2461 Heros (Kulte d. 7. u. 6. Jahrh.)
Dioskuren und dem Herakles, eine bevor-zugte Fortexistenz nach dem Tode zugescbriebenira. Hach der Aithiopis wird Achilleus aufw Insel Leuke gebracht, und nach Ibykos γτ. 37 Bergh) und Simonides kommt er nachein elysischen Gefilde, wo er mit Helena ,edeia oder anderen Heroinen vermählt wirdi 8 · oben Fleischer Sp. 53 ff.). Diomedes kommta ch Ibykos (Fr. 38 B.) auf die nach ihm be-tonte Insel im adriatischen Meere, wo er mit ioDioskuren lebt und mit Hermione ver-Ä,nlt wird (vgl. Welcher, gr. Götterl. 3, 256;
^ afsner, de heroum ap. Gr. cultu 33 f.).
a wir nun wissen, dafs gerade die Ver-y r ung des Achilleus und des Diomedes grofseerbreitung gewann, so liegt es in der Thatane zu glauben, dafs auch jene Sagen aus, et u bereits geübten Kult des Achilleus und,. ß8 Diomedes hervorgegangen sind. Schliefs-fehlt es aber auch nicht ganz an direkten 20e Ugnissen für Heroenkult aus jener Zeit, undη jst bedeutsam, dafs diese sich nur auf solcheeiden erstrecken, die sich bereits als die. festen Kultheroen herausgestellt haben. Die«Usche Lyrik wird allein durch Archilochosp treten, welcher einen Hymnus an den ina ros verehrten (s. C. I. G. 2, 2358) Herakles «UiVtxog und Iolaos gedichtet hat (Fr. 119f r 9k P. L. G. 2, 418 ff Wafsner, a. a. 0. 32).
den äolischen Lyrikern ruft Terpander so. , s Lesbos die Dioskuren an: ώ Zgvog nalÖBd * κάΧΧιστοι ΰωτήρερ (Fr. 4, Bergh 3, 815)d ? r Desbier Alkaios den Achilleus: ’Αχίί l-> 0 τΰς (γΰς B.) Σ'/.ν&ίχας μέδεις (Fr. 49ipir^* 3 ’ 947), wodurch bewiesen wird, dafsift d am Ende des 7 · Jahrhunderts Achilleus tr fr ° n ördlichen Pontosländern verehrt wurde;
eöend erinnert auch Wafsner (S. 33) an das^Weit Lesbos gelegene Grab des Achilleus,v dieser wenigstens später mit Heroenopfern 40
lieh - rt wurde ( Strab ■ 13 < D 32 P· 595 f ·)· End ~
s j T Theognis aus Megara zu nennen, dery “ *· 1087 ff an die spartanischen Dioskurenί»' Αάστορ xccl ΠοΧνδενι isg, dt sv Aaxs-biy | ναίετ’ επ Ευρώτα καΧΧιρόω πο-füo™ ”ir dürfen diese Stellen, so gering-er s i e scheinen, als sichernden Schlufsstein®ie p 11881 ’ 6 Betrachtung in Anspruch nehmen,für j® 2611 ? 611 unwiderleglich Heroenverehrunga üf daS 7 ‘ und 6 ' Jahrhundert, sie zeigen, dafs 502(1 88ϊ dem Gottheros Herakles es besondersd ei . acbs t die Dioskuren und Achilleus waren,b e ,? Verehrung in weitere Kreise drang, sied a «gen endlich die Wahrnehmung, dafs inehr fischen Yolkskreisen die Heroenver-zuerst aufkam.
J'ot 80 n ieht die in ihren Gräbern ruhendenDi
-u ^ a Den den wesentlichen Anstofs zurdes r · ng des Heroenkultes; es war die Macht4uff b * e des und der Sage, welcher die eoe öt as8 «ng gewisser Götterkulte in der WeiseW ü ®, e S e:| ikam, dafs Held und Gott wesensgleichhalb e ·^’ 80 dafs hieraus die neue KategorieWi e ®dttlicher Kultwesen sich bildete. Heroende^k^amemnon, Menelaos, Kastor und Poly-V 0i es > -Achilleus, Diomedes haben bei diesembeij^u 11 ^ ttehr den Charakter von Sagenheldenten , andere wie Amphiaraos und Tro-
Heros (Wesen und Wirken) 2462
phonios mehr den Charakter von Kultgöttern.Wie es aber im einzelnen Falle für uns schwer,ja oft unmöglich ist zu entscheiden, ob derSagenheld oder der Gott der ältere und derwesentlichere Bestandteil des Kultheros war,so war sich der Hellene eines solchen Unter-schiedes im Wesen des Heros noch wenigerbewufst. Die Übergänge hatten sich allmählichvollzogen, und alle Heroen wurden durch dasgemeinsame Band der Sage und des Liedeszusammengehalten. Es machte keinen Unter-schied, dafs ein Heros an dem einen Orte ver-ehrt wurde, am anderen nur in der Sage lebte.So mufsten die Heroen auch im Kult dieselbe Be-zeichnung behalten, die ihnen in den Liedern derRhapsoden erteilt wurde. Waren doch dieHeroen und ihre Thaten bei jeder öffentlichenund privaten Festfeier Gegenstand des Vor-trags sowohl der epischen wie eines grofsenTeiles der lyrischen Poesie. Wie hätte manihnen da im Kultus einen anderen Gesamt-namen beilegen können als die gewohnteepische Bezeichnung rjQcosg? Aber wir habengesehen, dafs der Bedeutungswechsel desWortes rjgcos nicht allein steht. Auch andereKultwesen, namentlich solche, denen chtho-nischer Bezug eigen ist, erhalten Namen, diesich als Rang- und Altersbezeichnungen zuerkennen geben, und von denen ebenfallsmehrere, wie avaSsanoiva, v.olqavog, aus derRhapsodensprache entlehnt sind. Es kann nichtbezweifelt werden, dafs diese Namengebungenüberhaupt zeitlich und ursächlich zusammen-fielen mit dem Aufkommen der neuen Glaubens-richtung, welche den Kult der chthonischenMächte und der Heroen in den Vordergrundstellte.
Nachdem erst mit der Übernahme der her-vorragendsten Heroen des Epos in den Kultusder Anfang gemacht worden war, geselltensich bald immer neue Kultheroen hinzu, so-'wohl aus dem troischen und thebischen Sagen-kreis wie aus den mehr lokalen Sagenüber-lieferungen. Vgl. noch Preller, Dem. u. Pers.227; Nitzsch , Beitr. zur Gesch. d. ep. Poesie16 f.; Welcher, g. G. 3, 252 ff.
III. Wesen und Wirken der Heroen.
Aus der Entstehung des Heroenglaubensergiebt sich, dafs der Heros seiner innernNatur nach ein Doppelwesen ist: er ist einer-seits ein sterblicher Mensch, wenn auch nichtder realen Gegenwart, sondern einer sagen-haften Vergangenheit angehörig, andererseitsein göttliches Wesen, wenn ihm auch dasvolle Mafs der Göttlichkeit nicht zukommt.Daher erklärt Lucian diall. mort. 3, 2 denHeros für ein Wesen, 0 , /zgrs avS-Qconbg seriv,[igre fteog huI ßvvagrpotSQOv sßziv. ÄhnlichFustath. z. II. 1, 4.
Dafs die Heroen einst wirklich auf der Erdegelebt hatten, daran zweifelte kein Hellene.Und wenn ein Zweifler aufgetreten wäre, sohätte man ihn an der Hand zahlreicher greif-barer Erinnerungen aus der Heroenzeiteines Bessern belehrt. So glaubte man inTheben noch das Haus des Kadmos und dieRäume, in denen Harmonia und Semele ge-