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den übrigen unter der Erde weilenden Totenzu teil wurde, so fragen wir: in welchem Ent-wickelungsstadium befand sieb zur Zeit jenerWandlungen der Totenkult? Wir sind nicht im-stande, mit historischen Belegen hierauf zu ant-worten, wir können nur Rückschlüsse aus denGebräuchen späterer Zeit machen. Genau be-trachtet ist nun ein Totenopfer seinem Wesenund seiner Form nach nur eine Wiederholungder bei der Bestattung, mag sie Beerdigung oderVerbrennung sein, dargebrachten Totengaben( Kitzsch, erkl. Anm. z. Hom. Od. 3,170; Teuffelin Paulys Bealencyklop. 4, 165). EinmaligePflege des Toten bei der Bestattung durchMitgabe von Speise und Trank, Tötung vonSklaven und Pferden ist ohne Zweifel uraltund reicht noch über die gräco-italischePeriode hinaus, aber damit ist eine Verehrungder Toten als höhere Wesen durch Gebete undOpfer keineswegs zugleich gegeben. Es istvielmehr ganz natürlich, dafs der Toten- undAhnenkultus nicht zur Entwickelung kommenkonnte, solange die Völker noch in Bewegungwaren. Erst nach den Wanderungen, als manfeste Wohnsitze für die Lebenden und Familien-gräber für die Dahingeschiedenen gewonnenhatte, konnten sich Familientraditionen undGeschlechtersagen an die Gräber der Vorfahrenund an andere Örtlichkeiten knüpfen, erst dannkonnte ein wirklicher Kult der Toten undAhnen entstehen. Fragt man aber, was denneigentlich den direkten Anstofs gegeben habe,dafs aus der Pflege der Toten eine Verehrungwurde, so ist es mir nicht zweifelhaft, dafs diesernicht zum wenigsten in dem geschilderten Über-gang gesunkener Götter in die Kategorie vonHalbgöttern zu suchen ist. Die neu entstandenenKultheroen, die als Stammväter oder hervor-ragende Mitglieder der Geschlechter angesehenwurden, verehrte man als solche weiter, undnach ihrem Vorgang mufsten auch andereSagenheroen derselben Ehre würdig erscheinen.Es war nur eine notwendige Folge, wenn nundie schuldige Pflege der Verstorbenen zur Ver-ehrung wurde, denn dem Glauben der Hellenenwaren die sagenhaften Ahnen ebensogut realeMenschen wie die wirklich in der Erde ruhendenVorfahren. Die neuerdings mehrfach geäufserteAnsicht, dafs für die älteste griechische Zeitund für alle griechischen Stämme ein reichentwickelter Toten- und Ahncnkultus voraus-zusetzen sei, mufs ihre Zuflucht zu aprio-ristischen Schlüssen oder Analogiebeweisen ausder allgemeinen Ethnologie nehmen (vgl. dieKritik dieser Theorie bei Gruppe, die griech.Kulte u. Mythen in ihren Beziehungen z. d.Orient. Beligionen 1, 238 ff.).
Die Übernahme eines Sagenheros in denGötterkult wird in weitaus den meisten Fällenkein besonderer Akt gewesen und auch in derTradition nicht haften geblieben sein, sondernunmerklich und allmählich, durchVolksglauben,Familientradition und Sängermund vermittelt,vollzog sich der Übergang. Daher sind auchnur wenig Zeugnisse vorhanden, welche einesolche Übertragung ausdrücklich und für be-stimmte Fälle bezeugen. Ein Beispiel jedoch,welches wenigstens zeigt, dafs wohl das Be-
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wufstsein einer stattgehabten Übertragung le-bendig bleiben konnte, und welches alter Zeitangehürt, mag hier seinen Platz finden. Zuden Reformen des Kleisthenes von Sikyon ge-hörte auch die Abschaffung des Kultus desAd rastos und die Einsetzung des ThebanersMenalippos an seine Stelle. Der Adrastosku®war aber seinerseits einst an die Stelle desDionysoskultes getreten, das liegt deutlich i®io den Worten Herodots 5, 67 a. E.: τά re S’lάλλα οι Σιγ.νωνιοι ετίμευν τον Άδρηβτον,δη προς τά πά&εα αντον τραγιγ,οΐβι χοροίοιεγεραιρον, τον μεν Αιόνναον ού τιμέοντες, τονδε "Αδρηοτον. Κλειόμενης δε χορούς μεν *9Αιοννοφ απέδωχε, την δε άλλην &νοίηνΜεναλίχπω (vgl. Curtius, gr. Gesch. I 5 , 244).
Aus dem Vorhergehenden hat sich ergeben)dafs chthonischer Götterkult, Heroen- undTotenkult eng zusammengehören, ja dafs der20 Unterschied zwischen denselben eigentlich einfliefsender ist. Es liegt darin ein erschwe-rendes Moment für die zeitliche und ört-liche Fixierung der Entstehung des Heroen-kults. Gleichwohl mufs versucht werden, de fBeantwortung dieser Frage näher zu treten·Der richtige Anfang für eine solche Unter-suchung würde darin bestehen, zunächst de®Sagen und Kulten der einzelnen Heroen histo-risch nachzugehn. Da aber dies weit über de®30 Rahmen unserer Bemerkungen hinausführe®würde, und da die bis jetzt von der religio® s "geschichtlichen Forschung gewonnenen Er-gebnisse eine sichere Grundlage für allgemei-nere Schlüsse nicht zu gewähren scheinen, s °soll im folgenden ein anderes Verfahren ein-geschlagen werden. Bei der universellen B?"deutung, welche die epische Dichtung für di ßEntwickelung des Heroenglaubens gehabt li®*’innfs nämlich vor allem festgestellt werde®’d.o was aus den erhaltenen Epen für die Ei®'stehungsgeschichte des Heroenkultus gewönne®werden kann.
Aller chthonisehe Kultus, sei es Götter-iHeroen- oder Totenkult, tritt in den hom®'rischen Gedichten, die wir als Spiegelt®*®ionischen Wesens auffassen dürfen, so semzurück, dafs es unmöglich ist, die Ausbildungdieser Seite der Religion den Ioniern z uZ °'schreiben. ·
50 Die chthonischen Götter, welche b®Homer Vorkommen, sind: Hades (Ζενς w**®'χρόνιος), Persephone , die Erinyen, Ge, D?meter und Dionysos . Nur selten werdenerwähnt und niemals greifen sie thätig in “ lHandlung ein wie die olympischen Götter. M®würde sie für untergeordnete oder eben erin der Entstehung begriffene Götter halt®können, wenn nicht ein Umstand dageg®^spräche: abgesehen von Demeter und Dio®f60 sos, welche besonders zu beurteilen sind, W®den jene Gottheiten bei Verwünschungen. *454 ff. 568 ff.) und beim Schwur vorzugs’W®(O 36 ff. = ε 184; Γ 104 u. 277 ff. T 259 ®’s. Nitzsch, erkl. Anm. z. Hom. Od. 3, 167)gerufen. Dies nötigt uns, ihnen ein hAlter zuzuerkennen (vgl. Curtius, Sitzungsber· 'Berl. Akad. a. a. O. 1173). Da man aber die ^Götter des Erddunkels nur bei besonders fe ie