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Heros (in Schlangengestalt)
Aschen Kolonisten den Platz an, wo sie Epi-dauros Limera gründen und ihm ein.Temenosw eihen sollen (Paus. 3, 23, 4), und Ähnlicheswird von der Einführung des Asklepioskultes
ltom berichtet (s. Welcher, gr. Gott. 2, 734;Preller-Jordan, röm. Myth. 2, 241). Auch Man-6neia soll unter Führung einer Schlange ge-gründet sein (Paus. 8, 8, 3). Den deutlichsten"eweis aber, dafs man in den Schlangen Götter"öd Heroen verkörpert sah, liefern die liegen-den von der Verbindung einer sterblichen Frau®nt einer Schlange, woraus halbgöttliche Nach-kommen hervorgegangen sein sollen. Einers °lchen Verbindnng soll Aristomenes entspvos-se » sein (Paus. 4,14,5); der Mutter des Aratos s °ll Asklepios als Schlange beigewohnt haben{Paus. a. a. 0. u. 2, 10, 3), und sehr verbreitetWar die Legende, dafs Zeus selbst in Schlangen-Sostalt mit der Olympias den Alexander ge-ze ugt habe (Plut. Alex. 2; Paus. 4, 14, 5; Luc.aiall. wort. 13, 1, Alex. 7; Nonn. Dionys. 7,128;Weitere Belege bei Stephani, der ausruhendeHerakles 11, 3), — ein Muster für ähnliche^enealogieen des Scipio (Gell. 7, 1) und des4'igustus (Suet. Aug. 94).*) Entstanden sind(l }ese Legenden einerseits aus dem Bestreben,d>e Heroisierung des Aristomenes, des Aratos ,Alexander u. s. w. genealogisch zu motivieren,Andererseits aus der im Altertum verbreitetenbitte, zahme Schlangen im Hause zu halten,bie waren besonders Lieblingstiere der KinderAnd der Frauen (s. das makedon. Belief beiHeuzey, mission archeol. d. Maccdoine Taf. 13,1,“· 216 f. und Stephani a. a. 0. 63 ff.; Mälilya · a. 0. 12), und dafs auch solchen Haus-Schlangen eine schützende und rettende MachtAeigelegt wurde, zeigen Legenden, die beiAelian, Plinius u. a. erhalten sind (vgl. z. B.4el. h. a. 6, 63; Plin. n. h. 8, 17, 22).
, Selbstverständlich bin ich weit entfernt zubehaupten, dafs die Heroenschlangen überallAls verkörperte Heroen aufzufassen sind. DieseAnschauung ist vielmehr nur die letzte Konse-quenz der Vereinigung von Schlange und Heros,nn übrigen wird man für das Wesen der Kult-s °hlangen und ihre Stellung zu den GötternAnd Heroen vergebens nach einer allgemein^treffenden, präzisen Erklärung suchen; überdieses Verhältnis scheint man sich auch imptertum eine Rechenschaft nicht gegeben zu*äben (vgl. Verg. Acn. 5, 95 f.).w Eine besondere Art der Verbindung von! e nscli und Schlange ist die Vereinigung zueiner Mischgestalt, deren Oberkörper mensch-lc h ist, während der Unterkörper in einen oder?, "( e i Schlangenleiber endigt. Diese Bildung?ei gen dämonische Erdgeister wie TyphoeusJAd die Giganten (s. Schwarte, die altgricch.c hlangengottheiten 22; M. Mayer, die Gigantennd Titanen in d. ant. Sage und Kunst 167;23; 274 ff.), aber auch der erdgeborene Ife-• r °ps erscheint auf Reliefs und Vasenbilderna dieser Gestalt (Ourtius, Arch. Ztg. 30 (1872),j ft. 111; Preller-Plew 2,137; Friederichs-Wol-ers > Gipsabg. ant. Bildw. Nr. 120 und 1174;
*) Ähnlich berichteten . orphische Überlieferungen,
Sc hla,
-’igengestalt beigewohnt habe, sei ( Preller-Plew 1,581).
Heros (autochthonisch; im Elysium) 2470
v. Sybel, Kat. d. Sculp. z. Athen . Nr. 2036;Flasch, annali dell’ Inst. 1877, 418). Hier dientdie Schlangengestalt des Stammvaters zumAusdruck des Autoclithonenglaubens.
Diesem Glauben kam die chthonische Naturder Heroen anch in weiterem Sinne förderndentgegen. Denn, um zu beweisen, dafs dervaterländische Boden dem Volke von Anbeginnan gebürt habe, liefs man die göttliche Ab-10 stammung des alten Landeshcros zunicktretenund diesen unmittelbar aus der Erde geborensein (s. Welcher, gr. Götterl. 3, 237 ff.). So sangschon Asios von Samos (b. Paus. 8, 1, 2, Fr. 8,Kink. S. 205), dafs die dunkle Erde den Pe-lasgos heraufgesandt habe, und nach B 548hat das fruchtbare Ackerland den Erechtkeu sgeboren. Ebenso dienten den thebanischenAdelsgescblechtern die erdgeborenen Spartenzur Stütze ihres Autocbtlionenglaubens, s. 11.1).20 Müller, Myth. d. gr. St. 1, 8 u. 2, 325; Tüm-pel, Bemerkungen z. einig. Frag. d. gr. Beligions-gesch. 18 f.
Gegen den allgemein verbreiteten Glauben,dafs der Aufenthaltsort der Heroen unter derErde sei, konnten andere Ansichten nicht auf-kommen. Wohl erzählten Lieder und Sagenvon ihrem seligen Verweilen im Elysiumoder auf den Inseln der Seligen, aber dieseVorstellung scheint eben auch auf die Poesie30 im wesentlichen beschränkt geblieben zu sein,obwohl sie durch die, spätestens seit der Peisi-stratidonzeit aufgekommenen, orphisch-pytbago-reisclien Lehren, sowie durch die Geheimlekrender Demetermysterien neue Nahrung erhielt.Wir wissen, dafs dieser Glaubensrichtung ge-rade geistig hochstehende Dichter wie Pindar (vgl. OL 2 , 56 ff. (104 ff.) u. Fr. 129; 130 u. 133Bergh ; Nägehbnch, d. naehhom. Theolog. 405 ff.Lehrs, popul. Aufs. 312 f.), Aischylos und So-40 phokles (Lehrs, a. a. 0. 314) zuneigten. Vgl.auch Tcuffel in Paulys Jiealencylclop. 4, 154 ff.u. d. W. „Inferi“. Die Lehre der Philosophen,dafs die Heroen die vom Körper getrenntenSeelen von Verstorbenen seien (s. Thaies beiAthenag. leg. pr. Ghr. 23), ist eigentlich nureine Konsequenz desVolksglaubens,undnament-lich stimmt die Ansicht der Stoiker, welchebehaupteten, dafs die Seelen der tüchtigenMenschen zu Heroen würden (Xenon b. La. Diog .so 7, 151), aber zugleich annahmen, dafs die bösenHeroen Seelen schlechter Menschen seien (Ps.Plut. de plac. philos. 1, 8), mit dem im 3. Jahr-hundert allgemein verbreiteten Glauben durch-aus überein; vgl. Uhert a. a. ü. 148 f. 186;Welcher, gr. Götterl. 3, 285 f.
Für die Erkenntnis des Wesens der Heroenwird es auch nicht ohne Belang sein fest-zustellen, wie man sich ihre körperlicheErscheinung dachte. Was ihre Erscheinungoo in menschlicher Gestalt betrifft, so haben wirihr Auftreten als gewappnete Krieger, welchesihrem Heldencharakter entspricht, schon obenberührt. Man könnte erwarten, dafs die ho-merischen Helden und nach ihrem Vorbildedie Heroen insgesamt als Wagenkämpfer ge-dacht worden seien, aber nur auf den älterenVasenbildern und einigen anderen Bildwerkenältester Zeit finden wir die Heroen häufiger
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