Band 
Erster Band, zweite Abteilung. Euxistratos - Hysiris.
Seite
2105-2106
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2105 Hera (Mythen b. Homer u. a.)

Sophron b. Sei 10 I. Theocr. 2, 12]. Okeanos und Tethys erzogen sie in ihrem Hause, alssie ihnen von Rheia gebracht wurde, da Zeus den Kronos entthronte ( II. 14, 202ff.). [Nacharkadischer Sage sollen Temenos (Paus. 8,22, 2), nach argiviseher die Töchter des Aste-Hon, Euboia, Prosymna, Akraia (s. d.), nachOien die Horen (Paus. 2, 13, 3) Hera erzogenhaben.] Ohne Wissen ihrer Eltern vermähltsie sich ihrem Bruder Zeus (II. 14, 296). [Vgl.aufser den oben angeführten Sagen vom Hieros-garnos noch besonders die Legende vom Bergei-hornax (Kokkygion) in Argolis, wonach sichZeus bei der Hochzeit in einen Kuckuck ver-handelt: Aristot. b. Schol. Thecikr. 15, 64.paus. 2, 36, 2. 2, 17, 4]. Drei Städte sindl hr nach Homer die liebsten: Argos, Sparta Und Mykene (II. 4, 51 f.). Sie fährt mit einemZweigespann, das Hebe ihr anschirrt und dieHoren ihr abschirren (II. 5, 722 ff. 8, 433).Was ihren Charakter betrifft, so wird derselbev [)n Homer , offenbar nicht ohne Ironie, als eifer-süchtig, streng, eigensinnig und zänkisch ge-schildert. Wahrscheinlich ist diese Neigung zuEifersucht (gijhnvxia·, vgl. Luc. Dial. deor.?> 2) und Eigensinn teils aus den menschlichen.Verhältnissen der heroischen Zeit, welche aufZeus und Hera übertragen wurden (man denkea u die Kebsweiber der homerischen Fürsten,Welche oft genug die Eifersucht der recht-[uäfsigen Gemahlinnen herausfordern mochten),jails aus Heras Punktion als Schützerin derEhe zu erklären. Namentlich verfolgt sie dieuicht von ihr geborenen Söhne des Zeus, wieHerakles (II. 14, 250ff. 15, 25. 18 , 119. 19,i^,7~133) und Dionysos (s. d.), sowie derenlütter (vgl. Alkmene, Leto, Semele ). [NachLrutosth. Katast. 44 soll sie freilich (ge-fwungen?) den Herakles, Hermes und andere]u den Olymp aufgenommene Zeussöhne anihrer Brust genährt haben; vgl. Gerhard, etr.^Piegel 126. Arch. Zeit. 1882, 173], Hera ist[Ult ihrem Gemahl oft in Zwiespalt (II. 8, 408);Ja sie verschwört sich sogar einmal gegen ihnu'h] Poseidon und Athene (1, 399); daher zürntud. droht ihr Zeus in solchen Fällen heftig8, 400fF. 417), er schlägt sie (15, 17), undd-Ust hat er sie sogar zur Strafe für die Ver-d° ^es Herakles in dem Äther und in

Wolken aufgehängt, die Hände mit gol-ener Fessel gebunden, und an den Füfsen*wei Ambofse (II. 15, 18ff.). (Nach II. 5, 392ff.g ,Rundete Herakles (bei Pylos ? s. Neleus)bst di e g era an der rechten Brust mitVo lne ? 1 Pfeile). Deshalb erschrickt sie aucher r s Zeus Drohungen und schweigt, wennan z ? 1 i n E Indessen wo sie mit Gewalt nichts255ff> 6 *· 8 e Eraucht sie List (II. 19, 97. 14,Hp u Sagen, welche Ares, Hebe undWe?d lS ^° S °^ ne Zuthun des Zeus geborenfTr l(le:t b lassen, sind sämtlich nachhomerisch5 229 w 927 f · A P<>Uod. 1, 3, 5. Ov. Fast.Tv 9 ff·). Ebenso die Sage von Typhaon oderLeih 061 ! 8 ^ en H. aus Zorn gegen Zeus undStro · ( Rom. hy. in Apoll. Pyth. 127.

die v-? ros im Etym. M. 772, 50), und andere( Va .i Ue «acht der Hera behandelnde Mythens · z · B. Servius Verg. Aen. 1, 394. 9, 584).

Hera (Attrib. Opfer; Litteratur) 2106

Anderweitige Mythen der Hera s. unter Aedon,Aetos, Angelos, Ares (vgl. auch Luc. salt. 21),Antigone, Argos, Athamas, Dionysos , Echo,Endymion, Eurymedon, Galinthias, Gerana,Giganten, Hebe, Hephaistos, Herakles , Hydris,Iason, Ino, Io, Iris, Ixion, Kallisto , Leto,Makris, Medeia, Oinoe, Paris , Pelias, Philok-tetes, Proitiden, Prometheus, Semele , Side,Sphinx, Teiresias, Typhaon, Zeus ; eine reiche

io Sammlung von fieramythen giebt Nonnos ins. Dionysiaka , vgl. die Ausgabe von KochlyVol. 2 S. 430 f. Ein späteres Attribut derHera war der aus Indien nach Hellas (Samos )gebrachte Pfau, von dem man fabelte, er seiaus dem Blut des vieläugigen Argos entstanden(ATkman frgm. 16. Athen . 655 A. Overbeck,Kunstm. 2, 1 Münzt. 1. Imhoof-Blütner, Monn,gr. 300 ff. Ders. in d. Wiener Numismat. Ztschr.16 (1885), Separatabdr. S. 7f. Moschos 2, 58.

20 Nonn. Dion. 12, 72. Schol. Eurip. Phoen. 1123.Ov. Met. 1, 723. Io. Lydus p. 166 B). Aufserdem Pfau ist ihr auch der ννηταίετος (Hesyeh.s. v.), eine Art Reiher , der ταννσίπτερος (Ael.h. a. 12, 4), der πελαργός (Porph. abst. 3, 5)geheiligt. Hinsichtlich der ihr heiligen Pflanzens. ob. S. 2090. Ihr gewöhnliches Opfertier wardie Kuh (Pind. N. 10, 22f. Paus. 5, 16, 2.9, 3, 8. Verg. Geo. 3, 532. Diod. Sard. b.Brunck Anal. 2, 185, 2 (μόσχοι); vgl. Liv. 24, 3:

30 Lucus ibi (b. Kroton) laeta in medio pascuahabuit, ubi omnis generis sacrum Deae pasce-batur pecus sine ullo pastore ). Heilige Kuh-herden auch bei Argos; vgl. Roscher a. a. 0.S. 90 f., wo noch Weiteres _ angeführt ist undS. 2076 (unter Argos). Über die sonstigenAttribute der Hera auf Bildwerken vgl. untenAbschn. VI (S. 2132) u. d. Art. Juno.

Y. Frühere Deutungen und Litteratur.

40 Seit ältester Zeit stehen sich zwei Deutungender Hera schroff gegenüber: nach der einen istsie eine Göttin der Er de, nach der andern eineGöttin der Luft. Erstere Deutung vertrittu. a. Empedokles (IHog. L. 8, 2, 12. Stob. Fel.phys. 1, 77, 22 Mein.), Euripides (fr. 935 N.),Varro (l. I. 5, 65; 67), Plutarch (b. Euseb. pr.ev. 3, 1, 6), aus neuerer Zeit Völcker, Myth. d.lapet. G. 79. Creuzer, Symbol. 3 3, 211. Stuhr ,Religionssyst. d. Hell. 44. Binek, Bei. d. Hell.

50 1 , 108. Georgii in Paulys Bealenc. 4, 541 (derfreilich daneben auch Beziehungen zum Mondenicht verkennt); Hartung , Bei. u. Myth. d. Gr.3, 77 und vor allen Welcher, Götterl. 1, 363.Die Hauptgründe, welche dieser für seine Deu-tung anführt, sind: erstens eine falsche Ety-mologie des Namens Ήρα έ'ρα Erde, zweitensdie Auffassung des Hierosgamos als der Hoch-zeit des Himmels und der Erde (vgl. Duncker,Gesch. d. Alt. 3 5, 135, der die Umarmung des

60 Himmels und der Erde, die in den Gebräuchendes ιερός γάμος hervortrete, eine unarischeVorstellung nennt; s. M. Müller, lect. 2, 429 ff.Muir, Sanscr. Texts 5, 21 ff.). Die Deutung derH. als Göttin der Luft oder Wolken ist nachdem Vorgänge des Platon Cratyl. 404° nament-lich von den Stoikern ausgesprochen worden(Gic. de nat. deor. 2, 26, 66; mehr b. Roschera. a. 0. 98 A. 317). Von den Neueren haben