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eine unglaubliche Anzahl von Siegeskränzenheimgfetragen haben. Sowohl in Olympia wieauf Thasos errichtete man ihm eine Statue.Diese letztere soll nach dem Tode des Thea-genes einer seiner Feinde allnächtlich aus Rach-sucht gegeifselt haben, aber einst bei der Aus-übung dieses Frevels durch die herabstürzendeStatue erschlagen worden sein. Als die Thasier— um die gesetzliche Strafe für den Totschlagzu vollstrecken — die Statue ins Meer ver-senkten, trat Mifswachs ein, und man wandtesich an das delphische Orakel um Rat. Pythia befahl, die Verbannten zurückzurufen, und fügtebei einer zweiten Befragung ausdrücklich hinzu,dafs Theagenes gemeint sei. So wurde dieStatue, die zur selben Zeit gerade von Fischernans Land gebracht wurde, an ihren alten Platzgestellt und fortan göttlich verehrt. Die Le-gende wufste unter anderem, dafs Theagenesein Sohn des Herakles sei. Es hiefs, Herakles habe sich mit seiner Mutter in Gestalt seinesVaters, der Heraklespriester war, verbunden.Die Statue in Thasos war zur Zeit Lucians alsheilkräftig berühmt ( deor. conc. 12), und Pau-sanias bezeugt (6,11,3), dafs man auch anderswodem Theagenes Statuen errichtete und ihnwegen seiner Heilkraft verehre. Einer der be-rühmtesten Olympioniken neben Theagenes warPulydamas, der wie jener aus dem nördlichenGriechenland , nämlich aus Skotussa in Thes-salien stammte. Seine von Lysippos gefertigteStatue in Olympia soll Fieberkranke geheilthaben (Luc. a. a. 0.). Auf ihrer in Olympiaausgegrabenen Basis sind in Relief die beiPausanias (6, 5) erzählten Kraftstücke des Puly-damas dargestellt ( Ausgr. v. Ol. 3, Taf. 17 A;vgl. Purgold in den hist. u. philöl. Aufs.Pi. Curtius gewidm. 235 ff.), woraus hervorgeht,dafs diese Erzählungen spätestens etwa einJahrhundert nach seinem 01. 93 in Olympiaerrungenen Siege verbreitet gewesen seinmüssen. Zu Dyme in Achaia verehrten die-jenigen, welche sich zu einem Wettkampf inOlympia anschickten, den Oibotas durch sva-ytcfiata; wenn sie siegreich aus dem Kampfehervorgingen, bekränzten sie seine Statue inOlympia (Paus. 7, 17, 6). Oibotas sollte 01. 6in Olympia gesiegt haben. Da seine Lands-leute ihm dafür keine Ehren erwiesen, spracher den Fluch aus, dafs hinfort kein Achaiereinen Sieg erringe. Der Fluch ging in Er-füllung. In Delphi, wohin man sich wandte,erhielt man die Weisung, die Statue des Oibotasin Olympia aufzustellen (Paus. 6, 3, 4; 7, 17, 3und 6); dies geschah denn 01. 80. Ob zu gleicherZeit der Kult eingesetzt wurde, müssen wirdahingestellt lassen. Dasselbe Legendenschemafinden wir in Bezug auf den Kreter Diognetosangewendet, welcher auf seiner Heimatsinselals Heros verehrt wurde (Ptol. Heph. b. Phot,bibl. p. 151 a 20). Er soll von den Eieiernungerechterweise nicht mit dem Siegeskranzbelohnt worden sein.
Man sieht auf den ersten Blick, dafs dieOlympionikenlegenden, besonders die auf denKult der Sieger bezüglichen, viel Gemeinsameshaben und im ganzen die geläufigsten Motiveder Heroensage wiederholen. Dahin gehört die
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göttliche Abstammung des Euthymos und dienach dem bekannten Muster der Heroengenea-logieen gebildete Geburtslegende des Theagene s idas Verschwinden des Kleomedes und des Bu-thymos. Zu häufig wird die Einsetzung d esKultes durch irgend ein Unrecht motiviertwelches der Betreffende bei Lebzeiten erlittenhaben soll, als dafs man alle Fälle für histo-risch halten könnte: Kleomedes, Oibotas, Di°"io gnetos werden von den Preisrichtern, Theageneswird —■ in Gestalt seiner Statue — von denMitbürgern ungerecht behandelt. Bei den Oly®'pionikenlegenden zeigt sich ganz besondei“deutlich, wie die Heroensage in historischerZeit fortwuchert, und wie ihre Motive für histo-rische Personen in Anwendung gebracht werden·Die Lebenszeit und die Siege der genanntenAthleten gehören in das fünfte Jahrhundert·Doch ist der Anfang ihrer Verehrung, die aus-20 schliefslich von Schriftstellern der späteren Zeibezeugt wird, ohne Zweifel um Jahrhundertspäter anzusetzen. Wir legen weniger Gewiß“darauf, dafs die Legenden meist den Tod deBetreffenden voraussetzen und sich erstVerlauf einiger Zeit bilden konnten. Aber d®ganze Richtung dieser Heroisierungen wid® r 'spricht dem Geiste der guten Zeit, welche Ver-storbenen nur dann einen öffentlichen Kn
widmet, wenn sie sich hervorragende Verdienst
30 um das Gemeinwohl erworben haben. Als einMerkmal späterer Zeit mufs auch angesehenwerden, dafs die Verehrung mehrerer Athlet®,(des Euthymos , Theagenes, Pulydamas) 1110an ihre Gräber, sondern an ihre Statuen, denenman übernatürliche Kräfte zuschrieb, anknüpi" ■
Anders als die aufgeführten Beispiele w 11 ^die Verehrung des Olympioniken HipP°jsthenes, der zu Sparta einen eigenen Temp®hatte (Paus. 3, 15, 5), zu beurteilen sein.. Dj®io was Pausanias von diesem Kult bericht 0 ·ΰέβονσι äh εκ μαντενματος τον 'Iititoevi? Iατε Ποαειδώνι τιμάς νέμοντες erregt den Vdacht, dafs der Olympionike eigentlich 111heroische, aus einem Beinamen des Poseidabgeleitete Hypostase dieses Gottes war. .
Im Anschlufs hieran wollen wir zwei wtere Fälle besprechen, die ebenfalls nur sc k®\ ebar Heroisierungen sind. Auf Chips ver ® . sman einen Heros Drimakos (Nymphodot^ao aus Syrakus bei Athen . G, 2G5c —266 e; Le-oben Sp. 1202). In sein fern von der St*gelegenes Heroon brachten die entlaufe 11Sklaven, die von Räubereien lebten, nochZeit Nymphodors (Mitte d. 3. Jahrb. v. Β·
' άπαςχάς ’ von allem, was sie erbeutet hatNach ihrer Anschauung mufste der HerosLebzeiten ihresgleichen gewesen sein, u . ’ebenso wie sie, seinem Herrn entlaufen se ^man erzählte, er habe sich zum Anführer ^co im Gebirge umherschweifenden SklavenbaBgemacht und die Chier auf das härteste gbrandschatzt. Aber auch die BesitzerSklaven opferten dem Drimakos; dennschien ihnen im Traume und zeigte » ie ^Schläge ihrer Sklaven an. Die Sage ^ el 7 c ij aenämlich ferner von Drimakos, er habe 111 geines mit den Chiern geschlossenen V er * rnur solche Sklaven, denen wirklich eine seihe