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Erster Band, zweite Abteilung. Euxistratos - Hysiris.
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2095-2096
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2095 Hera (Bez. z. Neumond u. Venusstern)

die Funktion der Entbindung auf die jüngereMondgöttin Artemis übergegangen zu sein,daher wir nicht gar viele Spuren dieser Be-deutung der Hera im Kultus und Mythus mehrnach weisen konnten.

Weitere mehr oder weniger wahrscheinlicheBeziehungen der Hera zum Monde (oder Ana-logieen mit anerkannten Mondgöttinnen) sindfolgende.

Auf der schon erwähnten sehr altertümlichenBerliner Iovase (s. Overbeck, Kunstmyth. 2, 1,18;Gerltard, Ant. Bildw. T. 115 und 309 Nr. 9)erscheint Hera in der Linken einen Bogen, inder Rechten eine Fackel haltend. Die Fackelist ein bekanntes Attribut der Mond- und Ge-burtsgöttinnen z. B. der Artemis , Hekate,Selene, Eileithyia (vgl. die betr. Artikel und s.Bescher , Studien 2, 28 f.), ebenso aber auchder Bogen, dessen Geschosse, wie schon ausll.A%69f. (vgl. auch Bhaidimos in der Anthol.G, 271; Thcocr. 27, 28) erhellt, die Schmerzenbei der Entbindung versinnlichen sollen ( Roschera. a. 0. 30).

Als eine weitere sehr wichtige Thatsacheist es ferner zu verzeichnen, dafs Hera ebensowie Juno und Hekate an Neumondtagenverehrt zu werden pflegte. Zwar ist uns dasnicht direkt überliefert, wir können es abermit vollster Sicherheit aus mehreren indirektenZeugnissen erschliefsen, die man bei Boscher,Studien 2, 31 ff. zusammengestellt findet (vgl.auch Stark in Fleckeisens Jahrb. 1859 S. 628).Wenn der den Mond begleitende Venusstern,welcher ebenso wie jener für tauspendend undbefruchtend galt (Plin. 2, 37) und dessen Auf-gang man als das Signal zu Vermählungenund Liebeszusammenkünften ansah (vgl. dieStellen bei Bossbach, röm. Ehe 329 und obenunter Aphrodite S. 396 unten), nicht blofs Sternder Aphrodite (d. i. Astarte ), sondern auchGestirn der Hera genannt wurde {Tim. Locr.96 e ; Aristvt. de mundo 2 ed. Didot 3, 628, 50;Plin. h. n. 2, 37; Plotin p. 542 ed. 0%.), sospricht auch dies für die Grundbedeutung derHera als Mondgöttin. Wahrscheinlich istHerasBeziehung zu jenem Sterne für die Griechen dieältere, da Aphrodite (s. d.) schwerlich eine echt-griechische, sondern eine semitische Gottheitwar. Vgl. auch die merkwürdige Anrufung derHera bei Eurip. Hel. 1094: Vlp« öv οίκτρώ φώτανάψυξαν πόνων, αίτοΰμε& όρ&άς ώλένας προςουρανόν ρίπτονΟ 1, ΐν οίκεΐς άατέρων ποι-κίλματα, ferner die Sage vom hundertäugigenArgos (als Wächter der heiligen Rinderherdender argivischen Hera), der allgemein als dergestirnte Himmel gedeutet wird (s. o. Argos 2),endlich die Legenden von [der Monlheroine?]Medeia (s. d.) und vom Nemeischen Löwen, derzwar nach Hesiod Th. 327 ff. ebenso wie die

Herakles (vgl. Preller, gr. M . 2 2, 272 ff.). Die alte sehrverbreitete direkte Ableitung des Namens von 'Ήρα (s.d. Stellen b. Preller a. a. O. 3 58) ist bei der bekannten(Feindschaft der Güttin gegen H. höchst unwahrschein-lich und ohne Analogie. Denn es würde der Name beider Ableitung von 'Ήρα eine Ironie auf diese hochver-ehrte Güttin enthalten, die man der vorhomerischen Zeit,aus welcher der Name doch entschieden stammt, kaumZutrauen kann.

Hera (Beziehgen. zu Selene, Art. etc.) 2096

lernäische Hydra von Hera aufgezogen, abernach einer anderen ebenfalls uralten Traditionein Sohn der Selene (Mene) sein oder der Herazu Liebe vomMonde gefallen sein sollte*), was,wie schon O. Müller, Dorier 1 S. 442 undKarl Müller {Fr. Iiist. Gr. 2 pag. 30) gesehen,auf einen bedeutenden Mondkultus zu Nemea ,also in unmittelbarerNachbarschaftdesHeraionvon Argos, und auf eine sehr alte nemeischeLokalsage hinweist (vgl. die zahlreichen Stellenb. 0. Müller u. K. Müller a. a. 0., unter denennamentlich die Verse des Epimenides [frgm.13 Kinkel], sowie die Worte des Anaxagoras[b. Schol. Ap. Bh. 1, 498] und des Eupho-rien [fr. 47 ed. Meineke = Plut. Symp. 5, 3p. 677 A] hervorzuheben sind). Nach Schol.zu Find. Nem. Argum. p. 425 Boeckh galtauch Nemea , die Eponyme derselben Gegend,wo Hera als Zeusgattin verehrt wurde, füreine Tochter der Selene und des Zeus,woraus Karl Müller a. a. 0. wohl mit Rechtschliefst: ' Nemea insignis fuit cultu Iunonis,quae hoc loco nihil differt a Luna. DieseVermutung ist um so wahrscheinlicher, als dernemeische Zeus derselbe war, der in der argi-vischen Hierosgamoslegende als Gatte der Hera auftrat, und weil von irgend einer Eifersucht derHera gegen die auch sonst als Zeusgeliebteerscheinende Selene (Horn. hy. 32, 14) absolutnichts überliefert ist (s. auch unt. S. 2103, 1)·

Eine verbreitete Vorstellung war es, dafödie Mondgöttin (Selene, Artemis , Inno Tibur-tina und Lanuvina; s. d. Belege bei Boschera. a. 0. S. 34 A. 60 u. 64) auf einem Wage®fahre (vgl. Hom. hy. 32, 9; Eurip. Phoen. 176®;Verg. Aen. 10, 215; mehr bei Boscher a. a. 0.34). So verstehen wir leicht, warum auch Hera im Kult von Lebadeia als Πνιόχη {Paus. 9?39, 5) zu Olympia als ' Ιππία ( ib . 5, 15, 5) V er "ehrt wurde, und warum sie Homer {II. E 720und Schol.) mit Athene zusammen einen Wagenbesteigen läfst. Mit Wahrscheinlichkeit dürfenwir ferner die Ziege als ein der Mondgüttmgeheiligtes Opfertier ansehen, da in den Kultender Artemis zu Brauron , Agrai, Sparta Ziege®]opfer herkömmlich waren {Hes. s. v. Βραυριονι· αPlut. malign. Her. 26; Xen. Hell. 4, 2, 20;Paus. 7, 26. 3. 11), da ferner Selene auf eine 1Ziege reitend gedacht wird {Hes. s. v. ovQ aViaαίξ), und auch die italische Mondgöttin I®®°die deutlichsten Beziehungen zu demselo®®Tiere besitzt {Ov. am. 3, 13, 21; Preller, -Böw*·Myth. 1, 277; mehr bei Boscher a. a. 0. S. 3®·Ebenso war die Ziege das hergebrachte Opfer-tier der Hera in Sparta , wovon sie den Bdnamen αίγοφάγος erhielt {Paus. 3, 15, 9), T u ®in Korinth {Zenob. 1, 27; Hesych. s. v. αίξIn Betreff der medizinischen Heilkraft dZiegen bei den Krankheiten der Frauen u ®namentlich der Schwangeren s. Plin. n. h.255 f. Die Strahlenkrone, welche die Beauf Münzen von Chalkis (auf Euböa) und von

*) Vgl. den Löwen auf Heras Hand beiBildw. Tf. 33; mehr bei Overbeck, Kunstm. Hera 3h. ^ist der Löwe auch Symbol der Artemis (oben S. ί>6 · ^

hard , gr. M. § 340, 1) und der Hekate {Porphyr, de ^.*4,17: η t) Έχάνη ταύρος, y.Ccov, λέαινα uxovovO#

16). Vgl. auch unten Abschn. 6ff.; Φ 4S3 Schol-

lt)

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