Band 
Erster Band, zweite Abteilung. Euxistratos - Hysiris.
Seite
2441-2442
JPEG-Download
 

2441

Heros (Etymologie v. ήρως)

Heros (Bedeutg. in Ilias u. Odyssee) 2442

Heros (ijpog).

I. Das Wort ηρως.

Uber Lautverhältnisse und Flexion®r Wörter ήρως, ήρωΐς, ήρώϊααα, ήρωΐνη vgl.alirens, de Graec. ling. diatt. 2, 241 f.; Ebel,J \uhns Ztschr. 3 (1854), 136; Lobeck, pathol.3fu aec · Serm elem 2 > 48 i .12°; 122; 299; 303;' b 4; Üsener, Bh. Mus. 29 (1874), 47; Vanicele,ym. iVb. ggj. ßrugmann, Curtius Stud. 4, io. V -Ueo Meyer, Bezzenbergers Beitr. 2, 257 f.

ΪΪΚ V ^' ® r ' 2 > H6; Mex/er, gr. Gr* 45; 326.be r ηρωίνη s. Misteli, K. Z. 19 (1870), 122.

Ltynjologie. Das Wort ήρως hat in alter** neuerer Zeit mannigfache AbleitungenMahren. Plato , Cmtyl. 398 C u. D, bringt esb' a 9 s 0< ^ ΘΓ έρωταν und εΐ'ρειν in Ver-ödung, Spätere mit ερα (Erde ), αήρ, αρετήG a · ( Eust. Z. II. 1, p. 17; E. Μ. V. ήρως;VeT^r^ Y ' Serv. z. Verg. Ecl. 4, 35; 20

sl Ukert, über (Dämonen, Heroen und Genien,a > ^· d- Ii. sächs. Ges. d. Wiss. 2 (1850), 172,

*· Bei denselben Ableitungen bliebenr, er den Neueren stehen: Grotefend, Hall.

^ cyclop., Sect. 2, 6, 411 ff. (ήρως V. αίρω< 2 ^ e ' α θΐτή,^αριστ°ς), Hüderlein, Homer. Glossar.

, (l αήρ; ήρωες s. v. a.Luftgeister),'Ucker , gr. G. 3, 237; 1, 363 u. Her-* an n-Stark, gottesd. Altert. § 16, 7 (ήρ. v.p γηγενής, χ&όνιος; widerlegt von G. 309 r · EtymI 119 f.). Pape u. a. Wbb.a br 8leichen lat. herus, dt. Herr; ähnlich stelltZ11 0b Hofer, zur Lautlehre 236, Anm. 92 ήρωςde r 9 ura < herus, mh. her, nh. hehr. In-2 8 önd schon J. Grimm, deutsche Myth. 316 dieH 8atQ menstellungen ήρως, "Ηρα , herus, αρετήe ' a · nicht unbedenklich; entschiedenen Ein-y e lae h erhob G. Curtius a. a. 0. Von den8e , r tnetern der vergleichenden Sprachwissen-j; · nahmen die meisten ein ursprüngliches 40ir/? Anlaut des Wortes an (zweifelnd jedochdie ® (1856), 287). Man führte es aufstellt Z ' var i) wa hren,wehren zurück undj( te es zu skr. viras, lat. vir; siehe Corssen,

2 (1853), 2; Christ, Grundz. d. gr. Lautl.

C »d, vgl- Wb. 3 1, 232; Vanicek, a. a. 0.,der a a ' -^ s e * ne FüHioipialform

Wz. svar (glänzen) fafste es Schweizer ,an j ;'2 (1853), 72 auf. Die Annahme einest ei . au t e nden f hat jedoch Leo Meyer, Bezzen- 50ihdp S Ηβίίί·. 2, 255 als eine irrige erwiesen;tüu ο^λ er Helfach adjektivische Gel-

jj® des Wortes bei Homer betont, glaubt er»sta^lTT mit altind. sära-vantfest,

dies · vergleichen zu müssen. Zur Stützeöolo 1 'jedenfalls lautlich voll begründeten Ety-Q- ra 8> le und zum Beweise, dafs auch bei altenIj^^^ntikern das Gefühl für die adjektivischedie Pi C ^ es Wortes noch lebendig war, hätteQo s tosse des Hesych v. ήρως- δυνατός, Ιβχν~ 60n eil Ύρνναΐος, σεμνός angeführt werden kön-L e Wenig förderten die Etymologie Göbel,

Zu z. Homer u. d. Homcriden 2, 462 (ήρ,

L eic · z · hauchen, schwingen) und Ebeling,Q( ör COw Homericum s. v. (ήρ. zu skr. viras).

Sp. oaq 6 Beachtung dagegen verdient die obendaf 8 ^ ausgesprochene Vermutung,

'/ηως wie Ηρακλής auf Wz. sar, sarv, lat.

servare, zend har(v)schützen zurückgehe;nur mufs man bei dieser Etymologie jedenfallsdaran festbalten, dafs die schützende Thätig-lceit des ygcos ursprünglich in seiner Eigen-schaft als Kriegsheld zum Ausdruck kam,nicht aber in der erst sekundären Eigenschafteines übermenschlichen Kultwesens.

Bedeutung und Gebrauch des Wortessind ebensowenig sicher festgestellt wie dieEtymologie. Über den homerischen Gebrauch(Sammlung der Belegstellen b. Anonym. Phi-lological Museum 2, Cambr. 1833, 72 fl'., sowiebei Göbel und Ebeling u. d. W. pqcos) sinduns aus dem Altertum zwei entgegenstehendeAnsichten überliefert. Während Istros behaup-tete, nur die Fürsten seien r'jQmsg genannt(ebenso Aristoteles , problem. 19, 48), war Ari-starch der Ansicht, dafs diese Bezeichnungallen Personen der damaligen Zeit zukäme(schol. B 110; M 165; O 230; N 629; T 34;Apollon , lex. Hom. u. Hesych. v. pqcocov ; vgl.Lehrs, de Aristarchi stud. Hom. s 101).

Eine genauere Betrachtung der Stellen zeigt,dafs der Sprachgebrauch in der Odyssee einetwas anderer ist als in der Ilias . Die An-sicht des englischen Anonymus (a. a. 0. 79 ff'.),G. W. Nitzschs (erkl. Anm. z. Od. 3, 165)und J. Grimms (a. a. 0.), dafs ygms beiHomerKämpfer bedeute, ist, auf die Ilias beschränkt, zutreffend. Denn hier werden inder That nur Krieger als ygwes bezeichnet,niemals aber Männer, die dem Kriegswesenfern stehen, wie Priamos , Anchises, Peleus,Phoinix, Kalchas; nicht selten finden sich dieZusätze &£QcercovTsgAgrjos (Bl 10; Z67; O 733;T 78), o£og'Aqt]os (Sl 474),AqffCog (B 708),die in der Odyssee fehlen. Stets wird es inehrendem Sinne gebraucht (vgl. unserHeld),und zwar, wie zu erwarten, vorzugsweise vonden Fürsten ; jedoch bezeichnet es diese nichtausschließlich, vielmehr wird wiederholt dieGesamtheit der streitbaren Männer so benannt(B 110; E 748 [= © 390]; Z 67; O 230; 261;702; 733; T 34; 41; 78; T 326).

Anders in der Odyssee. Hier tritt dieBedeutungKriegsheld so sehr zurück, dafsdieselbe nur a 100, co 68 und vielleicht a 423mit Notwendigkeit festzuhalten sein wird. Imübrigen ist es ein Titel, mit dem einerseitswürdige Greise wie Laertes (a 189; ß 99; r 44;% 185; a> 134), Aigyptios (ß 15), Halitherses(ß 157; co 451), Echeneos (n 155; l 342), De-modokos (ff 483) geehrt werden, der aber vorallen den Königen und Königssöhnen (Odys-seus, Menelaos , Alkinoos, Phaidimos, Pheidon,Eurypylos, Telemachos, Peisistratos) zukommt.Selbst mit der Verbindung avÖQSg ygcoeg schei-nen in der Odyssee nur Fürsten (aufser a 100,wo jedoch Abhängigkeit von n 140 ff. deut-lich ist) gemeint zu sein; vgl. $ 268; £ 97;co 25 und besonders Vers 88.

Wenn auch diese verallgemeinerte Bedeu-tung sich nur für die Odyssee nachweisen läfst,so ist sie doch gewifs keineswegs auf diesebeschränkt gewesen und etwa nur aus demfriedlicheren Charakter der Dichtung zu er-klären. Die odysseische Bedeutung ist viel-mehr die Übergangsstufe zu der sich bald, ent-