2465 Heros (Reliquien d. Heroenzeit)
wohnt hätten, nachweisen zu können {Paus. 9,12, 3), in Sparta hatte man die Häuser desMenelaos {Paus. 3, 14, 6) und der Dioskuren{Paus. 3, 16, 3), in Elis sah man die Ruinenvom Hause des Oinomaos {Paus. 5,14, 5; 20, 3)und von seinen Pferdeställen (6, 21, 2), inTroizen gab es eine Hütte, in der Orest ge-wohnt haben sollte {Paus. 2, 31,11), und eben-dort sah Pausanias das Haus des Hippolytos(2, 32, 3). Auch hatte man noch die Renn-bahnen, in denen die Dioskuren {Paus. 2, 39,10) und Hippolytos (2, 32, 3) ihre Übungenabgehalten haben sollten, und noch andereSchauplätze für die einstige Thätigkeit derHeroen wurden gezeigt (vgl. z. B. Paus. 1,18, 4; 39, 3; 44, 2). Namentlich waren esQuellen und Steine, die durch ihre Gröfse oderaus anderen Gründen in die Augen fielen, anwelche sich Heroensagen knüpften. In Aulissah man noch die aus der Ilias berühmte Quelle,daneben die Platane, und selbst vom Zelt desAgamemnon war die eherne Schwelle vor-handen {Paus. 8, 23, 3; 9, 19, 5). Weitere Bei-spiele bieten die Quelle der Mabaria zu Mara-thon {Paus. 1, 32, 5), die des Bellerophon zuTroizen (2,31,11; 32, 3), des Opheltes inNemea(2, 14, 3), der Glauke in Korinth (2, 3, 5), desAchilleus in Milet {Aristobulos b. Ath. 2, 43 d).In Salamis wurde ein Stein gezeigt, auf welchemTelamon einst gesessen und seinen nach Aulisabfahrenden Söhnen nachgeblickt haben sollte{Paus. 1 , 35, 2), bei Troizen zeigte man denFelsen des Theseus, unter welchem die Sohlenund das Schwert des Aigeus gelegen habensollten, Paus. 2, 32, 7; vgl. ferner 1, 35, 2; 2,31, 4. In Tempeln wurden die verschiedenstenAndenken an die Heroenzeit aufbewahrt: dasgoldene Vliefs {schol. Ap. Rh. 3, 584), das Felldes kalydonischen Ebers {Paus. 8, 47, 2; Luc.adv. ind. 14) und die Hauzähne desselben{Paus. 8, 46, 1 £), ebenso ein Zahn des ery-manthischen Ebers (8, 24, 5), ja im Heiligtumder Hilaeira und Phoibe zu Sparta war sogardas Ei der Leda an der Decke aufgehängt(3, 16, 2). Ferner glaubte man an vielen Ortenim Besitz der Gebeine von Heroen zu sein, desTheseus, Orestes , Pelops u. a., und vor allemglaubte man die Gräber von den meisten Heroennachweisen zu können. Um nur einige wenigezu nennen: am Sipylos hatte man das Grabdes Tantalos {Paus. 2, 22, 3), auf dem Vor-gebirge Ilhoiteion wurde der Grabhügel desAias, bei dem Vorgebirge Sigeion die Gräberdes Achilleus, des Patroklos und des Anti-lochos gezeigt {Strab. 13, p. 595 f.), das beiHomer {B 604) erwähnte Grab des Aipytosglaubte man zur Zeit des Pausanias (vgl. 8,16, 2) in Arkadien zu besitzen, in Olympiafanden sich nicht nur die Gräber des Pelops{Pind. Ol. 1 , 94) und des Oinomaos {Paus. 6,20, 2), auch ein hoher Grabhügel der Freierder Hippodameia war da {Paus. 6, 21, 7). Vgl.Nitzsch, Kieler philol. Studd. 395 ff. Wie auchGrabstätten berühmter Männer der historischenZeit vom Volksmunde, ohne dafs irgendwelcheGewähr für die Richtigkeit vorhanden ist, lo-kalisiert werden können, dafür ist eine Grab-anlage im Peiraieus ein Beispiel, in welcher die
Heros (als Kriegsheld) 24G4
Tradition das Grab des Themistokles sieht{Milchhöfer, Text z. d. Karten v. Attika, Heft1, 54). Endlich sind noch Waffen und andereGegenstände zu nennen, von denen man er-zählte, dafs einst Heroen sie besessen hätten:die Lanze des Meleagros in Sikyon {Paus. 2,7, 8), die Lanze des Achilleus in Phaselis unddas Schwert des Memnon in Nikomedia (3, 3, 6),die Lanze des Kaineus {Schol. Ap. Rhod. 1, 59)'der Schild des Euphorbos in Argos {Paus. 2,17, 3) und im Branchidentempel bei Milet {La. Diog. 8, 5), das Scepter des Agamemnonin Chaironeia {Paus. 9, 40, 6; 41, 1), ferner dieFlöten des Marsyas (2, 7, 8), die Flügel desDaidalos {lustin. paraenet. 34), das Halsbandder Harmonia {Paus. 9, 41, 2), Schalen desOdysseus {Strab. 5, 232), der Argonauten ( Diod■4, 49) und der Alkmene {Charon v. Ij. b. Ath·9, p. 475). Vgl. Nitgsch, Kieler philol. Studd·394 f. TJkert a. a. 0. 202 ff. Die Authentici'tät von Denkmälern aus der Heroenzeit suchteman vielfach durch beigefügte fingierte I n "Schriften zu erhärten {Herod. 5, 59; Paus. 5,20, 3; 8, 14, 4; 9, 11, 1; [Flut. Marc. 20. R-]iFranz, elem. epigr. 74; Keil, anal, epigr. et on. &)·Als Menschen der Vorzeit sind dieHeroen Könige und Fürsten , Ahnherren edlerGeschlechter, Führer der Stämme und Völker.Es sind ritterliche Gestalten, deren eigentlicheund erste Thätigkeit das Waffenhandwerk ist·„Kriegsheld“ ist die ursprüngliche Bedeutungdes Wortes ggcag, und die kriegerischen Eig en 'schäften bleiben am Heros haften für all 6Folgezeit, wenn sie auch durch mannigfach 6neue Beziehungen, die nach und nach hervor-treten, verdunkelt und zurückgedrängt werden-Unvergessen ist die kriegerische Seite de sHeros bei Aristophanes . In den Fröschen 1039(vgl. d. Schol.) wird der Feldherr Lamacbosmit Beziehung auf seinen kriegerischen Sinn>vielleicht auch mit Hindeutung auf die Ety-mologie seines Namens ggatg genannt, und au 3vesp. 823 geht deutlich hervor, dafs man sicheinen rechten Heros nicht anders als voll'gerüstet denken konnte; der Scholiast erklärtunter Hinweis auf eine Stelle in den JaivakstSausdrücklich: ei%ov de Kal oi rigtosg navonh·^'Als gerüstete Männer dachte man sich di 6Heroen überall, wo man von ihrem hülfreiche®Erscheinen in Schlachten zu erzählen wufst 6 >und für derartige Fälle, glaubte man wohl,_h e 'diente sich der Heros einer in seinem Heihg"tum aufbewahrten Rüstung. Eine solche g e 'weihte Panoplie befand sich im Tempel d 6SHerakles zu Theben; sie soll verschwund 611gewesen sein, als die Thebaner gegen di®Spartaner ins Feld rückten, und man glaubt 6daher, Herakles sei selbst mit seinen Lands-leuten ausgezogen {Xen. Hell. 6, 4, 7). Ja,gab eine sprichwörtliche Redensart, n&cnwelcher die Heroen bewaffnet ihre Mahlzei^eingenommen hätten {Paroemiogr. 1 , 24, 6 4 ’Aenob. 1, 64), und so versteht man es, warunibei dem mit Speiseopfer verbundenen L 6 ?tisternium des Aias zu Athen eine Panophdem Heros zur Benutzung auf die Kline 8 elegt wurde {schol. Pind. Nem. 2, 19). Vgl. no cCallim. ep. 24 v. Wil. Furtwängler, Mitt. d.
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