2457 Heros (Heroenkult in d. Odyssee)
2eug n i sse fü r Heroenkultus erschöpft. Sie fin-q ? sl °h sämtlieli in denjenigen Teilen derg y®ee, die wir für die jüngeren und jüngstenI^andteüe dieser Dichtung zu halten haben.
besonderen hat v. Wilamowitz erwieseng ift · TJnt. 247 f.), dafs die Erwähnung desk^htheuskultes zu Athen eine erst dem 6. Jahr-C ('dert angehörige Interpolation ist, und ebensoj' 199 ff·), dafs der Abschnitt, in welchem u. a. vonWi°s geteilten Fortleben des Herakles erzähltSt n e * ner nicht älteren Partie angehört. DieDi v da g e g e n. we l°h e dem Menelaos, denhöh Uren ’ dem Teiresias, der Leukothea einneres Dasein zuschreiben, dürften, wenn auch7 jüngeren Bestand gehörig, doch in dasJahrhundert hinaufreichen.
Uamit ist nun keineswegs gesagt, dafs da-da i ers t der Heroenkultus entstand, aber fürUnd n ^ e i ^ em a ^ en Teile der Iliaser · f,dyssee gedichtet und vorgetragen wurden,jjgiebt sich der sichere Schlufs, dafs demselben^ r ° en Y e rehrung vorher nicht bekannt ge-Y 8e u ist. Das alte ionische Epos weifs nur■htff ® a g en l l eroen. Dafs die im Epos selbstOd re ^ en den Helden Achilleus, Agamemnon ,Ji 7 Ssei >s u. s. w. nicht verehrt werden, ist frei-„ ü se lbstverständlich, aber es ist auch nir-jj ds die Rede von der Verehrung solcher2^i° en ’ Ί1 β Dn Vergleich zu diesen einer älterenp i 1 angehören, wie Herakles , Bellerophon,g ll ’ l th o °s, Minos , Oineus, Dardanos, Tros, Ilos,Sq f’^edon. Die ionischen Rhapsoden, welchegnr die eigenen Götter nach Möglichkeit ver-menschlichten, machten vielmehr jedes Kult-l e j^® n i das sie einer anderen Örtlichkeit ent-jj^Uten und in ihr Lied aufnahmen, zumAul* r en ’ und es gab für die Ionier keinen2tl γ 8 > solche Liedheroen in den Kultus auf-Wif men - Manche jener Sagenhelden, dielag aur . aus dem homerischen Epos kennen,in. ihrem angestammten Vaterlande alsbe 2 . ve rehrt worden sein. So ist nicht zu4ur\ ei ^ n ’ ^-S^lßpi 08 ) der bei Homer
v 0n ° aau8 menschliche Natur hat, in Thessalienϊ>; a liers her als Gott verehrt wurde (s. obeniJnff mer ®P- 618 ff., v. Wilamowitz, Isyllos v.
44 ff; 101), und ähnlich mag esTv eg ere > für uns nicht mehr nachweisbare Kult-gßgehen haben, die uns nur in derult homerischer Sagenheroen erhalten sind,ein S0 ^ g e g en unsere Ausführungen nicht2 u sa en d e n, dafs sich die Ilias aus Liedern’U'd i^euaetzt, deren Gegenstand — das Kriegs-B ez ^gerieben achäischer Häuptlinge — eined er 5 na hme auf die eigentliche Volksreligionnißjj. °uier keineswegs nahelege, denn es istVom denkbar, dafs die Eigenart desjenigenihj e ? 8 · welchem die Ilias und die Odysseed^rin ® v? 6 ^ es ^ a ^ gewonnen haben, sich nichtÖiiQvji ^spiegeln sollte, wenn nicht in deneicjjg . z .dgen der behandelten Sagen, so dochtätig r V'. c ' 1 im ausmalenden Detail, woran ge-di e ü j e se Gedichte so überreich sind. Fürdas jP lsc hen Erzeugnisse anderer Völker istes w 11 ? selbstverständliche Voraussetzung, und0d y kein Grund abzusehen, warum Ilias und. ee hierin eine Ausnahme machen sollten,uiser dem negativen Ergebnis, dafs den
Heros (Heroenkult in Boiotien) 2458
Ioniern der Heroenkult ebenso fremd war wiechthonischer Götterkult und Totenverehrung,ergeben die angesteliten Betrachtungen aberauch noch ein positives Resultat. Mit Boi-otien und dem dorischen Stamm, wohinuns Teiresias und Leukothea, Menelaos unddie Dioskuren wiesen, ist die fernere Geschichtedes Heroenglaubens eng verbunden. Wie chtho-nischer und Heroenkult dem heitern ionischenio Wesen fremd bleiben mufsten, so war derernstere Volkscharakter der Boioter wie derDorier ein geeigneter Boden für die Ent-wickelung dieser Seite der Religion. Besondersmufs Boiotien, wo die Sagen vom Drachen-besieger Kadmos und den erdgeborenen SpartenGhthonios, Echion u. s. w., von Dionysos undder aus dem Hades heraufgeführten Semelesich lokalisiert finden, wo Amphiaraos undTrophonios aus der Erdtiefe Orakel gaben, als20 dasjenige Land festgehalten werden, in welchesdie für historische Betrachtung zunächst erreich-baren Spuren von den Anfängen der Heroen-verehrung zusammenlaufen. Wie viel freilichdie äolischen Boioter in dieser Beziehung ausihrer thessalischen Heimat mitbrachten, wieviel sie bei ihrer Einwanderung bereits vor-gefunden, wie viel sie von den Thrakern, Kad-meern, Minyern u. a. in den Kreis ihrer reli-giösen Anschauungen aufgenommen haben, das30 wird die religionsgeschichtliche Forschung erstnoch genauer festzustellen haben. Dafs aberder äolische Volksstamm*) die Entwickelungdes Heroenglaubens besonders begünstigt hat,dafür giebt es zahlreiche Belege. Der Hero-inenkatalog in der Nekyia der Odyssee beginntmit der Tyro, der Tochter des Aioliden Sal-moneus (s. Nitzsch , erlcl. Anm. z. Od. 3, 230),und nach Boiotien führen der hesiodischeHeroinenkatalog und die Eoien. Überhaupt40 zeigen die unter Hesiods Namen erhaltenenDichtungen ein tiefgehendes Interesse für chtho-nische Gottheiten und für den Heroenglauben.Sehr charakteristisch für den Anschauungs-kreis dieser Dichtungen ist das hesiodischePrinzip, dafs die Erde der Uranfang allesWerdens sei, während bei Homer Okeanos denAnfang bezeichnet ( Preller, Dem. u. Fers. 14;238). In den k'gya tritt, zum erstenmal lit-terarisch bezeugt, der Glaube an ein Fortlebenso früherer Menschengeschlechter als höhere Ge-walten (Saigovsg) auf, und den ifacoss, unterwelchen vorzugsweise die vor Troia und Thebengefallenen Helden verstanden werden, wirdinsgesamt eine höhere Fortexistenz auf denInseln der Seligen zugeschrieben ( opp. 157 ff.Nitzsch a. a. 0. 1, 284; Nägelsbach, nachhom.Theol. 410 f. Welcher, gr. G. 3, 240 ff. Preller-Plew 2, 5 f.). Auch bei dem Boioter Pindar ist ein besonderes Interesse für die HeroenGO nicht zu verkennen ( ükert a. a. 0. 184; Ohlert,de heroologia Pindarica; Wafsner a. a. 0.37ff.); s. auch Corinna Fr. 7, Berglc, P. L. G.3, 1207. Um auch der verwandten religiösen
*) Die Beurteilung der Äoler ist durch die von Lölling ,Mitt. d. ath. Inst. 7 (1882), 61 ff. veröffentlichte Inschrift' ausLarisa in ein neues Stadium getreten; vgl. Robert , Hermes,17, 467 ff. 18,318; v. Wilamowitz , hom. Unt. 407 f. Curtius,gr. (rescb. l r ’, 636, 4.