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Erster Band, zweite Abteilung. Euxistratos - Hysiris.
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2101-2102
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2101 Hera (Feier d. Hierosgamos)

und Partlienos verehrt wurde, die Sage ging,dafs Hera, mit Zeus von Kreta kommend, hiergelandet sei ( Steph. Byz. s. v. Έρμιών. Schol.I'heocr. 15, 64). Auf Samos , wo die eigen-tümliche Sitte des Kiltganges bestand, er-zählte man von einem langdauernden heim-lichen Liebesverhältnisse des Zeus und derHera , wodurch offenbar jene Sitte mythischbegründet werden sollte (Schol. ad II. & 296:1«·0·ρο: ovv έμίγη κ. τ. λ.\ vgl. liallim. b. Schol.zu II. A. 609). Schon Homer kannte dieseSage, wenn er II. 3 295 sagt:olov οτε πρώτον περ έμισγέσ&ην φίλότητι,tL S ευνήν φοιτώντε, φίλους λή&οντε τοκήας... Wenn ferner auf derselben Insel eine wich-tige Ceremonie darin bestand, dals man jedesJ a hr das alte Kultbild der Göttin aus dem. enipel an das Meeresufer brachte, daselbstln einem Gebüsch versteckte und ihm Kuchenv °rsetzte, worauf es scheinbar gesucht undnach seiner Auffindung wieder an seinen PlatzSestellt wurde (Menodotos b. Athen . 672 d ), soscheint auch dies nur eine Wiederholung dera-lten Sitte gewesen zu sein, die. Braut an einenheimlichen Ort zu entführen und den Ver-mählten nach Art der italischen confarreatiobuchen vorzusetzen, wie Welcher (Gotterl. 1^®9 und zu Schwencks etym.-mythol. Andeutungen"ll) scharfsinnig erkannt hat (vgl. Roschera · a. 0. S. 78 Anm. 242).

Die Legende von dem Raube des Bildesdurch die Tyrrhener, welche Athenaios 672 er-zahlt, sollte offenbar nur dazu dienen, dieαπο ρρητα der mystischen Hierosgamosfeier zuVerdecken (vgl. Roscher a. a. 0. 78 A. 243).^as Verstecken des samischen Iierabildes im))Coüsch erinnert uns übrigens lebhaft an die, a bscischo und platäische Sitte, das Götterbildad einen einsamen mitten im Walde oder Ge-irge gelegenen Ort zu tragen, wo ein Altarer Göttin errichtet war (Paus. 9, 3, 7; vgl. Ου.j Wl · 3, 139 f.). In Plataiai und Argos wurde sogar® r ( Hochzeitszug, mit welchem ein Hochzeits-1 .1 verbunden war, dargestellt; denn Pau -U nd P'lutarchos berichten ausdrücklich,

1 a .? Hjld der Hera sei am Ufer des Asoposiiwf ^ geschmückt und mit einer Braut-o-p ( νν μφιντριά) auf einen von Ochsen^. z °genen Wagen gesetzt worden, darauf aberjip., laan - im feierlichen Zuge (πομπή) unterail ^ te d s l>iel und Hymenäosgesang zu dem Altar

den Gipfel des Kithairon hinaufgezogen

2 Τ a - b*. Plut. bei Huseb. pr. ev. 3,

während aus der Geschichte von Kleobisse jr biton bekannt ist, dafs die Mutter der-Sc p? n . a l s argivische Herapriesterin, wahr-um die ννμφεντρια darzustellen, amzum Θ γιι einem von Rindern gezogenen Wageneben iem ]P e l fahren mufste (Ilerod. 1, 31),Hind' 0 Wle Hraut in der Regel mit einemΗοοΚ^ 8 ^ 3,1111 a bgeholt wurde. An diesemviscbp 6 T ZU ® e scheinen namentlich alle argi-Hlume D l^ rauen * n re i°bster Pracht und mitim jjg· 1 ?· , anzen geschmückt, teilgenommen und2 irr 1 *Sm, wo die κλίνη γαμική (vgl. Paus.kl an Pi mi - ] >0 Μ· 3, 43) stand, unter Flöten-Pl J ^ortänze aufgeführt zu haben (Eurip. ^ehr b. Roscher a. a. 0. 79 A. 248).

Hera (Hierosgamos im Mythus ) 2102

Das ganze Fest dauerte, wie eine Hochzeit,drei Tage (Becher Char. 2 3, 312), an denenweidlich gegessen und getrunken wurde, wiesich unter anderm auch aus der Bezeichnung'Εκατόμβαια ergiebt (Hesych. s. v. άγων χαλ-κεϊος. Schol. Find. Ol. 7, 152. Parth. narr.13). Unter dem schon gelegentlich erwähntenFeste 'Βρόχια (cod. ήρόχια), welches Ilesychiusmit τα &εο8αίαια εορτή, ιερά (vgl. auch Försterio a. a. 0. S. 18 A. 13, der C. I. Gr. 2556 mitandern 'Ηροχίοις liest) erklärt, scheint eben-falls ein Hochzeitsmahl verstanden werden zumüssen. Alle die genannten Hochzeitsbr'äuchehaben wir übrigens auch in Knossos und Samosvorauszusetzen, da ausdrücklich bezeugt ist,dafs hier der Hierosgamos wie eine mensch-liche Hochzeit gefeiert wurde (Diod. 5,72. Varro b. Lactant. inst. Christ. 1,17; vgl. August, deciv. d. 6, 7), sowie auf Aigina , dessen Bewohner20 sich ihrer Abstammung von Argos rühmtenund ein dem dortigen gleichartiges Fest 'Ηραίαoder Εκατόμβαια feierten (Schol. Find. Pyth.8, 113).

Soviel über die lokalen Kulte, in denensich die uralte Anschauung der göttlichenHochzeit deutlich ausgeprägt hat. Wir habennur noch in aller Kürze der rein mythischenAuffassung des Hierosgamos zu gedenkenwelcher wir bei einigen Schriftstellern, nament-30 lieh Dichtern, sowie in bildlichen Darstellungenbegegnen. Wir werden daraus ersehen, dafszwischen Kultus und Mythus die vollkommensteÜbereinstimmung herrscht.

Die erste Erwähnung des Mythus findetsich II. 3 294 296 und 346 f., wo in derErzählung von dem Beilager auf der Spitzedes Ida, wie schon andere erkannt haben(Preller gr. Myth. 2 1, 127. Welcher Götterl. 1,369. Overbeck K.-M. 2, 1, 178. Förster a. a. 0.40 20), die deutlichsten Reminiscenzen an einengrofsartigen vorhomerischen Hymnus auf denHierosgamos erhalten sind. Wenn es Vers346 heifst:

Ή ρα και άγκάς έμαρπτε Κρόνον παϊς ην

παράκοιτιν '

τοίβι ΰ υπό χ&ών βία φνεν νεο&ηλέα ποίτ/ν,λωτόν έρβήεντα ίβε κρόκον ήδ νάκιν&ονπυκνόν καί μαλακόν, o'g άπό χ&ονό g ΰψόο

έεργεν.

50 τφ ενι λεξάο&ην, έπι ό'ε νεφέλην έβοαντο

καλήν χρυαείην βτιλπναϊ ö άπέπιπτον έερβαι,so ist in der Schilderung dieser Frühlingsprachteine unverkennbare Anspielung auf den Götter-garten im äufsersten Westen am Gestadedes Okeanos zu erblicken, wohin nach verschie-denen Zeugnissen die Hochzeit des Zeus und derHera verlegt wurde. Denn dies ist der Ort,wo ewiger Frühling herrscht, wo ambrosischeQuellen strömen, wo die Erde den Baum desoo Lebens mit den goldenen Hesperidenäpfeln zurHochzeit der Hera hat wachsen lassen und wodie Wolken sich sammeln, um sich von daüber die Erde zu verbreiten. Es war dieserGarten das gemeinsame Eigentum des Zeus und der Hera und wird deshalb bald Gartendes Zeus (Βιος κήποι, Βιος πέ$ον·, s. Soph.fr. 297 Nauch. Aristoph. av. 1757; vgl. Ίηνόςκοΐται b. Eurip. Hipp. 743f.), bald Garten der