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Zweiter Band, erste Abteilung. Iache - Kyzikos.
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53-54
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53 Ianus (4köpfig; Entstehung d. Ianustypus)

liehen Museum aufbewahrtestatua aenca Tus-cae originis welche Detlefsen, de arte Roman,antiq. 1 p. 21 (vgl. auch Lorini, di dwe Sta-tuette in bronzo ed inscritte rinvenute presso lemura di Cortona; Cortona 1885) folgender-mai'sen beschreibt:iuvenis bifrons imberbisnudus, torque tantum et caligis ornatus, lenipassu incedens, qui äextram protendit, sin. fe-mori admovet.

B) Vierköpfiger Typus ( quadrifrons, ioτετράμορφος Lyd. d. mens. 4, 1. Suid. s. v.Ιανουάριος). Das älteste Beispiel dieses Typusist der alte aus Falerii nach Rom gebrachteund später auf dem Eorum Transitorium auf-gestellte Ianus.

C) Entstehung der lanustypen.*)Schon mehrfach ist behauptet worden, dafsdie Form des Doppelkopfes keine echtitalischeErfindung (wie Mommsen, R. G. s 1, 163 undDetlefsen, de arte Rom . «Mti'g. part. 1 p. 21 an- 20nehmen), sondern nur die Übertragung einesschon der griechischen Kunst geläufigen Typus(der Doppelherme) sei. Obwohl sich dieseAnsicht nicht mit voller Sicherheit beweisenläfst, ist sie doch als in hohem Grade wahr-scheinlich zu bezeichnen, da sich in der Thatin der griechischen Kunst schon seit sehr

alter Zeit derartige Doppel-köpfe nachweisen lassen**),daher es durchaus falsch ist, 30wenn Ovid (f. 1, 90) von Ianus sagt: nam tibi par nullumGraecia mimen habet. Natür-lich berücksichtigen wir in_ der folgenden Aufzählung von

m (Kronos) doppei- Doppelköpfen nicht die, wel-köpfig aufe. Münze che zwei verschiedenen Göt-von Mallos (nach tern angehörende GesichterAnnuaire de la so- verbunden zeigen, sondernciete franr·. numism. nur solche, welche entweder, 401883. Pi. 5,15). wie p uo ( an (Jupp. trag. 43)sagt, διττοί και άμφωτέρω9ενομοιοι sind, oder welche ein und dieselbePersönlichkeit in verschiedenem Lebensalter(d. h. jugendlich ohne Bart oder männlichmit Bart) darstellen.

a) Argos doppelköpfig auf einer echt-archaischen schwarzfigurigen Amphora, be-sprochen von Overbeck, Kunstmyth. d. ZeusS. 476; desgl. auf einem späten Vasengemälde 50aus Ruvo (Argos hat ein bärtiges und einjugendliches, unbärtiges Gesicht), Overbeck

*) Die Alten hatten von der Entstehung des doppel-köpfigen Ianus die verschiedensten und abenteuerlichstenAnsichten; vgl. Dio Cass. bei Cedren. 1, 295, 10 ff. Bekk.Herodian 1, 16. Qv. f. 1, 113 ff. Jlythogr. Vat. 3, 4, 9. Äug.c. d. 7, 8. Serv. A. 7, 610. Auson. ecl. 9.

**) Auch die ägyptische und phönikische Kunst kennenianusartige Doppelköpfe; vgl. z. B. den doppelköpfigenBesä (Bd. 1 Sp. 2887, 64; Catal. of engrav. gems in the Brit. 6^Mus. nr. 189), sowie den doppelhäuptigen El oder Kronosauf Münzen von Mallos (Imhoof-Blumer , Mallos Megarsos etc.Paris 1883 S. 16 f. u. 36 Taf. 5, 15 = Annuaire de la soc,Fran$. de numismat. ann6e 1883; oben Bd. 1 Sp. 1226, wodie Doppelköpfigkeit als Symbol der Wachsamkeit ge-fafst ist). Vielleicht war auch das älteste Apollonidol zuAmyklai (mit 4 Armen und 4 Ohren) ursprünglich ianus-artig gebildet und hatte nur durch Zufall sein zweitesGesicht eingebüfst, wie M. Mager, Giganten S. 83 vermutet.

Ianus (Analogieen d. griech. Kunst) 54

a. a. 0. S. 478. Dieser Typus des Argos istdeshalb für die Entstehung des Doppel-gesichts besonders bezeichnend, weil es keinemZweifel unterliegt, dafs in diesem Falle derDoppelkopf die unermüdliche, nach verschie-denen Seiten gerichtete Wachsamkeit undAufmerksamkeit des Wächters der Io ans-drücken sollte.

ß) Boreas erscheint doppelköpfig auf deroben Bd. 1 Sp. 809/10 besprochenen Vaseschönen Stils. Wahrscheinlich erklärt sichdiese Doppelköpfigkeit des Boreas aus denWorten des Theophrast de vent. 27 ff.: βορέουπνέοντας προς τον βορέαν. . . . ενιαχού . .

. . . άντίηνοιαι γίνονται τωβορέα διά την περίκλααιν, ώστεκαι εναντιοδρομείν τά τιΧοΐα ,κα&άπερ και περί τον πόροντον εκ Χαλκίδας εις&ρωπον,ονς δη καλονσι παλιμβορέας. Weibl. Doppel-γ) Eine sehr alte Münze köpf auf einervon Athen ist geschmückt mit hocharehaisciienjaniform female heads of ar- Munze v · Atliel1chaic style, wearing earrinqs; b lao ' 1 //' toio S' e< )/Catal. of the coms m the Bnt. ...

Mus. Attica p. 5; Taf. 2 nr. 10.

δ)Double tete de femme, archaischeMünze von Lampsakos bei Imhoof- Blumer ,Monnaies grecques S. 248. Vgl. auch die στήληγυναικεία δικάρηνος εν τη πόρτα τον κάστρουΠανόρμον bei Godinus de sign. p. 62 Bonn .

f) ,, Tete de Pallas ά deux faces, kili-kische(?) Münze bei Imhoof - Blumer a. a. 0.S. 371; Taf. G nr. 11.

t) Münzen von Rhegion, beschrieben imCat. of greek coins in the Brit. Mus. ItalyS. 381, zeigenjaniform fe-male heads laur. and each wea-ring modius, Stephane, earringand necklace.

η) Hinsichtlich der Darstel-lungen des ähnlich wie Ianus dieeinfachen und die Kreuzwegebewachenden Έρμης δικέφαλος Doppelkopf dosund τετρακέφαλος, welch letzte- bärtigen u. un-rein man den Typus des Ianus bärtigen Diony-quadrifrons vergleichen kann Münzo T0I1 Te _verweise ich auf den Artikel no(ios (n. Gard-Hermes (Bd. 1 Sp. 2415 f.); Vgl. ner,Ujpesof Greekauch oben Sp. 53, 10 ff. coins. PI. io, 48).-

ff) Bärtige geflügelte Doppel-büste (Kronos oder El) auf einer Münze vonKamarina (?); Gerhard, Ges. ak. Abh. 1, 160Taf. 9, 3. Vgl. ebenda Taf. 43, 23, Bd, 2S. 540. S. oben Sp. 53 Anm.**.

i) Münzen von Tenedos zeigen einen ianus-artigen Doppelkopf des bärtigen und unbärtigenDionysos ; Gardner, Typ. Taf. 10, 43, Head,TL N. 476, Imhoof-Blumer, Monn. gr. S.269, derwohl unrichtig den unbärtigen Kopf als ' femi-nine fafst. Vgl. Gollect. A. Oastellani nr. 1082.

k) Auf Münzen von Thasos aus der 1. Hälftedes 4, Jahrhunderts {Catal. of greek coins in theBrit. Mus. Thrace S. 221 nr. 51 f.) sieht maneinjaniform head of bald and bearded Satyr.

λ) Über Hängegewichte in Form von Doppel-köpfen s. Friederichs, Berlins amt. Bildw. 2nr. 923 u. 923 b (S. 208).