Band 
Zweiter Band, erste Abteilung. Iache - Kyzikos.
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21 lanus (Curiatius; Tigill. soror.)

des Forums gelegene (sonst lanus medius ge-nannte) Bogen gemeint sei, welche beide zu-sammen die Totalität des Marktes (von einemEndo bis zum andern) bezeichnen sollen.Anders Becker, Top. 326 f. u. liichter b. Bau-meister a. a. 0.1469 (der unt. I. medius mit Rechtdenüber den Vicus Tuscus gespannten Bogen ver-steht). Uber die Vesta ad Ianum vgl. G.I.L.1 p. 395 a; Jordan a. a. 0. 216 Anm. (derdiesen lanus für den geminus hält) und Brenner,Hestia-Vesta 243 (der ihn für densummuserklärt). Mommsen G. I. L. 1 p. 395 a ineint, essei dermedius gewesen, und diese Ansichtscheint mir in der That das meiste für sichzu haben. Wie dem auch sein möge, wir er-kennen aus der Existenz mindestens dreierIani auf dem Forum, dessen äufserste Enden(Ein- und Ausgänge?) unzweifelhaft durchlanusbögen bezeichnet wurden, wie eng derBegriff des lanus mit dem des Forums ver-bunden war, so dafs Jordan a. a. 0. S. 348den Gott mit Recht den Patron des Marktesnennen kann.

b) In einer alten Strafse der vierten Regionder Stadt,nicht weit vom Colossus Neronisbei dem Amphitheater (Becker, Top. 527)stand das sogen. Tigillum sororium, d. h.wohl ein primitiver aus einfachen Holzbalken(= δόκανα?) gebildeter lanus (vgl. Bichter b.Baumeister, Bmikm. 1528), neben welchem zweiAltäre, der eine der luno Sororia, der anderedem lanus Curiatius geheiligt, errichtet waren(vgl. Fest. s. v. Sororium tigillum ... duo tigillatertio supertecto, quae pater eius constituerat,velut std) iugum missus subit, consecratisque ibiaris Iunonis Sororiae et Iano Guri at io libe-ratus omni noxia sceleris est auguriis appro-bantibus etc. Bion. TIal. 3, 22: κάκεΐνοι βω-μούς ιδρνσάμενοι δύο, τον μεν Πρας, η λέλογχενεπισκοπεΐν άδελφάς, τον δ έτερον . . .Ιανον.... επωνύμου δε Κορατίων των άναιρε&έντων%. τ. λ. «κι &υσίας τινάς επ' αντοΐς ποιήααντεςτοΐς τε αλλοις κα&Ίχρμοΐς εχρήβαντο και τε-Χεντώντες νπηγαγον τον Όράτιον νπο ζυγόν..... τούτο μεν δη το χωρίον της συμφοράς τονάνδρος μνημείον εν τη πόλει ετι φνλάττει,ϋνσίαις γεραιρόμενον νπο 'Ρωμαίων κα& έκα-στον ενιαυτόν·, mehr b. Marquardt, Staatsv. 3S. 560). Wie alt dieses bis ins 5. Jahrhundert( Becker a. a. 0.) nachweisbare Heiligtum war,ersieht man aus der Legende, wonach die Er-richtung des Tigillum und der beiden Altäreauf die Sühne des von dem letzten Horatierbegangenen Schwestermords bezogen wurde.Zum Verständnis der Legende erinnere ichan die von Grimm, Ώ.Μ. 3 1118 erörterte Sitte,einen verderblichen Zauber (Fluch) dadurch zulösen, dafs man durch gespaltene Bäume,durch Erd- und Felsenhöhlen hindurchgingoder -kroch. Io. Lydus de mens. 4, 1 erklärt(nach Labeo ) den Beinamen Curiatius alsέφορος εύγενών (vgl. den ebenda erwähntenlanus Patricius und die 30 curiae der patri-zischen Altbürger). Κονριάτιοι γάρ και Όρά-τιοι ονόματα ευπατριδών είαι. Flausen, Aeneasu. d. Ben. S. 714 erklärt den lanus Curiatiusals den Gott der Kurien, Preller, B. M. s 1,171als den Genius oder Urheber patrizischer Ge-

lanus (auf d. Ianiculum ) 22

schlechter, was insofern nicht unwahrschein-lich ist, als die ihm parallele luno Sororiazweifellos eine Iuno (d. h. weiblichen Geniusder Frauen) bedeutet (vgl. den Artikel Iuno ).Das Sühnopfer fiel nach den Fasti Arvaliumauf den 1. Oktober, also auf einen zugleich derIuno und dem lanus geheiligten Tag (Kalendae).

c) Auf einen sehr alten Ianuskult deutetferner der allgemein (Solin . 2, 4) auf lanuszurückgeführte Name des Ianiculum, aufwelchem schon Ancus Martius zum Schutzeder Flufsschiffahrt und des gegenüberliegen-den römischen Hafens ( Jordan, Topogr. 1, 1,431 ff. Bichter b. Baumeister, 1). S. 1437 f.1499) eine Befestigung angelegt hatte (Dion.Hai. 3, 45. Liv. 1, 33, 6). An diese Stätteknüpfte sich erstens die Legende, dafs in derältesten Zeit lanus als König daselbst geherrschtund den vor luppiter aus Kreta geflohenenSaturnus gastlich aufgenommen habe (vgl.Verg. 8, 319 ff. u. 357: hanc lanus pater, liancSaturnus condidit arcem, Ianiculum huic, illifuerat Saturnia nomen. Ovid f. 1, 245: arxmea collis erat, (quem cultrix nomine nostroNuncupat haec aetas Ianiculumque vocat.Brotarch. u. Ihjgin. b. Macrob. 1, 7, 19 ff.Blut. Q. Gr. 41, Arnob. adv. g. 3, 29; vgl.1, 36. Cass. Bio b. Ccdren. 1 p. 295, 10 Bekk.Ilerodian 1 , 16. Mythogr. Vat. 3, 1 , 2. Lact.inst. 1, 13. Tert. Nat. 2, 12 = Apol. 10. Serv.V. A. 8, 319: Saturnus rex fuit Cretae, quemluppiter filius bello pepulit. Hic fugiens abIano [rege, qui urbem habuit, ubi nunc Iani-culum est,] est susceptus, qui regnabat in Italia ;quem cum docuisset usum vinearum et falcis[et humaniorem victum,] in partem est admissusimperii et sibi oppidum fecit ....). Hiermitverband man die Idee von einem goldenenZeitalter in Italien als dessen Vertreter ebenlanus und Saturnus galten: Varro (?) b. August,civ. d. 7, 4: de lano . . non . . . facile quicquamoccurrit, quod ad opprobrium pertineat. Ftfortasse talis fuerit, innocentius vixerit et afacinoribus flagitiisque remotius. Saturnumfugientem benignus excepit; cum hospite parti-tus est regnum, ut etiam civitates singulas con-derent; iste Ianiculum , ille Saturniam (vgl.auch den Art. Saturnus u. Preuner, HestiaS. 380 f. 389). Und zwar gab es von dem aufdem Ianiculum wohnenden lanus zwei ver-schiedene Traditionen: nach der einen sollteer ein Ureinwohner ( indigena Macrob. 1, 7,19. Labeo b. Io. Lyd. 4, 1lavov .... Πατρί-κιον ώσει αντόχ&ονα) von Latium , das auchCamesene hiefs, sein und mit dem sonst ver-schollenen Eponymos dieses Landes, Cameses,zusammen eine Zeit lang auf dem Ianiculum geherrscht haben (Protarch. Troll, u. Hygin b. Macr. 1, 7, 19: lanus . . . cum Camesc*)aeque indigena terram hanc ita participata po-tentia possidebant, ut regio Camesene, oppidumIaniculum vocaretur). Die andere vorwiegendgriechische 'Version der Sage Täfst dagegenden lanus, ebenso wie den Evander, Aeneas ,Saturnus u. a. (vgl. Solin 2, 5 ff. p. 34 f. ed.

*) Oder sollte Camese auch hier als Gemahlin deslanus zu fassen sein?

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