Band 
Erster Band, zweite Abteilung. Euxistratos - Hysiris.
Seite
2965-2966
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^65 Hercules (Schwein des H.)

ursprünglichen Wesen nach altitalischen Ceresj 8 · d., oben Sp. 859 ff.) als Götter des Acker-baues verehrten, ist nicht mit Sicherheit zuentscheiden, jedoch ist das letztere nicht un-wahrscheinlich (vgl auch E. Hoffmann, DieArvalbrüder [Sonder-Abdruck aus den Verhandl.der X y // Philol.-Vers., Breslau 1858] S. 16Anin. 66); jedenfalls geschah das Opfer nachuern . vorher Bemerkten ritu romano. Dafsdabei Hercules ein weibliches Opfertier em-h&ig, ist nicht glaublich; es ist anzunehmen,dafs nur Ceres, die Göttin der Fruchtbarkeit,das trächtige Schwein erhielt, Hercules aber,der Vertreter des männlichen Prinzips, einjuännliches. Das Schwein hat Hercules alsyPfertier mit Silvanus (luven. 6 , 447; vgl.das Belief im Berliner Museum C. I. L. 6 , 637 Verzeichn, der ant. Skulpturen etc. Berl.188 5 S. 128 nr. 717, wo die Publikationen an-gegeben sind; und die Reliefs Beschreib, d.®tadt Bom von Platner u. s. w. 2 , 2 S. 79628. C. I. L. 6 , 595. 618. 657. 666 ) und^erhaupt mit altrömischen Gottheiten desWaldes, der Fluren und des ländlichen Segensi v gl. z. B. im allgemeinen Cato, de agricult.*34. 139 Varro , r. r. 2 , 4, 9 f. Hör., epist.

1, 143; Marquardt, Röm. Staatsverw. 3 2· 173f.) gemeinsam. Auf Bildwerken sakralen^uarakters ist Hercules häufig mit dem^chrveine, seinem Opfertiere, oder dieses mitden Attributen des Hercules zusammen ohneden Gott abgebildet; vgl. die oben in Abschn. Ibei der Besprechung des im Tempel auf dem*orum boarium aufbewahrten Bechers ange-nhrten Bildwerke, darunter besonders das da-selbst abgebildete Relief bei Zoega, Bassiril. 2* a f. 68 , wo das Schwein deutlich als männ-hches charakterisiert ist; ferner das vorherbeschriebene Relief einer Basis (oder einesAltars) des Museo Chiaramonti mit Hercules^d Silvanus; aufserdem z. B.: Relief einesAltars im Museum zu Avignon : auf einemostament steht Hercules, dem ein Fell denjWclcen herabfällt, in der Linken ein pedumaltend, in der Rechten einen länglichen un-eutlichen Gegenstand; vor ihm ist an einemaume die- Keule aufgehängt, ein Schwein^ e gt daneben am Boden (Stark im Arcliäol.Aw zeiger 1853 S. 365); Relief eines Altarse8 lateranensischen Museums: neben einemfischen Hercules und Minerva stehendenItar ist ein Schwein sichtbar ('Ara Giu-uuani; Benndorf-Schöne, Die ant. Bildw.lateran - Mus. S. 322 ff. nr. 459* mit An-&abe der Publikationen; C. I. L. 6 , 277); dieofion hei Besprechung der Verbindung dese rcules mit Mercur erwähnte Darstellung[Her Lampe: Hercules setzt seine Keule aufSchwein (oben Herakles Sp. 2185, 14 ff.);lagment eines Terracottareliefs: Hercules stehteiner Basis, ein Priester opfert ihm einüb We ^ n (^ull. inst. 1831 S. 4); vgl. noch1 e . r andere hierher gehörige Bildwerke Ann.

l nst. io, 1838 S. 176 f. und Stephani, Derq Ws 'ruhende Herakles S. 117 f. (Schwein alsPiertier des griechischen Herakles: s. obenae räkle 3 Sp. 2184, 27 ff.).

In der Verbindung mit Ceres ist also, wie

Hercules (H. Rusticus u. s. w.) 2D66

schon hervorgehoben wurde, Hercules Gott desAckerbaues. Porphyrio (zu Iior., sat. 2, 6 , 12S. 321 H. 264 M.; auch Comm. Cruq. z. d. St.)sagt geradezu res rustica in tutela . . . eius(sc. Herculis). Hauptsächlich auf den Land-bau bezieht sich wohl der Hercules Sur-rentinus des Pollius Felix, der von Statius im ersten Gedicht des 3. Buches der Silvaeanläfslich der von Pollius vorgenommenenio prächtigen Erneuerung des vorher dürftigenHeiligtums besungen und agrestis genanntwird (v. 10 f. unde haec aula recens fulgorqueinopinus agresti | Alcidae?·, vgl. v. 82 f. stabatdicta sacri tenuis casa nomine templi | et magnumAlciden humili lare pare premebat)·, und derKult des Hercules Rusticus, der von Aelius Lampridius (v. Commodi 10 , 9) erwähnt wird:(Commodus ) habuit et hominem pene prominenteultra modum animalium, quem onon appellabat20 sibi carissimum, quem et ditavit et sacerdotioHerculis Rustici praeposuit. Porphyrio (a. a. 0.)spricht von einem Opfer, welches die Land-leute dem Hercules darbrachten, wenn sie diejungen Ackerstiere unter das Joch gezwungenhatten: illi (d. i. Herculi) sacrificia redduntrustici, cum iuvencos domaverint; dies erinnertan das Opfer eines jungen, vom Joche unbe-rührten Stiers an der Ara maxima (s. Abschn. III;aber auch an den Herakles Buzyges, s. über30 diesen Hartwig S. 26 ff.).

Bei der Errichtung von Kultstätten desländlichen Hercules scheint man in der Zeit,wo Stein das Hauptmaterial für die Herstel-lung derselben abgab, mit Vorliebe die Formenprimitiver Heiligtümer, bei denen rohe Baum-stämme die Hauptrolle spielten und zugleichdas Symbol des Gottes, die Keule, darstellten,und ein Baumstumpf den Altar des ländlichenGottes bildete, nachgeahmt zu haben: Säulen,40 welche die Gestalt von Keulen haben (E.Braun im Bull. d. inst. 1855 S. XX), und einganz roh gearbeiteter Altar des vatikanischenMuseums in Form eines mit den Symbolen desHercules geschmückten Baumstumpfes (Ger-hard, Ant. Bildwerke Taf. 114 nr. 14) sindoffenbar solche Nachahmungen, zu denen sichals weiteres Beispiel des Festhaltens altertüm-licher Holzskulptur eine marmorene Basis inGestalt einer Keule gesellt (Brunn im Bull.50 d. inst. 1858 S. 77 f.). Wie beliebt das Motivder Keule für Gebäude und Utensilien desHerculeskultus war, zeigen aufserdem Säulen-kapitäle, die mit Keulen (und dem Löwenfell)ausgestattet sind (Gerhard a. a. 0. nr. 5 8 ),ein runder Altar des kapitolinischen Museumsmit vier Keulen in Hochrelief als Träger vonBlumengewinden (Foggini, Mus. Capitol. 4Taf. 61) und zwei Kandelaber, der eine vonMarmor, der andere von Bronze, in Gestalt60 von Keulen (Reifferscheid, Suile imagini u. s. w.S. 223 Taf. LM nr. 3 und 4). Alle diese Denk-mäler lassen sich um so sicherer dem Kult desHercules als ländlichen Gottes zuweisen, alssich im Kulte des verwandten Silvanus in ganzähnlicher Weise Nachbildungen alter Holz-bildwerke in Stein vorfinden (vgl. Reifferscheida. a. 0. S. 221 ff. Taf. K nr. 1 . LM nr. 1 . 2 ).

VII) Hercules unter den Penaten;