nischen Bilde der Hera in Samos kennen wirdaselbst noch mehrere ikonische Agalmata derGöttin. Problematisch ist das von Paus. 7, 4, 4erwähnte Bild, das nach einer Version von denArgonauten aus Argos mitgebracht worden war.Försters Behauptung, dafs die Sage eine Heraw Argos vor dem Argonautenzuge kenne unddies Agalma an Stelle des mW μακρύς (s. o.)getreten, sowie dafs dies ältere ikonische AgalmaMit dem von den Argonauten nach Samos ver- :setzten identisch sei, ist von Overbeck mit gutenGründen widerlegt worden. Sicher bezeugt istdagegen, dafs das älteste anikonische Kultbildder samischen Hera επί Προκλέονς Άρχοντας(also zur Zeit der ionischen Wanderung) uv-^φαντοειδΐς geworden sei ( Clem. Alex. Protr.f § 46). Von diesem statuenartigen Agalmals t die bekannte, bereits der historischen Zeita agehörige samische Hera des Aigineten Smilis(Paus. 7, 4, 4; Clem. Alex. a. a. 0. § 47) zu unter- i^beiden. (Über die Thätigkeit des Smilis alse (nes Künstlers zwischen der 50. und 60. Olym-piade vgl. Brunn, K.-G. I, S. 28, Overbeck, Gr.
* L P, S. 73 und Urliclis, Über die Anfänge deriBiech. Künstlergesch. 2. Heft S. 19.) Das Bild,bis in späte Zeit erhalten war und durch^ein anderes ersetzt wurde, war nach Kalli-w> achos bei Jiuseb. Praep. evang. III, 8 ein εργονίυ ξοον, im Gegensatz zu der αξοος αανίς, demersten Kultusobjekt. Über die äufsere Erschei- ;nnng giebt wichtigen Aufschlufs Varro beiffctant. Inst. I, 17: „Insulam Samum scribitv I
I, 17: .
arro prius Partheniam nominatam, quod ibi
luno adoleverit ibique etiam Iovi nupserit. Ita-lue nobilissimum et antiquissimum templum eiuses t Sami et simulacrum in habitu nubentis figura-tum et s aera eius anniversaria nuptiarum rithc .debrantur.“ Die Göttin war also dargestelltder Tracht einer Braut, mit Rücksicht aufdie samische Kultuslegende von der Hochzeit 40deB Zeus mit der Hera (s. oben S. 2101). EineVorstellung des Werkes vermittelt uns eineReihe samischer Münzen, sowohl autonomer
Münzt. 1, 8). 1883, S. 283, 2).
Itn-Iw 4er samischen
(nach Overbeck, Kunstm.Vera, Münzt. 1 , 8).
Münze mit der samischenHera (nach Ärch. Zig.
s-ucli solcher aus der Kaiserzeit, welcheletztere wiederum in zwei Typen zerfallen:einen älteren, schlichteren, bei dem der untereleil der Statue (mit dem Schleier) schmal ist, 60•l . e inen jüngeren von mehr breiter Anlage,e i dem im Rücken des Bildes ein Mantel oderchieier herabhängt ( Overbeck , Miinztafel 1,Förster S. 27; D. a. K. 11, 5, 61 b ,lederholt auf Münzen der samischen Kolonie-)nth: Overbeck 10; bei Münzen von anderen' adten z. B. von Apameia und Hypaipa, vonsebeia in Kappadokien ist die Beziehung
zur samischen Hera unsicher; vgl. Arch. Zeitg.1883, S. 294). Die Göttin ist bald allein dar-gestellt, bald mit einer zweiten weiblichenFigur (Nemesis [ Foucart, Mem. s. les coloniesatheniennes au cinquieme et au quatrieme siecle,Acad. des I. et B.-L., Sav. Ftrang., I ro Serie,t. IX, I re partie, p. 389 vermutet darin die inder Inschrift nr. 6 1. 37 bei C. Curtius erwähnteE vuyysMg. Drexler.]), bald mit einem Pfauoder in einem Tempel. Das Bild steht auf-recht, die an dem Körper anliegenden Armesind vom Ellnbogen an nach vorn ausgestrecktund tragen zwei Phialen. Die Kleidung bestehtaus einem langen Chiton poderes, der miteiner Diplois versehen ist; über der Brustkreuzen sich zwei Bänder, auf den Schulternein Überwurf. Auf dem Kopfe trägt sie einenweiten, bauschigen Schleier, der bis auf denBoden herabfällt. Der Aufsatz auf dem Kopfe(Kalathos) ist in der Form und namentlich inder Gröfse verschieden. Die im Besitz von Imhoof -Blumer befindliche samische Münze (Arch. Zeitg.1883, S. 283, 2) zeigt die Göttin ohne Schleier,wie denn überhaupt die Bekleidung des Kult-idols eine verschiedene ist. Diese Mannig-faltigkeit des Kleiderschmuckes kängt mitder Neubekleidung des Xoanon zusammen, dieeinen Teil des Tempelrituals bildet. Inschrift-lich sind die Inventare über den Kleiderschmuckder samischen Hera erhalten aus 01. 108, 3: C.Curtius, Inschriften und Studien zur Gesch. vonSamos, Progr. von Lübeck 1877, S. 9 ff., N.Rhein. Mus. 1874, S. 159 ff, Mittheil, des athen .Inst. 7, 367ff. [ Foucart a. a. 0. p. 387—390J.Die früher für Stützen der beiden Vorderarmegehaltenen „Perlstäbe“ sind nichts anderes alsherabhängende, bisweilen konvergierende, teil-weise aber den Boden gar nicht berührendeBinden, dte am untern Ende mit einer Quastebeschwert sind (Arch. Zeitg. a. a. 0. S. 284).— In dem Tempel der Hera in Olympia saliPausanias (5, 17, 1) neben einem behelmtenZeus ein altertümliches Bild („sgya äirld“) derHera auf einem Thron sitzend. Material undKünstler lassen sich nicht ermitteln (Robert,Arch. Märchen S. 113; Sauer, A. d. Gruppe 10 f.).Xoanon der Aphrodite-Hera in Sparta : Paus. 3,13, 8; alte Schnitzbilder der Hera, des Apollon und der Musen vor dem Eingänge des Tempelsder „grofsen Göttinnen“ in Megalopolis: Paus.8, 31, 5. Über zwei weitere Agalmata, eines mitdem Attribute einer ehernen Schere, angeblich inArgos, ein zweites in dem Hieron der Hera inKoroneia, von der Hand des sonst nicht näherbekannten Künstlers Pvthodorp a von Thebens. u. § 11. [Die Nachbildungen von Heraidolenin unteritalischen Vasengemälden (z. B.Neapel 1760, 2912, 3219; vgl. Overbeck S. 18)können nur als ganz allgemeine Reminiscenzenan wirkliche Idole gelten; zu weit führen dürftees, wenn man in dem Idole der CoghilPschenIovase (Overbeck, Atlas zur griech. Kunstmyth.Taf. 7, D. a. K. II, 3, 37) eine wenn auchin ihrer Treue nicht verbürgte Nachbildungdes von Pausanias (s. o.) bezeugten, alten, aufeiner Säule stehenden Agalma der Göttin inArgos erkennen wollte. Das Idol der HeraEileitbyia in dem Bilde der Berliner Iovase