Band 
Erster Band, zweite Abteilung. Euxistratos - Hysiris.
Seite
2445-2446
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^445 Heros (in sakraler Bedeutg.)

Dilthey ( Arch. Ztg. 31 (1873), Anm. 3) erkenntdarineinen sakralen Ausdruck für Götter-Paarung. Ähnlich wie '/.όρη wird aucli etao-fi»o s Kultname, nickt nur als Beiname dergtnena und der Artemis , sondern auck alsezeicknung mekrerer Heroinen, wie der Erech-aeustöckter, der Skedasostöchter u. a. (s. Pape. · 4. W. Παρ&ένος). Ein Seitenstück zu ηρως151 femininen Sinne kaben wir endlick in ννμ,φη, mit, dem Unterschiede, dafs die sakralenwendung dieses Wortes bereits im Epos®*?getreten ist (eine andere Auffassung ver-66 f )"^ e ° ^ e y er Bern . z. alt. Gesch. d. gr. Myth.

Es ergiebt sich aus diesen Beispielen, diemschwer vermehrt werden könnten*), dafs8 e ^isse Ausdrücke für Rang und Altersstufenv,' Lobeck, Agl. 2, 1099 und die Bemerkungen« ftwänglers a. a. 0. 19), namentlich solche,! e der edleren Sprache des Epos angehörten,j 18 Bezeichnungen von Kultwesen im Laufee * Zeit eine neue Geltung fanden. Diese Er-lernung hat ihren Grund in der auck in an-ßren Religionen hervortretenden Scheu, denSittlichen Namen auszusprechen. Es mag ge-a ugen, auf den Gebrauch vonHerr und» ungf'rau in der christlichen Religion hin-Uweiaen. Die angeführten griechischen Kult-(Onen weisen jedoch eine Besonderheit auf,le wir einstweilen verzeichnen wollen, ohneeitere Schlüsse daraus zu ziehen. Es sindumlich ganz vorwiegend Heroen und chtho-, ls che Gottheiten, die mit jenen Namen be-le §t werden.

-Der Bedeutungswechsel des Wortes ηρω g, t Unleugbar ganz verwandter Art. Man wird^her nicht daran denken können, die Bera-tung dieses Wortes von den übrigen Beispielenj.. trennen und etwa die sakrale Bedeutungc r a lt und ursprünglich zu kalten. Auch darinj: et Übereinstimmung statt, dafs ebenfallsauf Kultwesen chthonischer Natur über-langen i s t.

II· Zur Entstehungsgeschichte desHeroenglaubens.

W >n man versucht, den verschiedenend e e 8® n aachzugehen, auf welchen die Gestaltensiet ^Ή 1118 und der Religion der Griechenihr ^eHildet haben, so treten vor allen zwei,\\r Richtung nach einander entgegengesetzteSeh? 6 ^ er Entwickelung hervor. Der einea t vom Gotte abwärts zum Menschen, derAivM 6 au Iwärts vom Menschen zum Gotte.de r jj ^itte jedes dieser beiden Wege steht

ste ^ e . Heroen der Griechen haben ihre Exi-jj e nz in der Sage und im Kultus. Alles e ji oen gehören der Sage an, während anderer-er 8 u e ^ ne8we ? s 4ie Sage zugleich den Kultail es Heros bedingt. Vielmehr ist es als sicherbe r pu e ' 3 ? le:n ) dafs die meisten Heroengestaltenr Qa lts in der Sage ausgebildet waren, ehedaran dachte, sie in den Kult aufzunehmen.11 der Sage sowohl wie im Kultus können

SV *, u ^ Über die Heroine Kyrene (d. i. κυρία) vgl. Studniczka,**** archäol. Ges. Nov. 1887 (a. Wochenschrift f.

' ihil - 4, 1522 f.).

Heros (Entwickelg. d. Heroenglaubens) 2446

wir jenen zweifachen Weg des Werdens be-obachten. Um mit der Heroensage zu be-ginnen, so hat hier der vom Menschen auf-wärts führende Weg seinen Ausgangspunkt inder Überlieferung historischer Thaten und Vor-gänge, welche zuerst vom Volksmunde weiter-erzählt, dann in kunstmäfsiger Weise durchden Heldengesang vorgetragen werden. Aberweder die naive Volkstradition noch die Kunstder Rhapsoden verfährt dabei mit historischerKritik, ln dem Bestreben, eine möglichstgrofse Reichhaltigkeit zu erzielen, nutzt manjede Quelle, welche diesem Zwecke dienenkann, aus. Besonders greift man zu dem nahe-liegenden Material der Göttermythen und über-trägt bald das ganze Schema des Mythus , baldeinzelne Momente desselben auf die mensch-lichen Begebenheiten (vgl. 0. Müller, Pro-legomena 63 u. 67 ff.). Diese werden dadurchhinausgehoben aus dem Bereich des Alltäg-lichen und Irdischen, und so schafft die dich-tende Phantasie durch innige Verschmelzungdes Historischen und Mythischen ein neuesGebilde: die Heldensage. Dem Volksglaubenbleibt hierbei der Sagenheld immer noch einehistorische Person (vgl. z. B. Time. 1 , 9, 1), undweder der Name noch der Kult des jeweiligenGottes, dessen Mythus verwertet worden ist,wird mit diesem zugleich übernommen.

Zweitens konnte der Göttermythus das Pri-märe sein. Namentlich wenn der Mythus aufser-halb seiner eigentlichen Heimat weitererzähltwurde, geschah es leicht, dafs der Gott seineursprüngliche Bedeutung einbüfste und immermehr menschliche Natur annahm, bis er zuletztzum Heros herabsank. Dasselbe konnte sichaber auch an dem Orte ereignen, wo der Gottverehrt wurde, wenn durch irgendwelche Ein-flüsse, wie z. B. durch das Platzgreifen neuerreligiöser Anschauungen und Gestalten, Zweifelan seiner göttlichen Würde hervorgerufenwurden. In solchen Fällen wurde der Namedes Gottes in der verminderten Geltung bei-behalten, und auch der Kultus konnte fort-bestehen. Häufiger allerdings kam derselbevöllig in Abnahme, so dafs schliefslich derehemalige Gott zu einem ganz menschlich ge-dachten Helden der Sage wurde, der in denHeroensagenkreis eingereiht werden konnte.

Sowohl diese Übernahme von Mythen in dieHeldensage als auch die Aufnahme mensch-licher und sagenhafter Motive in den Götter-mythus vollzog sich um so leichter, als diemeisten Göttermythen durch einen ähnlichenProzefs, nämlich durch die Auffassung vonNaturvorgängen unter dem Bilde menschlicherHandlungen, erwachsen waren. Besonders warin zahlreichen alten Mythen das Motiv einesKampfes enthalten (s. Müller, Prolegg. 277 f.).Dieses bildete aber ebenfalls den Kern dermeisten Heldensagen, ohne Zweifel deshalb,weil dem kriegerischen Sinn der alten Griecheneben Kampfschilderungen das höchste Interesseboten. Nichts lag nun näher, als die mythischenKämpfe mit den menschlichen zu vermischen,und so ist es gekommen, dafs in den zahl-reichen und verschiedenartigen Kampfberichtender Heroensage vielfach sich die alten Gegen-

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