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Sätze der Götterwelt zwischen Licht und Finster-nis, Himmel und Unterwelt, Leben und Tod,Kultur und Roheit widerspiegeln. Der Herosbekämpft die Mächte der Finsternis, der Unter-welt, des Todes, er besiegt Ungeheuer undschädliche Riesen. Auf diese Weise denken wiruns mehrere Kämpfe des Herakles, Perseus ,Iason , Kadmos und anderer Heroen entstan-den. Vermehrt wurden die' Heroenkämpfe nunnoch dadurch, dafs die nationalen Gegensätze 10zweier Nachbarvölker ihren mythologischenAusdruck in sagenhaften Kämpfen ihrer Landes-heroen fanden, sowie durch die Auffassung desEindringens neuer Kulte unter dem Bilde desKampfes. So wurde also die wesentlichste undursprünglichste Seite der Heroen ganz zutreffendbezeichnet durch den Namen ij'gcasg, welcher,wie wir gesehen haben, in seiner frühestenAnwendung „Kriegshelden“ bedeutete. Indessind mit den Kampfsagen die der Heroensage 20eigenen Motive keineswegs erschöpft. Vielmehrwar jede Unternehmung, jeder Vorgang imMenschenleben, der die Aufmerksamkeit fesselteund weiterer Mitteilung wert schien, geeignet,in erhöhter Potenz auf die Helden der Vorzeitübertragen zu werden. So wurden abenteuer-liche Züge zu Wasser und zu Lande, Frauen-raub, Jagd, Wettspiele, ja selbst Festfeier undGelage beliebte Themata der Heroensage. —Über die Geschichte der griechischen Helden- 30sage vgl. besonders: 0. Müller, „Prolegomena“,„Orehomenos“, „Dorier“; G. W. Nitzsch , dieHeldensage der Griechen nach ihrer nationalenGeltung, Kieler philol. Studd. 1841, 377 ff. undBeiträge z. Gesch. d. epischen Poesie d. Griechen;
II. D. Müller, Mythol. d. gr. Stämme; Bern -hardy, Grundr. d. griech. Litt. 2, 1, 22 ff.
Wenn wir uns nach diesen absichtlichskizzenhaft gehaltenen Umrissen der Ent-stehungsgeschichte der Heroensage nunmehr 40zur Entstehung des Heroenkultus wenden,so werden wir den ersten Spuren desselbenunabhängig vom Heroennamen nachzugehenhaben. Denn wir haben gesehen, dafs die Be-zeichnung pgcos erst in späterer Zeit sakralenSinn erhielt.
Der Boden, auf welchem der Heroenkulterwuchs, war ein allgemeines religiöses Ver-langennachhülfreichen Wesen, die denMenschennäher ständen als die himmlischen Götter, 50welche um so ferner schienen, je mehr ihreOffenbarung in den Naturvorgängen vergessenwurde. Bei den Ioniern scheint diesem Ver-langen dadurch Genüge geschehen zu sein, dafsdie olympischen Götter selbst in die Menschen-welt herabgezogen wurden. Wenigstens be-thätigen sich die Götter in der Ilias und inder Odyssee in ganz derselben Weise, wie esspäter von den Heroen geglaubt wurde: dieGötter erscheinen hülfreich in der Schlacht, 60sie begeben sich zu den Opfermahlzeiten derMenschen, sind schützende Geleiter bei gefahr-vollen Unternehmungen u. s. w. (s. Stark,Epochen der griech. Religionsgesehichte, Verh.d. 20. Philologenvers. zu Frankf. a. M. 1863,63). Bei den nichtionischen Völkern schlugdie Religionsentwickelung einen anderen Wegein. Hier entstanden neue Kultwesen, welche
kraft ihrer halbmenschlichen Natur geeig 00 * 1waren, dem Bedürfnis nach nahestehendenhöheren Mächten zu genügen, und zwar ent-standen dieselben auf einem dem Ursprungder Heroensage — wie wir ihn eben g e "zeichnet haben — ganz analogen Wege. Dennes war einerseits gesunkener Götterkult, anderer-seits gesteigerter Totenkult, welche da, w 0 816zusammentrafen, Heroenkultus hervorriefen·Hierbei mufs ausdrücklich bemerkt werden,dafs die einseitige Steigerung eines Totenkult 0Szum Heroenkult, d. h. die Anbetung von ver-storbenen Menschen als Heroen, erst Verhältnis-mäfsig spät aufkam, jedenfalls später als cliAufnahme von Sagenheroen in den Kultus.
Mit dem Sinken eines Götterkulte sging, wie bereits erwähnt, häufig das Eindringenvon Motiven der Heldensage in den Myth° 9Hand in Hand. Hierdurch konnte der Kult ent-weder mit neuem Leben erfüllt werden — U11
dann wurde er zum Heroenkult — oder 6 *konnte sich ganz verlieren, so dafs der G°"nur in der Gestalt eines Sagenheros erhaltenblieb. Alte Götterkulte, die auf dem Wege zu 10Heroentum gewissermafsen stehen gebliebensind, lernen wir in Amphiaraos und Troph 0 'nios kennen ( Preller, Dem.u. Pers. 172,3). Ein 6 ®zwischen Gott und Heros schwankenden Cha-rakter zeigen ferner K ly men os und Chthou 1 ®in Hermione, die Kinder des Phoroneus. t>isollen die Stifter des Heiligtums der Demeter ge-wesen sein. Aber auch die Göttin hiefs Chthon J ‘und X&ovia war der Name des ihr gefeiert 6 ®Festes. Dem Demetertempel gegenüber lag ° e !des Klymenos, in welchem Pausanias mit Rechden König der Unterwelt erkannte (Paus. 2, ®
3 ff., vgl. Wide, de sacris Troezeniorum,onensium, Epidauriorum , Upsal. 1888, 4884Ähnlich ist auch Eubuleus (Eübulos) zugl elCeleusinischer Heros und Name des Hades (s. ob 6u. d, W. Eub. Hinzuzufügen: Preller, Arch.
19 (1861), 166; Foucart, Bull. d. corr. hf'7, 404; Kaibel, Hermes 22 (1887), 151 f. Ff 1 'wängler in d. Sitzung der Berl. archäol. ·Juli 1887 ( Wochenschr. für klass. Phil. 4,und Februar 1888 ( Wochenschr . 5, 346); H 611 ®dorf, Anz. d. Wiener Akad. 1887 nr. 25; Heyfmann, Marmorkopf Bicardi, Halle 1888).*)ist es bekannt, dafs die Hellenen häufignamen der Götter gebrauchten ohne Nenn 00 ®des eigentlichen Namens. Schon bei Hoi° 6finden sich Ansätze hierzu, wenn z. B. Ap°h®,nur als ’AQyvgözo^og (A 37 = 451; E 517; <P 2» ’& 56), Hermes als ’Eqiovvios (& 360; 440) bzeichnet wird. Weitere Belege für diese Gewoh®heit bieten unter anderem zahlreiche MünzahSchriften (s. Frankel, Arch. Ztg. 37 U 8 ‘ ’’29 f.). Trat der Fall ein, dafs der Bein®®sich von dem Eigennamen in der Weise M s jdafs man in dem ersteren die Bezeichn 0 ®®
eines selbständigen Wesens sah, so warder Sage eine ergiebige Grundlage gegeben
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*) In der Sitzg. d. Berl. archäol. Ges. Juni l® 0 . g
Wochenschr . /. klass. Phil. 5, 938) hat 0. Kern den iNach 1 ^^zu führen unternommen, dafs Eubuleus ursprünglich ® jHades, sondern Zeug fiouXaiog sei; erst in späterer ^ el ^er mit Hades identificiert worden, zum Heros habe ih° ^lieh ein orphisches Gedicht aus sehr später Zeit geßtcnip