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Erster Band, zweite Abteilung. Euxistratos - Hysiris.
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2097-2098
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2097 Hera (ihre Schönheit; ß 0(B7Ctg)

Hera (Göttin d. Ehe)

gos, sowie auf einem Vasenbilde bei Overbeck,Kunstmyth. 2, 1 (Hera ) S. 18 Fig. d (vgl. auchdie Strahlenkrone der Mond- und Entbindungs-göttin Chryse auf dem Vasenbilde bei Müller-Vieseler 1, 10, wo auch anderweitige side-rische Bezüge nicht fehlen) trägt, erinnert anden Schmuck der Selene, von dem in einemhomer. Hymnus (XXXII, 5: στίλβει δέ τ άλάμ-ετος άήρ | χρνσέου άπο στεφάνου, ακτίνες Sενδιάονταί) die Rede ist ( Overbeck, Kunstmyth. ίο1. Münztafel 2, 47. 3, 1, vgl. ib. S. 106).Ebenso besitzen die auf unteritalischen Münzenden Kopf (enface) der HeraLakinia strahlen-förmig umfliegenden Haare eine merkwürdigeÄhnlichkeit mit der bekannten Haartracht desHelios und scheinen dieselbe Bedeutung wiedie Strahlenkrone zu haben (vgl. Overbecka · a · 0. Münztafel 2 no. 4345). [Tournefort,Y° 2 cp. 10 u. Eckhel , Ώ. N. V. 2 p. 569naben auf Hera bezogen eine von Patin, Num. 20hnpp. Pom. ex vere med. et min. formae p. 45,v gl. Mionnet 3 p. 282 nr. 165 mitgeteilte Münze,die auf dem Avers: ΜΗΝΗ · ΘΑΜΙΩΝ und eingelbliches Haupt nebst einem Halbmond, aufdem Revers : ΘΕΟΝ CVNKAHTON und ein männ-hches Haupt zeigen soll; aber Gardner, Num.Chron. 1882 p. 279 280 zeigt, dafs stattΜΗΝΗ · CAMißN vielmehr ΘΕΑΝ ΡΩΜΗΝ zulesen und das Haupt der Roma in dem Frauen-^opfe zu erkennen ist und dafs die Münze nach 30ergamon gehört. Drexler],

Ferner galt Hera für den Typus weiblicher,genauer gesagt, matronaler Schönheit, ja esuifst sich vermuten, dafs sie zu der Zeit, alsAphrodite (s. d.) noch keinen Eingang inHellas gefunden hatte, die eigentlich helle-nische Göttin der Schönheit war. (Vgl. Hy.J {oni. 12; ά&ανάτων βασιλείαν, νπε ίροχονείδος εχονσαν. Hy. inVen. 41 η μέγα είδος®$ίστη. Schol. II. 9, 129 παρά Αεσβίοις άγων 40άγεται κάλλους γυναικών εν τω της Ηρας'Ρεμενει, λεγόμενος καλλιατεΐα. Theoplirastosei Athen . 610 a ). Schon nach Od. v 70 verleihtera den Frauen είδος καί πινντήν. Vielleichtwi ? au °E die spartanische Αφροδίτη "ίίρα,

T" v 61 die Mütter bei Verheiratung ihrerB 0c er opferten (Paus. 3, 13, 9) hierher. Be-Oders gefeiert wird Heras grofses schönesTrify (daher βοωπις bei Homer, vgl. darüberr'Uthey, Arch. Ztg. 1881 S. 137 Anm. 17; 50pnkmann, Metaphern 442 und Roscher, Stu-(d^h 2 37 sow * e die weifse Farbe ihrer Haut

V, ner bei Homer λενκωλενος·, vgl. darüberttrf er a ' a -)· Auch dies deutet wieder mitfe^oiser Wahrscheinlichkeit auf den Mond, denntj 8 ? r ^alt nicht nur im allgemeinen für einλία We *blicher Schönheit (weshalb auch Καλ-U f^, Un d Καλλιατώ Beinamen der Artemis undate geworden sind; mehr bei Usener, Rh.sonrl 23 325 n · Roscher a. a. 0. S. 36ff.), soηνΐο/ Γη wur de auch als Auge der Nacht ge-

JJ< Pind · 01 3 - 20 · Aesch · & Ρ*· 389 ·

(» ' , 2 ")· Hie Selene heifst ebenfalls βοωπιςL Und a ' 37 Δ.. 81) und ΧενκώΧενος

< feipvt · we gen ihrer schönen Hautfarbe ge-pJL lm 1wmer - m J · «eXH, 7 u. 17 (vgl.z. g ? a · a - 37 ff.). Wenn in einigen Kulten,em von Lakinion (? Lykophr. 858) und

Elis {Tgetz. g. Lykophr. 858) eine wahrschein-lich mit Panzer, Schild und Speer bewaffneteHera Όπλοσμία vorkommt, so entspricht diesder Vorstellung der bewaffneten Artemis, sowieder Juno von Tibur und Lanuvium (vgl. auchdas oben besprochene Herabild auf einer Iovase)und lüfst sich wohl am besten auf die Ideeder bewaffneten Mondgöttin zurückführen (s.Roscher, Studien 2, S. 47 ff.). Vgl. auch die HeraΤρόπαια {Lykophr. 1328 u. Tgetz. z. d. St.), dieebenso wie die Juno Sospita und Artemis So-teira {Roscher a. &. 0.) für eine Erretterin ausKriegsnot galt, sowie den Beinamen Αλέξαν-δρος zu Sikyon (Menaichmos b. Schol. Pind.Nein. 9, 30). Der Tempel der άΐέίίανίροϊ zuSikyon galt für eine Stiftung des flüchtigenAdrastos. Vielleicht hängen mit dieser Vor-stellung einer kriegerischen Hera, die ja auchder Ilias nicht ganz fremd ist, die kriegeri-schen Gebräuche an dem Feste der Heraienzu Argos ( Preller, gr. MI 1, 168. Philostr.Ap. Ty. 4, 28), auf Aigina {Schol. Pind. Pyth.8, 113) und Samos {Polyaen. Strat. 1 , 23) zu-sammen.

III. Hera als Göttin der Ehe{ιερός γάμος etc.).

Ebenso wie die evidente Mondgöttin Iuno (s. d.) ist auch Hera zu einer Göttin der Ehe,und ihre Hochzeit mit dem höchsten Himmels-gotte zu einem Ideal und Prototyp sämtlichermenschlichen Hochzeiten geworden. Fragenwir nun, wie diese ihre wichtigste Funktionmit ihrer Bedeutung als Mondgöttin Zusammen-hänge, so ist einerseits an die schon oben er-örterte Thatsache zu erinnern, dafs der Mondnach dem Glauben der Alten auf das physischeLeben des Weibes mittelst der Katamenien,der Geburt und Entbindung den allergröfstenEinflufs ausübte, anderseits kommt in Betracht,dafs der wichtigste Zweck der Ehe die Fort-pflanzung des Geschlechtes ist (s. die Belegebei Roscher, Stud. 2, 70), daher eine Göttinder Geburt und Zeugung leicht zu einer Ehe-göttin werden konnte, insofern die Fruchtbar-keit des Weibes von ihr abhängt (vgl. auch diejedenfalls griech. Sage von der jede weiblicheUnfruchtbarkeit beseitigenden Oienischen Wun-derblume bei Ov. Fast. 5, 251, mittelst welcherHera den Ares (Mars) erzeugt). So erklärt essich, dafs fast alle anerkannten Mondgöttinnenzu Vorsteherinnen der Hochzeit und Ehe ge-worden sind (s. Roscher a. a. 0. 70 u. 72; vgl.auch Kehr, Progr. v. Hadersleben 1884 S. 4).Hierzu kommt noch die eigentümliche beimehreren indogermanischen Völkern, z. B. denIndern, Litauern, Griechen und Italikern, nach-weisbare Vorstellung, dafs die Stiftung der Eheauf die Hochzeit der Mondgottheit entwedermit dem Himmelsgott (Zeus , luppiter) oder demGott der Sonne zurückzuführen sei {Roschera. a. 0. 71. Kaegi, der Rigveda, Zürich 1879S. 66). Dies scheint in der -That der Keim ge-wesen zu sein, aus dem sich die sogenannteHierosgamos-Legende entwickelt hat. MehrereAnzeichen sprechen dafür, dafs man jene idealeHochzeit der Mondgöttin auf einen Neumond(Tag der σύνοδος von Sonne und Mond; vgl. Ro-