (Lygos) unddie Lilie geheiligt waren, lauter Pflanzen, derenman sich zur Heilung von Frauenkrank-heiten, insbesondere bei krankhafter Men-struation bediente. So trug die Hera desPolyklet nach Paus. 2, 17, 4 (vgl. Philostr. Ap.Ty. 4, 28) in der Hand eine Granate, von derder Perieget bedeutungsvoll sagt: τά μεν ovvες την ροιάν, άπορρητότερος γάρ εστιν ο λόγος,άφείσθω μοι. Hinsichtlich der Beziehung derübrigen Pflanzen zur Hera verweise ich aufAthen , p. 678 a u. 681 a (Alkmari)·, Paus . 7, 4, 4;Clemens Alex. 181 c Sylb.·, Geopon. 11 , 19 undbetreffs ihrer medizinischen Bedeutung auf fol-gende Stellen: Plin. h. n. 23, 107: expetitur[malum punicum] gravidarum malaciae,quoniam gustu movet infantem, ib. 112: sistunt[flosculi cytini ] menses feminarum, sanant...genitalia. Vgl. ib. 108 u. 28, 102. Plin. h. n.21, 169: [helichrysos] ciet ... menses ... foliaejus . . . sistunt profluvia. [Diese Pflanzewar auch der Artemis heilig nach Et. M. 330,35]. Ib. 21, 118: [cyperos] illinitur . .. hul-ceribus genitalium . . . vulvas aperit pota,largiori tanta vis, ut expellat eas. ib. 119: sementostum . . . sistit ... feminarum menses. Plin.h. n. 24, 60: [folia lygi] cient menses. Diosc.1, 134: λύγος. . . . βοηθεϊ χρονίως έπεχομέναιςτά έμμηνα . . . εκλύει δε καί γονήν. DerLygos (der zugleich der Artemis heilig war)wurde auch als Keuschheitsmittel gebraucht.S. u. S. 2104. Plin. h. n. 21, 126: lilii ra-dices . . . ruptis vulvis prosunt et mensibusfeminarum. Diosc. 3, 106. Gal. 12 , 45.
Da nun die unter dem Einflüsse des Mondesstehende Menstruation bei eintretender Schwan-gerschaft völlig verschwindet und sich erstnach Beendigung des Säugens wieder einzu-stellen pflegt (Belege b. Boscher a. a. 0. 40 f.),so lag es überaus nahe anzunehmen, dafs auchdas allmähliche Wachsen und Reifen desKindes im Mutterleibe und während des Säu-gens vom Monde abhängig sei (vgl. Cic. de