Band 
Erster Band, zweite Abteilung. Euxistratos - Hysiris.
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2485-2486
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2485 Heros (mantisch)

Hies als Ausgangspunkt für die Entstehungder Legende angenommen, wird sofort klar,warum der neue Heros einfremder und einSkythe werden mufste. Wenn auch leiderJeder Anhalt für eine Zeitbestimmung der Ent-stehung fehlt, so bleibt das Ganze, besondersinfolge der glücklichen Verwertung der ge-fundenen Monumente durch v. Sybcl, ein in-teressantes und lehrreiches Eeispiel für dieGenesis mancher Heroenkulto und Heroen-legenden.

, Hie Heilkunst der Alten stand im engstenZusammenhang mit der M antik. HeideWirkungskreise gingen sogar zum Teil in ein-ander auf, da die Heilung der Krankheiten°tt durch irgend welche prophetische Olfen-barung bewirkt wurde. Da nun auch inner-halb der Mantik gerade das chthonische Ele-ment vielfach von eingreifender Bedeutungwar, was sich in der Weissagung aus aui-steigenden Erddünsten, in der Inkubation undin den schon früh aufgekommenen Totenorakelnxeigt ( Schoemann, yr. Altert. 2, 340 ff), so wares nur natürlich, dafs sich zu den Orakelgötterna uch eine ganze Anzahl von weissagenden He-roen hinzugesellten. Aber dafs sich viele He-roenkulte zu Orakelstätten entwickelten, daraufwirkte andererseits auch die Heldensage hin.Henn der einzige Stand, der in jener Zeit, diem der Heldensage ihren idealen Ausdruck ge-funden hat, neben den Kriegern eine wirklichbedeutende Stellung behauptete, das waren dieWahrsager. Wo nun ein ehemaliger Wahr-sager Heroenkult genofs, da war es selbst-verständlich, dafs er auch noch im Kult seineeinstige prophetische Gabe bewährte. So er-teilte Kalchas noch in Apulien Orakelsprüche(ßtrab. 6, 284), Teiresias in Boiotien (s. d.),juopsos und Ampliilochos in Mallos in Kili-kien ( Strab. 14, 675). Es konnte aber auch'Jas umgekehrte Verhältnis stattfinden: ausdem orakelgebenden clithonischen Gotte konnte,Nachdem er als Heros in die Heldensage über-Segangon war, ein Wahrsager der Vorzeitwerden. Dies ist z. ß. wahrscheinlich fürWnphiaraos anzunehmen (vgl. v. Wilamowitz ,Hermes 21 (1886), 105, 2). Bei Trophonios da-ngen hat ein solcher Rückschlag nicht statt-Sefunden. Weder eine besondere chthonischeVeranlagung noch eine mythologische Moti-vierung finden wir bei einer Reihe von Heroen,die, wenn auch grofsenteils erst in späterereit, als orakelgebend verehrt wurden: Autoly-ios i n Sinope (Strab. 12, 546), lrotesilaos zuviaiug auf dem Chersones (Luc. deor. conc. 12),lolpadia-Hemithea ebenda zu Iiastabos (Diod.g ® 3 )> Glaukos zu Antbedon in Boiotien (Paus.jj 6), Ino zu Thalamai in Lakonien (Paus.

6) 1), Odysseus bei den Eurytanen in Aito-len (Aristot. b. Tzetz. z. Lyc. 799; v. Wila-°} v itz, hom. Unters. 189; Seech, Quellen derdyssee 267,4), Menestheus in Gades (Strab.

fd-O). Endlich wäre noch Hephaistion zu® n l len ! der nach seiner Heroisierung Traum-y^i.. gegeben haben soll (Luc. de cal. 17).gb überhaupt Mouche-Leder cq, histoire de laWination dans lantiquite 3, 315 ff.insofern die Heroen als orakelgehende

Heros (αρχηγέτης, οικιστής) 2486

Mächte verehrt wurden, kann die Auffassungihres Wirkens als eine das Böse abwehrendeTliätigkeit nur in sehr bedingter Weise Geltungfinden. Es ist vielmehr nicht zu leugnen, dafshier wie in anderen Fällen ihre Thätiglceiteine mehr positive, dem göttlichen Wirkennahestehende ist. So finden wir Heroen, dieFruchtbarkeit und Mifswaclis senden (Paus. 8,53, f; 9, 17, 3), andere, welche Reichtum (Paus.9, 18; ηρωνι πλοντοδότη Ilaussoullier, bull, decorr. hell. 3 (1879), 327, 22; Milchlwfer, Jahrb.d. arch. Inst. 2 (1887), 29) gewähren. Undwenn wir hierin eine Folge ihrer clithonischenNatur zu erkennen haben, so hat andererseitsauch ihre Eigenschaft als Helden der Sageund einstige Führer der Völker eine positiveSeite ihrerMachtäufserung hervorgerufen. Dennauch im Kultus behalten sie vielfach ihreführende Stellung. Unter dem Schutze derHeroen werden Städte undKolonieen gegründet,Götterkulte eingesetzt und neue Erfindungenins Lehen gerufen (Myles, Erfinder der Mühle,Paus. 3, 20, 2; Derkylos, Erfinder der Netze,Grat. Halisc. Gyneg. 103; Aletes, Erfinder desBergbaus, Polyb. 10, 10, 11). Sie werden da-her αρχηγοί und άρχηγέται genannt (Plut.Ar ist. 11; Sol. 9, Paus. 10, 4, 10; vgl. Ulrichs,Meisen u. Forschungen 1, 150; Lölling , Mitt. 4(1879), 284) und als οίκιοταί oder κτιβταί ver-ehrt ( Eclchel, D. N. 4, 347 ff.; Grotefend, Hall.Encyhlop. 2 Seht. 6, 415; G. W. Nitzsch , deapotheosis ap. Graec. vulg. caus. 8 f.; Ukerta. a. O. 191; Lampros, de conditor. coloniar.Graec. indole praemiisque et honoribus; Lehrspopul. Aufs. 322 f. und besonders Wafsner,de heroum apud Graecos cultu 44 iE). Aberdas sind Ausnahmen, ihre Hauptwirksamkeitist und bleibt die αλκή, wie sie sich aus derzweifachen Natur ihres Wesens und ihrer Ent-stehung als Sagenhelden und als chthonischeKultwesen ergeben hat.

IV. Der Heroenkultus.

Die Hellenen waren sich bekanntlich nichtdarüber einig, ob Herakles zu den Göttern oderzu den Heroen zu rechnen sei, und in einigenGegenden wurde er in dieser, in anderen injener Eigenschaft verehrt; manche sahen inihm Gott und Heros in einer Person vereinigtund opferten ihm um beiden Seiten seinesWesens gerecht zu werden sowohl nachgöttlichem als nach heroischem Ritus (Herod.2, 44; Paus. 2, 10, 1). Eine solche grundsätz-liche Scheidung zwischen Götter- und Heroen-verehrung ist der griechischen Religion über-haupt eigen. Wie die Heroen den Göttern imRange nachstanden, so galten auch die denHeroen zu erweisenden Ehren für geringer alsdie Ehren der Götter (Paus. 10, 31, 4), undwie sich die Heroen ihrem Wesen nach vonden Göttern unterschieden, so wich auch dieHeroenverehrung in ihren Formen von domGötterdienste vielfach ab (Arr. anal·. 4, 11).Wenn einem Heros einmal göttliche Verehrungzu teil wird (s. Ukert, Abli. d. sächs. Ges. d.Wiss. 2 (1850) 193, Anm. 152), so wird es alsetwas Besonderes betont, auch geht wohl einoffizieller Beschlufs dieser Rangerhöhung voraus

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