2455 Heros (Heroenkult in d. Odyssee)
Heros (Heroenkult in d. Odyssee)
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lungsbahn, die von der Pflege zur Verehrungder Toten führte, in einer Wiederholung derBestattungsgaben zu finden, und einen zweiten,wesentlicheren Anstofs in der Übernahme vonSagenheroen in den chthonischen Kult er-kannten, so darf man als dritten Faktor diedirekte Übertragung des Kultes der Unterwelts-götter auf die Toten ansehen. Denn bei demOpfer in der Nekyia kommt zwar das Opfer-blut den Schatten zu gute, aber die Opfertiereselbst, ein männliches und ein weibliches Schaf,werden dem Hades und der Persephone ver-brannt. So ist anzunehmen, dafs die Opfer,die man anfangs den Beherrschern des Toten-reiches darbrachte, im Laufe der Zeit vielfachmit den ßestattungsgaben vermischt wurdenund schliefslich ganz auf die Toten übergingen.
Wenn nun drittens zu entscheiden ist, obsich bei Homer die Ausübung von Heroen-kult nachweisen läfst, so macht sich auch hierein Unterschied zwischen den älteren und denjüngeren Bestandteilen des Epos geltend: injenen, namentlich in der ganzen Ilias, findetsich keine Spur von Heroenkult (s. Wafsner,de heroum apud Graecos cultu 24; v. Wilamo-witz, hom. Unt. 247); dagegen zeigt die Odys-see, zumal in den Partieen jüngeren Ursprungesdeutlich Kenntnis von Heroenkult, und zwarsowohl durch direkte Erwähnung desselben alsbesonders in gewissen poetischen Anschauungen,die, mit anderweit bezeugten historischen That-sachen zusammengehalten, sich nur als Reflexeder Heroenverehrung erklären lassen.
Bekanntlich wurden Menelaos und Helena in Therapne verehrt, nicht als Heroen, sondernals Götter; Isocr. 10, 63: eti yag Kal vvv ivSsgürtvaig vfjg AaKcoviKrjg &vßiag uvtoig äyiagKai nargiag änozsXovaiv ov% <ag rjgooaiv all’tag &soig uptpozigoig ovaiv, vgl. Paus. 3, 15, 3;19, 9; llerod. 6, 61; 0. Müller, Dorier 1, 94, 6;Welcher, gr. Götterl. 3, 254; Engelmann , obenSp. 1949 ff. Das Menelai'on zu Therapne (vgl.Polyb. 5, 18, 3 u. 10, 22, 3) wurde 1833 durchAusgrabung ans Licht gebracht (s. Hofs, Arch.Ztg. 12 (1854), 217 ff., Taf. G5 = Arch. Aufs. 2,341 ff., Taf. 1), und damals wie auch bei einererneuten Ausgrabung ( Rofs, Königsreisen 2,13 f.)wurden zahlreiche kleine Votivfiguren aus Bleibei dem Tempel aufgefunden. Es sind Krieger,welche Helm mit hohem Busch und einengrofsen, runden Schild tragen, ferner Reiter,Frauen und Pferde, endlich noch „mit Strah-len geschmückte Ringe“ (Kränze?). Auch fan-den sich ähnliche Figuren in Thon. Der hoch-altertümliche Stil der Figuren beweist, dafsschon in sehr alter Zeit Menelaos und Helena ,die gewifs in den menschlichen Figuren dar-gestellt sein sollen, an diesem Orte verehrtworden sind. Ein weibliches Xoanon, welchesauf spartanischen Votivreliefs inmitten derDioskuren dargestellt ist und ohne Zweifelein altes Tempelbild der Helena wiedergiebt(■ Conze-Michaelis, annali dell’ Inst. 1861, 38 ff.,tav. D; Dressei - Milchhöf er, Mitt. d. ath. Inst.2 (1877), 293 ff.; Denehen, de Theoxeniis 18; Furt-wängler, ob. Sp. 1167) bestätigt ebenfalls denspartanischen Helenakultus für alte Zeit. Vgl.auch [die Erzählung bei llerod. 6, 6 (Paus. 3,
7, 7) und über ihre göttliche Natur Boedjlhexpl. Find. 164; Preller-Pleiv, 2, 109 f. Im ‘ffsammenhang hiermit kann man es nicht tueine blofs dichterische Erfindung halten, weoBes gerade Menelaos ist, dem allein von all 611Helden, die vor Troia kämpften, in der Ody s "see ein höheres Fortleben nach dem Tode 111Aussicht gestellt wird. Nach der Weissagungdes Proteus soll er als Gemahl der Helena un 11io Eidam des Zeus in die Gefilde des Elysiu® sversetzt werden und dort in seligem Dasei*weiterleben (S 561 ff). Diese Sage ist gewu®erst unter dem Einflufs des in Sparta geübtesKultes entstanden. Auch die Brüder der Hele»^die Dioskuren, sind wie diese ursprüngl 10 ,Lichtgötter (Furtwängler , ob. Sp. 1154 f.) udwurden in Sparta stets als Götter verehrt, ot> 'wohl man sie zugleich menschlich als Söhn®des Königs Tyndareos auffafste, und ihr K U120 daher ein chthonischer war. Während diesenun in der Ilias (Γ 236 ff.) als Menschen ei fwähnt werden, von denen Helena die Besorg 1 ) 1äufsert, sie möchten bereits zu Lakedaimon 1111Schofse der Erde begraben sein, finden sich iud®Nekyia zwar die fast gleichlautenden, ' W ° Bder Iliasstelle entlehnten Verse (vgl. Γ 23? d243 mit λ 300 f.; s. Furtwängler, oben Sp. lUfyaber es wird hinzugefügt: οϊ καί vsg&sv f’uτιμήν 7igbg Zyvog εχοντερ | άλλοτε μεν30 ετερήμεροι, άλλοτε S’ άντε | τε&νΰβίν τιμήν 0 ,λελόγχασιν Ιβα 9εοΐβιν, Worte, die unzwen ehaft Kenntnis des spartanischen Kultes verrate 11.Von Sparta werden wir nach Theben gefülu'jwenn wir uns der ganz analogen AuffassuBodes Gottheros Herakles in derNekyia (601 Jf·'erinnern, dessen Eidolon im Hades weilt, w»nrend er selbst mit der Hebe verbunden uutden unsterblichen Göttern beim Mahle sit®'Auch demThebaner Teil·esias, der nur in d j40 Odyssee, dagegen nicht in der Ilias erwSh 1wird, erteilt die Nekyia ein bevorzugtes Leb^nach dem Tode: unter allen Schatten ist ®der einzige, dem in der Unterwelt Bewufstseund Verstand geblieben ist (h 493 ff.), ul !wenn schon hierin eine Andeutung auf se iWesen als Kultheros liegt, so haben wir 1der Blutspende, welche ihm vor den ander®Toten Odysseus darbringt, und in dem 0p leeines schwarzen Schafes, das Odysseus de50 Seher nach der glücklichen Heimkehr in Itb adarzubringen gelobt (« 524 f. = λ 32 f.), S *L Sbestimmte Spuren eines chthonischen Kultes o ^Teiresias . Nach Theben gehört endlichLeukothea, die Tochter des Kadmos.ε 333 ff. war sie einst eine sterbliche F ia ( )„vvv S alog εν ττελάγεσβι &εών εξ εμμοβ 1 . gfiijs.“ In Wahrheit war selbstverständlich c
Gegenteil der Fall: Leukothea war vonAn ia e]1eine Göttin, die zur Heroine wurde, und <*® r60 noch unvergessene Natur durch eine Art AP ^theose erklärt wird. Schliefslich bezeugt a u ^für Athen der Schiffskatalog Heroenkult ι l547ff). Von Erechtheus heifst es hier, der von der Erde entsprossen sei, von Ath ^in ihren Tempel aufgenommen und Sf nä ,- C i\worden, wo ihn die Söhne der Athener jäbrmit Stier- und Widderopfern verehren. „Hiermit sind die bei Homer Vorhände