2107 Hera (in <1. Kunst; anikoniscli)
sie namentlich Friller, gr. Myih* 1, 124. Pott,Etym . Forsch . 1 1, 100. Förster , d. Hochzeit d.Zeus u. d. Hera, Breslau 1867 S. 16. Conze,Heroen- u. Götter gestalten d. gr. Kunst 1 , 9.v. Hahn, Sagwissenschaftl. Stud. 356 ff. zu recht-fertigen versucht. Eine Widerlegung dieser An-sichten s. bei Koscher, Stud. z. vgl. Myth. d.Griechen u. Körner 2, 94ff., der sich namentlichauf die fast vollständige Identität der H. mitIuno und auf die völlige Verschiedenheit vonGöttinnen wie Gaia beruft (s. oben S. 2088).(Gegen die Deutung der Hera als Luft, für diesich so gut wie nichts anführen läfst [vgl.Welcher, Götterl. 1, 378 ff], spricht namentlichauch der Umstand, das bis jetzt bei keinem ver-wandten Volke eine entsprechende Luftgöttinnachgewiesen ist). Der Deutung der Hera alsMondgöttin pflichten bei: Schwenck, etym.-mythol. Andeutungen (1823) 62 f. Kaur, Symboliku. Myth. 2, 1 , 104. Uschold, Vorhalle 1 , 135 f.2, 164. Vater, de Tritone et Euphemo. Kasan 1849. Gerhard, Ges. ak. Abh.H, 526f. Schwartz,Sonne, Mond u. Sterne (Berlin 1864) S. 147.Usencr, Ehein. Mus. 23 (1868), 339. Enmann,Fetersb. Acad. 7, 34, 13 (1886) S. 75. — WennDuncker, Gesch. d. Alt . 6 5, 135 erheblichesemitische Einflüsse, namentlich auch hin-sichtlich des ιερός γάμος, auf den Kultus derHera behauptet, so geht er darin entschiedenviel zu weit, da der ιερός γάμος sich auch beiverwandten Völkern (namentlich den Italikern)nachweisen läfst (s. ob. S. 2088). Aufserdemkann man höchstens für die Herakulte inKorinth und Sparta (Aphrodite-Hera) phöni-zischen Einflufs annehmen. [Roscher.]
VI. Kunstmythologie der Hera .
A. Litterarisch bezeugte Kunstdenkmäler.
§ 1. Anikonische Agalmata.
Wie bei andern Gottheiten geht auch dieEntwickelung der Gestalt der Hera aus voneiner symbolischen Verehrung der Göttin, derenGegenwart in gestaltlosen Gebilden der Naturangenommen wurde. Von diesen anikoni-schen Agalmata, denen nach Paus. 7,22,4von allen Griechen göttliche Verehrung gezolltwurde (vgl. im allgemeinen Ker. d. sächs. Ges.d. W. 1864, S. 121 ff), fehlt im Kulte der Hera die Form der άργο'ι Xiftoi, die der rohen Steine,und von einem Baumkultus haben sich nur ganzgeringe Spuren erhalten. Clemens Alexandr.(Protr. 4 § 46) und Arnobius (adv. gent. 6, 2)erwähnen ein Agalma der kithaironischen Herain Thespiai , in Form eines Baumstumpfes(πρέμνον έκκεηομμένον) oder Zweiges (ramus).Die weitere Stufe dieser anikonischen Agal-mata wird vertreten durch Bilder, welche durchMenschenhand geformt worden sind: durch be-hauene Steine oder aus Baumstämmen gearbei-tete Bretter. Unter den von Pausanias (a. a. 0.)erwähnten viereckigen Steinen ( τετράγωνοιλί&οί) zu Pharai in Achaia, deren jedem derName einer Gottheit beigelegt wurde, ist keinerspeciell bezeichnet, weshalb der Name der Hera hier nur vermutungsweise genannt werden kann,ln Samos , einem Hauptkultorte der Hera, war dasälteste Bild der Göttin in Form eines (bemalten?)
Hera (in d. Kunst; ikon. Agalmata) 2108
Brettes ( aavis ) dargestellt ( Clem. Alex. a. a. 0.;nach Euseb. Fraep. evang. 3, 8 war es eineagoos aavis ; s. Overbeck, K.-M. Hera S. 4).Als ältestes Kultbild von Argos wird ein y-icovfia-AQog genannt, den die Priesterin der argi-visehen Hera, Kallithoe, zuerst mit Binden undQuasten schmückte (Clem. Alex. Strom. 1, 25§ 164). [Ein säulenförmiges Agalma der Hera,geschmückt mit den Attributen der Göttin, er-kennt Overbeck (S. 5) in einem pompejanischenWandgemälde (Helbig No. 776).] — Die Be-hauptung Schliemanns (Mykenae S. 11 ff., vgl·Ilios S. 318 ff.), dafs die in Mykenai gefundenenTerracotta-Idole in Kuhform ebenso wie dieeiner Frau mit zwei Hörnern als Idole der Hera anzusehen seien, ist unhaltbar; die Terracottenin Kuhform haben vielmehr als Opfergaben, diedas reale Kuhopfer vertreten sollen, zu gelten.Über die anikonischen Agalmata der Hera vgl. überhaupt: Förster, Uber die ältesten Hera-bilder. Progr. des Gymn. zu St. Maria Mag-dalena zu Breslau. Breslau 1868.
§ 2. Ikonische Agalmata.
Die fortschreitende Kulturentwickelung unddie erste Regsamkeit auf dem Gebiete bildne-rischen Schaffens gaben bald Veranlassung, dasBild der Gottheit in der Vorstellung, die de»Menschen innewohnte, zu verkörpern: in mensch-licher Gestalt. Wie die Nachrichten der Altenüber die ältesten ikonisclren Agalmatadiese in mythenhafte Zeit zurückweisen, so sinddiese Angaben selbst von zweifelhaftem Werte·Die Notiz bei Pausanias (9, 40, 4), dafs dieArgiver Werke des Daidalos als Weihgeschenkein das Heraion stifteten, läfst nicht mit Not-wendigkeit auf ein Bild der Hera schliefse»Die Herabilder (Sphyrelata?) in Ialysos undKameiros auf Rhodos , die der mythischenKünstlerinnung der T eichin en zugeschriebenwerden ( Diod. 5, 55), tragen die Namen dieserKünstler mit zweifelhaftem Rechte. — Üasälteste Xoanon der (sitzenden) Hera befandsich nach Paus. (2, 17, 5) in Tiryns ; es " ,!l ’aus dem Holze des wilden Birnbaumes ge -fertigt und wurde von Peirasos (der bei Euseb-Praep. evang. 3, 8 unter dem Namen P»» 6zugleich als Meister dieses Bildes genannt wird):dem Sohne des Argos, nach Tiryns ge wem ’nach Zerstörung dieser Stadt aber (01. 7$’ A [von den Argivern in das Heraion zu Argos V ersetzt. Pausanias nennt es ein ayalya ov„Hier erscheint zum ersten Male ein Sch»»der Darstellung der Hera, dem wir in der Folg®zeit noch mehrmals begegnen werden und wches umsomehr Beachtung verdient, je wenig ^die sitzende Stellung bei den Schnitzbild»des ältesten Schlages die gewöhnliche lS(Overbeck S. 7). Über eine vermeintliche^ Nac^
bildung s. u. Neben diesem ältestenrazov) Xoanon nennt Pausanias (a. a. 0.) n< ^ e _ein enl Moros "Hgas ag%aiov als in Argosfindlich (die Angabe des Athenagoras, E ß 0· £ e _Christ. 14, wonach S mili s der Verfertig»wesen sei, verdient keinen Glauben). Voi(a. a. 0. S. 8 ff) versucht seine Existenz j.ältester Zeit zu begründen; s. jedoch Uv&
S. 183, 6. Aufser dem oben genannten an
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