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Erster Band, zweite Abteilung. Euxistratos - Hysiris.
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2103-2104
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2103 Hera (Tcleia, Zygia etc.)

Hera oder Selene ("Hgug λειμών, hortus Juno-nis; s. Kallim. in Dian. 164. Hygin. p. astr.

2, 3. Schol. German. Arat. p. 383 Eyss. Plut.Amat. 20, 9), oder mit Bezug auf beide Götter&εών κήπος genannt ( Pherekyd . b. Eratosth.Kat. 3; vgl. Schol. Ap. Ith. 4, 1396; Weiteresbei Bergk in Fleckeisens Jahrh. 1860 S. 414 f.u. Bescher, Stud. 2, S. 82 Anm. 254). Offen-bar hängt auch der alte Mythus von dem Auf-wachsen der Hera bei Okeanos und Tethyshiermit zusammen (II. S 301), und es ist nureine andre Version derselben Sage, wenn Pindar auf steilem leuchtenden Pfade die Moiren vonden Quellen des Okeanos dem Zeus die bräut-liche Themis zuführen läfst ( Pind. fr. 6 Boeckh-,vgl. Ilesiod. Theog. 901). [Nach Hesiod . Th.921 war Hera die letzte Gattin des Zeus ],

Sonstige Erwähnungen des mythischenHierosgamos finden sich in den Vögeln desAristophancs (1731), wo erzählt wird, dafs dieMoiren bei der Hochzeit als &αλαμευτριαι (Poll.

3, 41) auftraten und Eros als παράνυμφος dasGespann des Wagens lenkte, ferner bei Theokrit (Id. 17, 131; vgl. Nonn. Dion. 32, 78. Jahrh.f. cl. Phil. 111, 605), nach welchem Iris demBrautpaar das Lager bereitet, endlich beiStatius , welcher in anmutiger Form die ersteUmarmung der beiden Liebenden schildert(Stat. Theh. X, 6164). Als Frucht der heiligenHochzeit scheint in Argos Hebe oder, wie siein Sikyon hiefs, Dia (s. Hebe) gegolten zuhaben (vgl. Paus. 2, 17, 5. Schol. II. 1 , 609),welche auffallend an die durch Schönheit aus-gezeichnete Pandia (Πανδείη), Tochter des Zeus und der Selene erinnert (Ilom. hy. 32, 14 ff.).Vgl. Boscher, Iuno u. Hera 25 f. 84.

Einige teils sichere, teils zweifelhafte bild-liche Darstellungen der heiligen Hochzeit be-handeln B. Förster in seinem bereits öfterangeführten Breslauer Winckelmannsprogramm(S. 27f.) und Overheck im zweiten Bande seinerKunstmythologie (S. 167 f.); s. u. S. 2128. Diemit Sicherheit auf unsern Mythus zu be-ziehenden Bildwerke zeigen entweder den Hoch-zeitszug mit verschiedenen Göttern (Apollon,Artemis, Poseidon, Demeter, Dionysos, Her-mes, Hestia ), oder die Vereinigung des Braut-paares in der freien Natur; einmal ist wahr-scheinlich der kretische Ida als Lokal derHochzeit angedeutet.

Zum Schlufs haben wir in diesem Zusammen-hänge noch einiger Beinamen zu gedenken,welche Hera als Hochzeits- und Ehegöttinführt. Der verbreitetste Beiname ist Τελεία ,welcher in den Kulten von Megapolis, Plataiai,Stymphalos und Hermione erscheint und häufigvon Schriftstellern erwähnt wird (Ar. Thesm.973 u. Schol. Schol. zu Pind. Nem. 10, 31. Poll. 3,38. Aisch. Eum. 214. Krinagoras Anthol. Pal.6, 244, 1 . Diod. Sic. 5, 73. Hesych . und Suid.s. v. Τελεία). Synonyma davon sind Συζυγία,Ζύγια, Νυμφευόμενη, Γαμήλια (Γαμήλιος), Γα-μοβτόλος (Poll. 3, 38. Schol. II. Α 609. Stoh.ecl. 2, 64. Apoll. Ith. 4, 96. Nonnos Dion. 32,57. 74. 4, 166.322. MusaeusWh. Hesychius u.Suidas s. v. Ζυγία. Paus. 9, 2, 7. Plut. praec.coniug. 27. de Daedal. Ilat. 2. Schol. Pind.Ol. 6, 149. Pisander h. Schol. Eurip. Phoen.

Hera (bei Homer )

1760). An zwei Orten, nämlich zu Stymphalosund zu Hermione, kommt neben der Ήρα Τελεία auch eine Ήρα Παρ&ένος oder Παΐς vor, wassich leicht aus der dortigen Feier des Hieros-gamos erklärt, insofern dieselbe beide Begriffevoraussetzt.

Der Τελεία (von τέλος = γάμος) oder Ζυγίαwurden vor jeder Hochzeit Opfer dargebracht(προτέλεια, προγάμια), wobei man es nachPlut. de Daed. Plat. 2 und praec. coniug. 27vermied die Galle (χολή), welche für ein Sinn-bild des Jähzorns und der Streitsucht galt,mitzuopfern, und der Bräutigam pflegte beiHera und Zeus der Braut Treue zu schwören(Poll. 3, 38. Schol. Ar. Thesm. 973. Apoll.Bh. 4, 96. Diod. 5, 73). Eine ganz ähnlicheBedeutung scheint die spartanische ΑφροδίτηΉρα gehabt zu haben, welcher die Mütter beider Verheiratung der Töchter opferten (Paus.3, 13, 9). Nach einem Epigramm des Archi-lochos (fr. 17 Bergk) pflegten die Frauen derHera nach der Hochzeit den Brautschleier dar-zubringen. Endlich verdient noch hier erwähntzu werden, dafs der Lygos der Hera wie derArtemis als Keuschheitsmittel (Diese. 1, 134.Plin. n. h. 24, 59. 62. Gal. 11, 807) geheiligtwar, daher sie nach samischer Legende untereinem Lygosstrauch geboren sein sollte (Paus.7, 4, 4) und ihr dortiges Kultbild zu gewissenZeiten mit Lygoszweigen umwickelt wurde, einGebrauch, zu dessen Begründung genau der-selbe Mythus erfunden wurde, der auch beider Artemis Lygodesma oder Phakelitis eineBolle spielt (Athen . 15, 672. Paus. 3, 16, l 1 -Boscher a. a. O. 87 Δ. 274).

IV. Sonstige Funktionen und Mythen derHera ; ihre Attribute und Opfer.

Haben wir bisher nur die ältesten Funk-tionen der Hera dargestellt, welche sich uns auseiner Vergleichung mit der italischen Juno ergeben haben, so wollen wir jetzt noch ganzkurz die weitere Entwickelung des Mythus undKultus der Göttin betrachten.

Am meisten haben die homerischen Ge-dichte für die Feststellung des späteren my-thischen Gesamtbildes von der H. gewirkt (vgl-v. Sybel, Myth. d. Ilias 257f.). Nach ihnenist H. die ehrwürdige Göttin (πρέσβα &εα),Tochter des gewaltigen Kronos (&υγάτηρ μ 1 'γάλοιο Κρόνοιο-, II. 5, 721. 8, 382. 14,194, 243;vgl. lies. Th. 454); Zeus Schwester und Ge-mahlin (χασιγνήτη άλοχός τε\ II. 16, 432. 18,356), κυδρή παράχοιτις (II. 18, 184; vgl. 4, 60),πρεββντάτη (II. 4, 59), πότνια (II. 8, 198. 218))χρυοό&ρονος (II, 1, 611. 14, 153. 15, 5; vgl·χρυσοπέδιλος b. Ilesiod Theog. 454 u. 952; vgl·*·12), βοωπις (1, 551), λευκώλενος (II. 1, 55. 195)>ήϋχομος (10, 5). Sie steht in der Ilias durch-weg auf Seite der Griechen und hafst dieTroer, weil Paris (s. d.) sie gekränkt hat (124, 2529; vgl. Kinkel, frgm. ep. gr. 1> ly,sie ist Mutter des Hephaistos (s. d. u. vgl·, 11, 572 ff.), des Ares, der ihre Wut (μεν°^άάαχετον) teilt (II. 5, 892), der Eileithyie(11. 11, 271), der Hebe nur nach Od. H> 6 ,= lies. Theog. 952; [der Chariten nach Corn15; vgl. auch Theog. 922; der Hekate na