5 Iakclios (eleusin. Kult)
Ammen des Dionysos -Iakchos sind), im Chor-gesang b. Aristoph. ran. 377 ff. neben der Kora-Soteira und der Demeter angevui'en(vgl. Artemid.Oneirohr. 2, 39: Αημήτηρ καί. Κόρη v.ul 6 λεγό-μενος "Ιακχος und ebendas. 2, 34; vgl. Eustath.z. II. 752, 21), so sehen wir diese Gottheitenin der praxitelischen Gruppe Paus. 1, 2, 4(vgl. Giern. Alex, protr. 54 Αήμητρα Κόρην καιτον Ίακχον τον μνατικόν) vereinigt und findensie wieder in der italischen Dreiheit vonCeres, Liber ( Mythogr. Vat. 3, 12, 2; Serumszu V. Eclogen 6,15) und Libera ( Gerhard, Pro-dromus 114 ff); so heilst Iakchos bei Strabo 468αρχηγέτης των μυστηρίων (vgl. schol. Ari-stoph. ran. 343 μυστήρια ών τής τελετής ονμόνον χορευτής, αΙΤά και έπαρχος ήν δ Αιό-νναος) und τής Αήμητρος δαίμων und istals solcher den Mysten leuchtender Führer(Iakchos mit Fackel in der schon erwähntenGruppe des Praxiteles und bei Aristoph. ran.340; die Fackel ist Symbol der läuterndenReinigung Ilom. Hym. Ger. 234 ff. oder derLebenszeugung Fiat, de leg. 6, 776 b; vgl.Neuber a. a. 0. 28) durch Nacht und Finsterniszum Licht (als Helfer in den Gefahren derUnterwelt heilst Iakchos-Dionysos nach Preller,Aufsätze 297 = Archäol. Zeit. 1861, 166 Epi-machos auf einer zu Knidos gefundenen Basismit der Inschrift Αάματρι, Κουρά, Πλοντωνι,Έπιμάχω, Ερμα-, die Stellung zwischen Plutonund Hermes d. h. dem Psychopompos deutetdarauf hin) und Geleiter zum Sitze der Seligenund zur Unsterblichkeit; daher nennen ihn dieMysten φώσφορος άστήρ\ Aristoph. ran. 342;vgl. Soph. Ant. 1147 χοραγός άστρων und denVers des Eumolpos bei Diod . 1, 11 άστροφανήΑιόννσον εν ακτίνεσσι πνρωτόν. Es kann hiernicht der Ort sein, näher auf die eleusinischenMysterien, denen die Person des Iakchos denStempel einer höheren geistigen Weihe auf-drückt, und deren Feier einzugehen; es seihier nur kurz gedacht des den Iakchos aus-schliefslich angehenden Iakchostages, der aufden 20. Boedromion ( Preller, Zeit der attischenEleusinien Ztschrft. f. d. Altertumswissensch.1835, 1001 ff., Mommsen, Heortologie 226 ff.)fiel und alljährlich (άνά πάντα έτεα Herod.8, 65 [beiläufig die älteste Belegstelle für denNamen des Iakchos]) gefeiert wurde. Bekanntist, dafs der Seesieg von Salamis auf diesenTag fiel (Herod. a. a. 0. Flut. Them. 19. Ari-stid. or. 19 vol. 1, 418. or. 42 vol. 2, 282 undschol. 3, 648), und dieser glückliche Zufall wirdohne Zweifel dem lakchostag für die Zukunftein höheres Ansehen verschafft haben. DieserTag hiefs selbst Iakchos (Hesych. Suid. Ίακχος-ή ημέρα, κα&’ ήν εις αυτόν ή πανήγυρις) ebensowie der dem Gotte zu Ehren von Athen nachEleusis stattfindende Festzug ( έξάγειν ΊακχονHesych. Flut. Them. 19. Gamül. 19, 9. έξελαν-νειν τόν Ίακχον Flut. Ale. 34, 3. τον Ίακχονέξ αστεος Έλευαίνάδε πέμπειν Flut. Phoc. 28.προπέμπειν τόν Ίακχον G. I. Α. 2, 467. 471;vgl. 468—470. προπέμπειν τόν Αιόνναον schol.Victor. Arist. ran. 395 vgl. 399), an dem, wieaus Herod. a. a. 0. hervorgeht, viele Tausendeteilnahmen; wie sehr den Athenern die Feierdieses Tages zum Bedürfnis geworden war,
Iakchos (eleusin. Kult) ß
zeigt der Bericht des Plutarch (Ale. 34; vgl.Xen. Hell. 1, 4, 20), wonach die Athener seitder Besetzung Delreleias durch die Spartanerden Festzug, um ihn nur zu ermöglichen,übers Meer abgehen liefsen; im Notfall gingder Zug unter militärischer Bedeckung derEpheben nach Eleusis (Plut. a. a. 0. vgl. C.1. A. 2, 467. Inschr. im Philister 2 p. 238 f.bei Mommsen, Heortologie 227); über den Weg,den die Prozession nahm, und die unterwegsstattfindenden Kultushandlungen s. Preller , devia saera Eleusinia 1. 2 = ausgewählte Auf-sätze 117 ff. und in der Bealencyhlopädie 3,97 ff Mommsen a. a. 0. 226 ff. 253 ff. Prellerläfst den Zug vom Eleusinion, das er nord-westlich unter der Burg naqh dem Markte undTheseion zu und nahe bei dem Altar derzwölf Götter sucht, ausgehen, von da über denMarkt nach dem Ίακχειον (Plut. Arist. 27, 6.Alciphr. ep. ,3, 59; in der Nähe dieses Tempelssafsen Geldwechsler und Traumdeuter) ampeiräischen Thore [vgl. jedoch Milchhöfer b.Baumeister, D. d. hl. Alt. S. 161. R.] und meint,nachdem er sich in dem in der Nähe befind-lichen Πομπεΐον (Paus. 1, 2, 4) gerüstet, sei erdurch den Kerameikos (d. h. durch das thria-sische, heilige oder kerameikische Thor) hin-ausgezogen; dagegen nimmt Westermann (Zeit-schrift f. d, Altertumswissenschaft 1843, 665 ff.)an, das Eleusinion habe beim Iakeheion ge-legen oder sei mit ihm verbunden gewesen,und verlegt das Eleusinion entfernt vom Marktan das östliche Ende der Burg ebenso wieLeahe, Top. 214, 4 (vgl. Zeitschr. f. d. Alter-tumswissensch. 1841,1157), Gerhard, Bhein. Mus.18, 300 ff. Äbhandl. 2, 354. Mommsen a. a. 0.249; nach letzterem a. a. 0. 251 f. ist der vonPausanias 1, 2, 4 in der Nähe des peiräischenThores erwähnte Demetertempel (mit den Bild-säulen der drei eleusinischen Gottheiten) ebendas Iakeheion (Böchh, G. I. p. 471; Milchhöfera. a. 0.); Sainte-Croix bei Bolle a. a. 0. 1, 128hält das Eleusinion für gleichbedeutend mit demIakeheion, vcn&Lobech, Aglaoph. 253 schlofs ausPaus. 1, 37, 4, dafs das Iakeheion auf der eleu-sinischen Strafse jenseits der Kephissos beimDenkmal des Mnesitheos zu suchen sei. DieserMnesitheos nämlich, ein Arzt, hatte aufseranderen Bildsäulen auch eine des Iakchos(Paus. a. a. 0.) geweiht, in der Nähe seinesDenkmals befand sich ein Tempel des Kya-mites, der nach dem Bericht des Pausanias in engem Zusammenhang mit den eleusinischenMysterien stehen mufs. Man hat diesen Kya-mites für identisch mit Iakchos erklärt, indemman in der Glosse des Hesych. Κναμίτης- 6πάγκος καλούμενος konjicierte δ Ίακχος (Soping.und Salmas. in Solip. p. 258; vgl. Welcher,Götterl. 3, 284); anders jedoch Preller, de viasacra Eleus. 2, 5. — Der Zug verliefs Athenschon am 19. Boedromion, etwa vormittags(Mommsen a. a. 0. 226), da man schon in derNacht auf den 20. in Eleusis sein wollte undder Weg dahin ein ziemlich weiter war (Arist.ran. 401 πολλή v οδόν. Bodwell, dass. tour, hatnach Preller, de via s. E. 2, 14 den Weg vonAthen nach Eleusis in 4 Stunden 5 Minutenzurückgelegt), auch die unterwegs vorzuneh-
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