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Ianus (dopperköpfig , bartlos)
Ianns (in ganzer Figur)
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Ianus bärtig auf e. röm. Triental-as (nach Mommsen, hist. etc.pl. XXII, 7 = Baumeister , D.S. 966 nr. 1166).
von manchen für Zeus erklärte Doppelkopf(etwa lebensgrofs) im Palazzo Spada zu Bom,abgebildet in E. Brauns Ant. Marmorwerken1. Dekade Taf. 3a u. 3b, besprochen vonOverbeck, Kunstin. Zeus S. 91 f. Matz-Duhn,Borns ant. Bildw. 32 ; vgl. auch Müller, Hdb.d. Arch. 407, 2. Sind hierher auch die Ianus-herme Impr. d. 1. 4,86 {Müller a. a. 0.) u. die ob.(Bd. 1 Sp. 2416) von Scherer auf Hermes bezogeneGemme (Doppelge-stalt , bärtig mitPetasos und Stab)zu stellen? Nebendiesem bärtigenDoppelkopf begeg-net auf Münzen,z. B. denen von Vo-laterrae (s. obenSp. 28), und auf rö-mischen Familien-münzen {Klausen ,Aeneas 715 Anm. r),sowie auf Gemmen{Tölken nr. 1398),noch ein jugend-licher, dem un-bärtigen Hermes ähnlicher Typus bisweilen miteinem ziemlich flachen, oben in eine Spitze aus-laufenden Petasos (vgl. Gat. of greek coins inthe Brit. Mus. Italy S. 9—11. Deecke, Etrusk.Forsch. 2 S. 90. 125 Taf. III nr. 42. Müller-Wieseler, D. a. K. 1, 63, 327). Ganz ähnlich,nur dafs das eine Gesicht bärtig, das anderejugendlich ist, sind die beiden oben (HermesSp. 2416) von Scherer auf Hermes δικέφαλοςbezogenen Doppelköpfe auf Gemmen, in welchenvielleicht auch Ianus anzuerkennen ist. Ebensoerscheint auf den asses des aes grave vonMittelitalien ein jugendlicher bartloser Doppel-kopf (mit Diadem?); vgl. Catalogue a. a. 0.S. 48 u. 49. S. auch die röm.-campan. Münzenb ei Babeion, Monn,de la rep. I S. 21 ff.sowie die Münzeder Fonteia ib. IS. 499.
Überhaupt istIanus (oder die mitihm identificierteDoppelherme?) zueinem häufigenMünzbilde vielerStädte Italiens , Si-ciliens u. Griechen lands geworden;vgl. Brakon vonKerkyra b. Athen .692 DE {—Eustath.z. Od. 1533, 3): των κατά τήν'Ελλύδα πολλάς πό-λεις και των κατά την Ιταλίαν καί Σικελίαν επίτον νομίσματος έγχαράττειν πρόσωπον δικέφαλονκαί εκ &ατέρον μέρονς η σχεδίαν η στέφανοντ) πλοιον. In der That finden wir diese Notizdurch erhaltene Münzen bestätigt. Besondersinteressant ist das youthful janiform head,laur. (Hermes?) auf Silbermünzen von Syra kus {Head pl. VI, 5) aus der Zeit des Timo-leon {Cat. of the yr. coins in the Brit. Mus.
Ianus jugendlich mit Petasosauf e. Münze v. Volaterrae (nachDeecke, Eiru.sk . Forsch. Taf. 3,42).
Sicily 186. Vgl. auch die nach 212 geschla-gene syrakusanische Münze mit head of Ianus,bearded and icearing wreath {Head pl. XIV,13) Gat. a. a. 0. S. 229. Von panormDä-nischen Münzen sind folgende Typen zu er-wähnen: a) Obv. ram Standing r. between hislegs head of Ianus ; Period of Decline; Cat.a. a. 0. 122. — b) Obv. head of Ianus, laur.above I; Bev. FR [= PORT VS? PORTVNVS?]io ivithin laurel-wreath ; Cat. a. a. 0. 124; vgl.ebenda S. 126 ff. Ebenso erscheint Ianus aufMünzen von Amphipolis (das eine Gesichtbärtig, das andeie unbärtig? Cat. of greek coinsMacedon. 50), Thessalonike (ib. S. 112) undsonst (vgl. Imhoof-Blumer , Monnaies grecquesS. 252).
Aufser dem alten numaniscken Doppelianusam Forum, der durch die Stellung seinerFinger die Zahl der Tage des Jahres andeutete,20 finden sich noch andere doppelköpfige Typenin ganzer Figur. Hierher gehört der Typus,welcher nach Analogie der ianitores in derRechten einen Stab (baculum, virga; vgl. auchdie Münze des Ant. Pius Eckhel, D. N. VII, 16, wodie virga als ha-sta gedeutet wird;vgl. Cohen, Med.irnpl 2,356; eben-so des Pertinax30 ib. 141; Cohen,
Med. impl 3, 392mit der Inschriftlano Conservat.),in der Linkeneinen Schlüsseloder umgekehrthielt (vgl. Ovid f. 1, 99 ille tenens j anus ; n g anzer Gestalt anf e. Mc-baculum dextra daillon des Commodus (nach Ger-40 cl avemque sini- hard, Denkm. u.F. Taf. 147, nr. 8).
stra; ib. 228 cla-viger; vgl. ib. 254. Maerob. 1, 9, 7. Io. Lyd.de mens. 4: vvv g\v kIsi g [ttlsida, kIsiv?]rrj d e| t<i rpinovra; ebenso Suid. s. v. ’lavova-Qiog), ferner der höchst merkwürdige, obenSp. 38 besprochene Typus auf Münzen desCommodus *) (Ianus mit Doppelkopf, das eineGesicht bärtig, das andere unbärtig, hältin der L. einen Stab, die R. legt er auf einen50 Ianusbogen, aus welchem die vier Jahreszeitenherausschreiten [ Mythogr. Vat. 3, 4, 9 Ianus. . . anni ianuam pandat ], ihnen entgegenkommt ein Knabe mit Füllhorn = NovusAnnus), endlich der Ianus auf den Münzendes Gallienus {Eckhel, D. N. 7, 396; Cohen,a. a. 0. 5, 376): „Ianus biceps vultu uno bar-bato altero imberbi stans togatus d. pateram,s. sceptrum.“ Wie der von Augustus ausÄgypten nach Rom gebrachte Ianus Paterso von der Hand des Praxiteles oder Skopas(oben Sp. 26)" aussah, wissen wir nicht, -wahr-scheinlich war auch dieser ein Geminus undeigentlich ein Doppelhermes (s. oben Sp. 46).Höchst beachtenswert ist eine im J. 1847 zuCortona aufgefundene und daselbst im öfi'ent-
*) Commodus liefs sich auf Münzen auch selbst alsIanus darstellen. ( Eckhel , D. N. 7, 119).