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Erster Band, zweite Abteilung. Euxistratos - Hysiris.
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2459-2460
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2459 Heros (Kult d. Dorier; Aigiden) Heros (Entstelig d.Kultus im 9/8. Jabrh.) 2460

Richtung des dorischen Stammes zu ge-denken, so darf daran erinnert werden, wiegerade in Lakonien und Argolis und sonst imPeloponnes die chthonischen und Heroenkultefast überall hervortreten. Dabei ist wiederumbezeichnend, dafs das von Ioniern bewohnteAchaia eine Ausnahme macht. Selbst Pau-sanias weifs in diesem Lande von den zu seinerZeit andernorts so zahlreichen Kultstätten fürHeroen nur wenige anzuführen (7, 17, 4 u. 19a. E.; 20 a. E.; 23,7). Ferner wissen wir, dafsdas delphische Orakel, der Vorkämpfer derreligiösen Ideen des dorischen Stammes, jeder-zeit für Einführung und Aufrechterhaltung vonHeroenkulten die lebhafteste Propaganda machte( Curtius, gr. Gesch. 1 , 475 f. Hermann-Stark,gottesd. Altert. § 5; TJkert a. a. 0. 147).

Dafs die Heroenverehrung sich zunächstals Geschlechterkult derjenigen adeligenFamilien, die sich eines in die Zeiten derHeldensage hineinreichenden Stammbaumsrühmten, entwickeln mufste, ist zwar an undfür sich nahezu selbstverständlich, doch magwenigstens ein Beispiel hierfür angeführtwerden, welches auch deswegen lehrreich undwichtig erscheint, weil es eine Übertragungkultlicher Institutionen von Boiotien nachSparta und in dorische Kolonieen bezeugt. Eshandelt sich um das Geschlecht der Aigiden.Diese sind bekanntlich ursprünglich ein boio-tisches Geschlecht, welchem auch Pindar ent-stammte (Pyth. 5, 76; L. Schmidt, Find.Lehen w. Dichtung 12; O. Müller, Prolegomena156; Hermann-Stark, gr. Staatsaltert. §79,16;Duncker, Gesch. d. Altert. 5, 248). Nach Sparta brachten die Aigiden den Dienst des karne-ischen Apollon und verbreiteten ihn von daweiter nach Thera und Kyrene (0. Müller,Dorier 1, 61; Preller-Bobert, g. M. 1, 250, 4;252, 1). Ferner sollen sie Heiligtümer der Eri-nyen, des Laios und des Oidipus in Sparta undauf Thera gegründet haben ( Herod . 4, 14, 9),und vielleicht ist durch sie der Kult des Kad-mos nach Sparta gebracht worden (Paus. 3,15, 6; vgl. Crusius in d. Hall. Encyklop. 2.Sekt. 32, 40, 17). Ihnen wird von der altenHeimat her auch die Verehrung ihrer heroischenAhnen eigentümlich gewesen sein: der AigideTheras, welcher von Sparta aus die Insel Therabesiedelt haben soll, wurde daselbst als Herosverehrt (Paus. 3, 1, 8), und in den theräischenFamilien wurde in späterer Zeit die Heroi-sierung Verstorbener ebenso üblich wie inBoiotien. Die Theräerin Epikteta, welche hero-ische Ehren für sich und die Ihrigen testa-mentarisch einsetzte, stammte wahrscheinlichaus dem Geschlecht der Aigiden (Boeckh z.C. I. 2448, II, 369 u. Ahh. d. Berl. AJc. 1836,41 ff. vgl. unten Kap.V), Demselben Geschlechtegehörte Aristoteles-Battos an, der 01. 35 vonThera aus Kyrene gegründet haben soll (Müller,Orchom. 337 f.), und der hier, wie Pindar sagt,ein jj qws Xaoaeßrj g war (Pyth. 5, 95).

Soweit es möglich ist, aus allem bisherAngeführten irgendwelche Zeitangaben zugewinnen, scheint erst mit dem 8. oder 7.Jahrhundert der Heroenkult bemerkbar hervor-zutreten. Nun ist freilich nicht anzunehmen,

dafs in den aufgezeigten Spuren die erst® 1Anfänge zu erkennen sind. Aber wiederumist auch hier ein Umstand, der bereits obenerwähnt wurde, wohl zu bedenken: die I* 1 'toren, welche zur Entstehung des Heroenkulte 3führten, nämlich _das Sinken gewisser Götte 1 ^kulte und die Übertragung von Lied- unStammheroen auf jene, endlich die Erhebungder an den Gräbern geübten Totenpflege z®io Totenverehrung, alles dies hat ein längereVerweilen des Volkes an einem und demselb eI1Orte zur notwendigen Voraussetzung. Da no®von der angegebenen Zeit bis zur Periode rasloser Wanderungen und gewaltsamer ü®Wälzungen hinauf kein allzu weiter Weg 19so ergiebt sich als wahrscheinlichster Ans·* 1für den Beginn des Heroenkultes (und auch oeTotenkultes) etwa das 9. oder 8. Jahrhunde 1 'Die äolischen und dorischen Völkerschafte20 waren, wie gezeigt worden, die erstentreter dieser neuen Richtung. Will man hi®gegen einwenden, dafs diese Völker schon T °den Wanderungen in den nördlichen Staffi®sitzen ihre Heroen verehrt haben könnten, 9ist zu bemerken, dafs die ersten SpurenHeroenverehrung ausnahmslos auf die nach 1 ®Wanderungen eingenommenen Gebiete weise®Der Gott Dionysos wurde erst in Boiotien zuSohne der Kadmostoehter, und auch Asklep®30 wurde in seiner Heimat sicherlich durch®göttlich aufgefafst. Auch Zalmoxis ist oh®Zweifel nur in der rationalistischen hellenischAuffassung ein Prophet der Geten oder ®Sklave des Pythagoras , in seinem Vaterla®war er ein wirklicher, und zwar ein chthonisc®"Gott (über Z. vgl. Herod. 4, 95; Stral·. 7?p. 297 f. Paulys B,ealencyklop. u. _d. uDv. Wilamowitz , hom. Unf. 210, 9). Andeteseits ist ebensowenig zu bezweifeln, dafs oj40 jenige religiöse Richtung, aus welcher "Heroenkult vorzugsweise erwachsen ist, ® a .,.lieh der Kult chthoniseher Gottheiten, b er ® ^in einer früheren Periode und auch bei ande 1Stämmen, wie den Minyern, den Thrak 6u. a. vorgebildet war. Nach Norden we®insbesondere der Kult des Asklepios, der Pmeter, des Hades (vgl. Crusius, Hall. Fncylßf2. Sekt. 35, 23 ff.), vielleicht auch der Hek a(Preller, Dem. u. Fers. 51 ff), vor allen a ,60 die orgiastischen und die Mysterienkulte Cf »^Back , Fleckeisens Jahrbh. 1887, 445 ff).chthonische Kulte, die von den äoli sC ®Boiotern aus Thessalien mitgebracht wurdevgl. Milchhöfer z. d. Karten v. Attika, Hew26 u. 28. _ , e9

Für die angesetzte EntstehungszeitHeroenkultes sprechen nun auch noch and ^Erwägungen. Im 8. und 7. Jahrhundert komDVgdie genealogischen Epen auf, die unzweide®

60 ein erhöhtes Interesse der adeligen Fan* 11für ihre göttliche und heroische Abkunft ' fraten (s. v. Wilamowitz , hom. Unt. 147 f.) und ^aus derselben Sinnesrichtung entsprungen s1welche nach der anderen Seite hin denSchlechterkult der heroischen Vorfahren b er jrief. Ferner enthalten die Dichtungen des '!

6. Jahrhunderts noch weitere BeispieleHelden, denen, wie in der Odyssee dem Mene*