Band 
Erster Band, zweite Abteilung. Euxistratos - Hysiris.
Seite
2713-2714
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2^13 Horai (ilire Naturseite: Wolkengött.)

schieben das dichte Gewölk,"bald es davor-zulegen·, also das Amt, mit einer Wolkedas Himmelsthor zu öffnen und zu ver-schliefs en. Die Späteren, soweit sie sich nichtdirekt an die homerische Stelle anschliefsen( w ie Luc. Trag. 33. Sacr. 8 ; Euseb. praep. ev.3 > 11, 38; Norm. 2, 175), machen ohne Ver-ständnis für die darin ausgesprochene Natur-oedeutung Pförtnerinnen des Olymp aus ihnen( gleich den Thiirhütern an einem Königshof® a gt Paus. 5, 11, 7; vgl. Ovid Fast. 1 , 125;ynintus Sm. 2, 598; Etym . M. "üga), ent-sprechend anderen Dienstleistungen, die ihnenGötterstaat zugewiesen werden. So in derGegel auch die Neueren. Die homerischenVe rse aber weisen offenbar auf eine dem Natur-gebiet angeh orige Th'ätigkeit der Horen amGimmel hin, indem sie von einem Öffnen und"erschliefsen desselben mittelst der Wolkefrechen (vgl. Roscher, Hermes d. Windgott 121). Die Vorstellung von einem verschlos-senen Himmelsraum findet sich auch bei Aesch .Ewm,. 827: Athene , die Blitzgöttin, hat alleinden Schlüssel zu dem Gemach, in dem derblitz versiegelt ist. Wenn sie dasselbe öffnet,bricht er hervor. Im Gewitter also thut sichder Himmel auf, und der verschlossene Himmelbedeutet die gewitter- und regenlose Zeit, vgl.Grimm, J). Myth . 493: Der Himmel ist ver-

njossen, wenn der Regen ausbleibt. Auf dasgnfspri n g en der Himmelsthore unter Blitz undon ner we j g (. auch der Ausdruck an unserereile: nvXai pvxov ovgavov bin (vgl. auchvhuiartz, Poet. Naturansch. 1, 198), da pvHaa&cu dch sonst vom Brüllen des Donners gebraucht

Aesch . Prom. 1082. 1062; Aristoph. Nub.. > Roscher, Gorgonen 85. 91. Poetisch be-lohnet Pindar das himmlische Gemach, das le Horen verschlossen halten oder öffnen, alsg len lKil.cifto 9 , Frgm. Hith. 75. Berglc P. L. 1 *,f: 'wenn das Jungfrauengemach der Horenj? c .., öffnet, bringen die Winde den duftendenruhling, so dafs Veilchen und Rosen spriefsen.i 1 ? rau s geht hervor, dafs es sich bei der Thätig-eit der Horen nicht sowohl um die Erschei-, Ingen des Gewitters als um den dadurcherbeigeführten fruchtbaren Frühlings-gen handelt. Ferner singt Callim. hymn.lüft ^ enn die taufeuchten Frühlings-bv·· we hen (geepvqov rtvsiovtos sigagv), dann, r l, igen die Horen die bunten Blumen; undj ° Mw · 3, 10; 'wenn die Kelche sich, spalten,H* 111 benetzt die Vorbotin des Zephyros, diejj re > die tauigen Winde, die von der Früh-gshore mit dem Sgoeosvti Seagä auf demaupt gesendet werden, ib. 11, 495; vgl. Plat.bab " ^ Efonn. 48, 578. Deshalb

hu 6n s * e se H>st auch tauige Gewänder ( Orph.

^2, 6) und lieben die feuchten Wiesen-die ^ Et i A<al td £ s ib. v. 4; Nonn. 34, 507;

lait7 0re Thallo wurde in Athen zusammen9 o,T er Taugöttin Pandrosos verehrt, Paus.alt i 2 ' ^d> er die Wesensverwandtschaft derRob len . Taugöttinnen mit den Horen vgl.tat; ert ^ e Gratis Atticis p. 149, in Commen-Di J! ne l T P^üol. in hon. Th. Mommseni, 1877.er c·,® '' e f e hrung für tauspendende Gottheitenart sich hinlänglich aus der Wichtigkeit

Horai (ihre Naturseite: Wolkengött.) 2714

des Taus für das Gedeihen der Vegetation undfür die Erfrischung des Menschen in einem sowasserarmen Land wie Attika, vgl. Neumann-Partsch, Physilcal. Geographie von Griechen-land S. 30 f. Noch deutlicher tritt die Be-deutung der Göttinnen im Kultus hervor: nachPhilochoros bei Athen . 14, p. 656 a betete manin Athen zu ihnen unter Darbringung vonOpfern um Abwendung sengender Hitze und umio zeitgemäfsen Regen (νδάτων ωραίων). Die neu-griechische Sitte, ein Mädchen ganz in Blumenund Feldgewächse zu hüllen, um dadurchlangersehnten Regen herbeizurufen (Grimm,Myth* 494), hat wohl den Sinn, dasselbezur regenspendenden Höre auszuschmücken. AlsGottheiten der himmlischen Gewässer habenendlich die Horen einen Brunnen, inwelchem sie baden, und alles, was dareingetaucht wild, behält lieblichen Duft. Die20 Kunde davon hat sich nur in einer volks-tümlichen Redensart bei Theohrit 1, 150 er-halten, wo von einem schönen Becher gesagtwird, er dufte so lieblich, wie wenn er in denQuellen der Horen (Slgccv επί κράναισή gebadetwäre. Der Brunnen bedeutet, wie in derdeutschen Sage, das Wolkengewässer, und des-halb ist damit noch eine eigentümliche Vor-stellung, die sich bei Ovid findet, zu verbinden.Dieser erzählt Fast. 5, 200 f.: Flora hat vonso ihrem Gemahl Zephyr einen Blumengarten, indem es immer Frühling ist, der immer vonFrühlingslüften erfrischt und von Quellen be-wässert wird. Wenn der Reif verschwindetund die Sonne wärmer scheint, da kommendie Horen und lesen die Gaben des Frühlingsaus dem Garten in ihre leichten Körbe, umsie den Sterblichen zu bringen. In der deut-schen Sage hat Holda einen Brunnen (denWolkenbrunnen); unter demselben liegt eine40 blumige Wiese, auf welcher die herrlichstenGewächse blühen und die schönsten Früchtereifen; im Frühling öffnet sie ihren himmlischenGarten (das Lichtreich), und von da kommt dasPflanzenwachstum zur Erde, um im Winterwieder dahin zurückzukehren; denn im Winterist das Lichtreich verschlossen; s. Mannhardt,Germ. Myth . 424 f. 455 f. 467 f. Die Überein-stimmung mit der Erzählung von den Horenliegt auf der Hand. Der himmlische Brunnen,50 welcher die Wolkengewässer bedeutet, gehörtaber auch den nordischen und deutschen Wasser-und Wolkenfrauen an, den Nornen (Grimm, M. 3 J ,337), denValkyrien (Mannhardt a. a. 0.557 f.) undden deutschen Schicksalsschwestern; ebend. 666.Auch die Horen als Gottheiten der himm-lischen Gewässer, die durch Tau undRegen Wachstum spenden, aufzufassenund jenen an die Seite zu stellen, dazu wirdschon das Bisherige berechtigen, welches nochgo im Einzelnen ausgeführt werden könnte; vgl.den an den d -άλαμ,ος der Horen erinnerndenSaal der Nornen am Urdarbrunnen, Grimm 337;Nornen und Valkyrien baden in Seen, und vonden Mähnen der Valkyrienrosse trieft der Tauin dieThäler, Grimm 350; Mannhardt 557; dieValkyrien eröffnen, wie die Horen, den Himmel(Grimm, M. 3 4 , 242). Gröfseres Gewicht alsdem Zusammentreffen einzelner Züge ist der