2449 Heros (Entwickelg. d. Kultus)
Bildeoder
ong eines Heros, der einesteils in mehrweniger enger Beziehung zum Gotte
1)1 ü, "="-igci· enger r _
/eiben,andererseits aber zugleich völlig menschuch gedacht und in den lokalen Sagenkreis^«genommen werden konnte. Die eben ge-kannten Beispiele zeigen aufs deutlichste diesen^ntstehungsprozefs. Klymenos ist ein euphe-mistischer Beiname des Unterweltsherrschers,Und ebenso waren Trophonios und Amphia-laos ursprünglich Beinamen des chthonischen8 J)s (vgl. v. Wilamowitz , Hermes 21 (1886),Jm, 2). Dafs in ähnlicher Weise zahlreicheamen von Kultheroen auf ursprünglicheotterbeinamen zurückzuführen sind, hat manangst ^ gesehen. Am bekanntesten ist Zins^Vxgefivcov, der nach Staphylos aus Nau-'■»aWs b. Clem. Al. protr. p. 32 Pott. (vgl.Mhenag. i ; Lycophr. 335; 1123; 1369; Eustath.o H 168, 10; s. Furtwängler oben Sp. 96) inparta verehrt sein soll. Gewifs ist in diesererbindung mehr als ein Ausdruck der höch-sten heroischen Ehren (Preller-Plew 2, 455 u.i/nm. 3 ; vgl. 361 f. Anm. 3) und mehr als eine^lols poetische Bezeichnung ( Welcher gr. G.“> 183) zu erkennen. Gerade die verwandtenUsdrücke Z svg Aggnuguog und Z. TgocpniviosP? etL es nahe, auch in Z svg ’Ayccysjivcov einentea Gott zu sehen, dessen Beiname früh denauptnamen überwand, zum Eigennamen desachtigen Königs wurde und seinen Weg injy S Heldenlied fand (s. Boeckh z. C. I. 1, p. 658).j le Behauptung Metrodors, dafs Agamemnon , 6r Äther sei, sowie der Umstand, dafs Äschy-j?. 8 in den Choephoren und Sophokles in derlektra den Agamemnonkult wenigstens fürfünfte Jahrhundert bezeugen, dürften aucht, r Biese Annahme in die Wagschale fallen.j>ndlich ist es bedeutsam, dafs Staphylos jenen, ült für Sparta, nicht für Mykene oder ArgosDenn auch nach Pindar Pyth. 9, 31j* ■A Agamemnon sowohl wie Kassandra
ü Amyklai gestorben, und nach Stesichoroso Simonides war in Lakonien sein Herrscher-o tz ( Schol. Hu. Or. 46, Bergk P. L. G. 3, 986;s es ’ -BV- 39; Müller, Dorier 1, 94). Auch Kas-aur ra wurde in Amyklai (Paus. 3, 19, 5) und2 g ls ® r Bem im lakonischen Leuktron (Paus. 3,g . i 3 ) verehrt. An beiden Orten kannte manzu gleich unter dem Namen Alexandra, undStift* 80 Reifst sie in der Inschrift eines ihr ge-v p® te n Votivreliefs aus dem 1. oder 2. Jahrh.l'hr., welches in Amyklai gefunden wurdehohe, Mitt. d. ath. Inst. 3 (1878), 164 ff.).V Hecht sieht Loeschcke unter Hinweis aufder'Vi^“’^? 0 ? b. Schol. Pind. Nern. 9, 30 inKas eXa, nd ra e i ne Göttin, die nachträglich mitail 5 ai )dra identificiert wurde. ’AXs^ccvSqk wird»ain ln Amyklai und Leuktron nur der Bei-tba 6 C * e . r ästigen Göttin gewesen sein. Als86 , d at iüng, in ihr die Heroine Kassandra zusteft’ mufste man sich zu der Annahme ver-( v l® 0 ) dafs diese zwei Namen gehabt habeRu ' ifJ co phr. und Luc. Lex. 25; Hesych. s. v.juq?®·)· Ich sehe keinen Grund, mit v. Wüa-diese ft? 0 *· Unt 166 > 18 ) zu glauben, dafss taD Übertragung nicht an Ort und Stelle»„e rfunden habe. Die Leier, welche die an-te te Prauengestalt in dem Relief bilde führt,
Heros (Entwickelg. d. Kultus) 2450
entspricht wohl der Apollopriesterin, nicht aberder wehrenden Göttin. — AVeitere Beispielefür die Entstehung von Heroen aus Götter-beinamen gewähren Poseidon-Erechtheus(Preller-Robert 1 , 203 f., Anm. 2), ferner Aglau-ros und Pandrosos, die aus Beinamen derAthena (ebd. 201, Anm.), Kallisto (ebd. 304f.vgl. Curtius, Sitzungsber. d. Berl. Akacl. 1887,1171 f.), Diktynna (Preller-Robert a. a. O. 317),io I p h i g en e i a (ebda. 314; vgl. v. Wilamowitz , Her-mes 18 (1883), 256), die aus Beinamen der Artemisentstanden sind. Man wird gegen diese Auf-fassung nicht einwenden dürfen, dafs alle dieseHeroen und Heroinen ebensogut ursprünglichselbständige Gottheiten gewesen sein können,die ihrem Wesen nach den Göttern, welchensie zugesellt wurden, verwandt waren. Denndie in Betracht kommenden Heroennamen sindfast ohne Ausnahme ihrer Bildung nach durch-20 sichtig, und man darf wohl hier wie auchsonst von dem Grundsatz ausgehen: je durch-sichtiger die Etymologie eines Namens ist, umso jünger ist in der Regel derselbe. Und jeneHeroennamen sind, ebenso wie ’Agyvgoro^og und’Egiovviog, offenbar Bezeichnungen der Eigen-schaften der Götter, deren Eigennamen sie alsehrende Epitheta beigefügt wurden. Vgl. noch0. Müller, Aeginetic. 31 u.Anm.s; Prolegg. 271ff.Schwenck, Rh. Mus. 6, 287; Boecleh, expl. Pind.30 164 und Encyklop. 538; Hermann-Stark, gottesd.Altert. § 16, 5. Die äufserste Durchführung desEntwickelungsganges vom Gotte zum Herosund schliefslich bis auf eine völlig menschlichgedachte und anscheinend historische Personhaben wir in Lykurgos . Geizer (Rh. Mus. 28,1 ff. bes. 38 ff.) glaubte in diesem Namen diehieratische Bezeichnung eines apollinischenPriesteramts zu erkennen. Indes wird ohneZweifel mit v. Wilamowitz (hom. Unt. 270 ff.40 2 85) anzunehmen sein, dafs der spartanischeLykurgos ebensowohl wie andere Heroengleichen Namens auf Zeus Lykaios zurückzu-führen ist. Ähnlich wird man urteilen müssenüber den lokrischen Gesetzgeber Zaleukos ,der wie Lykurg als Gott verehrt wurde (Giern.Al. str. 1 p. 352), und der nach Timäush. Cicerolegg. 2, 6, 15; ad Att. 6, 1, 18 überhaupt nie-mals gelebt haben soll.
Dem Zuge nach Vermenschlichung kamen50 vorzugsweise die chthonischen Gottheitenentgegen. Denn derselbe Schofs der Erde, inwelchem diese hausen, hält die Menschen derVorzeit umfafst. Chthonischen Charakter er-hielt auch der Kultus der Heroen, da er folge-recht nur als gesteigerter Totenkult auf-gefafst werden konnte. Man kam leicht dazu,nach den Gräbern der Heroen zu suchen, undfand sie, sei es in den Stätten ihrer Verehrungoder in alten Gräbern,_ deren wahre Inhaber ver-60 gessen waren oder einer vergangenen Kultur-periode angehörten. So glaubte man in Athen ,Erechtheus sei im Erechtheion begraben, und zuTrikolonoi in Arkadien sah man in einem mitBäumen bepflanzten Hügel, auf dessen Höhe dasHeiligtum der Artemis Kalliste stand, das Grabder Kallisto ( Paus . 8, 35, 7; Preller-Robert 1 ,304, 2). Wenn somit den neuen Kultwesen eineähnliche Pflege gewidmet werden mufste, wie sie