Band 
Zweiter Band, erste Abteilung. Iache - Kyzikos.
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91-92
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samt dem Keltos mit der Tochter eines Bar-barenfürsten (der Keltine, Parthen. Erot. 30)erzeugte; nach Iber wurden die (hispanischen)Iberes benannt, Eustath. ad Dionys. Perieg.281. 2) Auf einem Sarkophagrelief ausHuesca (Osca) vermutet Hübner, Arch. Ans.21 (1863), 66 in einer der gelagerten Orts-gottheiten den Stromgott Iberus; personificierterscheint der πόντος "Ιβηρ bei Norm. Dionys.43, 292. Vgl. Hiberus. [Höfer.]

Iboite [dat.] Drei in Lambesc bei Arles gefundene, heute verschollene Inschriften. C.

l. L. 12, 637639 enthalten die WidmungIboite. Die Dedikanten sind Freigelassene.Zuerst publiciert von Millin, Voyage dans lemidi II p. 188. 189 (hieraus de Wal , Mythol.sept. monumenta epigr. nr. 151153). DieGottheit ist nicht weiter bekännt. [M. Ihm.]

Ica. Eine Göttin dieses Namens auf derdalmatinischen Inschrift C. I. L. 3, 3031. M.Vipsanius M. l(ibertas) Faustus Icae v. s. 1.

m. Die Lesart ist nach Mommsen' sicher, dieGöttin unbekannt. [M. Ihm.]

Icaunis dea. In der Altarinschrift Orelli 187= De Wal, De Moedergodinnen, Leyd. 1846S. 119 nr. 154 (Auxerre ): Aug sacr deae (sosteht auf der Inschrift, nicht deab, wie Orelliu. de Wal geben; vgl. de Wal S. 173. J,Becker,Beiträge z. röm.-keltischen Mythologie, in Jahrhb.d. Ver. von Älterth.-Freunden im Bheinl. 26,1858 S. 104. M. Ihm, Der Mütter- oder Matronen-kultus und seine Denkmäler, in Jahrhb. d. Ver.u. s. w. 83, 1887 S. 104 Anm. 6) Icauni | T. Te-tricius African \ d. s. d. d nimmt man gewöhn-lich unbegreiflicherweise eine dea Icauni an (nurde Wal meint, dafs auf der Inschrift ursprüng-lich deab(us) icaunis gestanden habe), wobeiJeauni doch nur gen. von Icaunus oder Icau-num sein kann, während die Widmung fordert,in Icauni den dat. von Icaunis zu sehen.Jedenfalls ist dies die Flufsgöttin der Icauna= Yonne (ähnliche weibliche Flufsgottheitenführt Becker a. a. 0. an), [R. Peter.]

Iclinaia (ίχναία ) Beiname der Themis, Hom.Hymn. Ap. 94. Strabo 9,5,14 p. 435. I/ycophr. 129und Tzets. das. Hesych. s. γ.Ίχναίην χώραν. Steph,Byz. s. ν.Ίχναι. Nach Strabo a. a. 0. hat sie ihrenNamen von der thessalischen, nach Steph. Byz.von der makedonischen (vgl. Ilerod. 7, 123)Stadt Ichnai; hier sei sie auf ihrer Fluchtvor Zeus von diesem eingeholt worden undhabe den Namenίχναία bekommen από τονδιωχίληναι κατ ίχνος ; auch Hesych. verlegtihre Verehrung zusammen mit der des Apollon nach Makedonien (Ιχναίη χώρα); nach Tzets.a. a. 0. ist sieίχναία genannt διά το κατίχνος καί κατά πόδας των Γιγάντων (vgl.Bd. 1 Sp. 1647, 47) έπεβ&αι oder διά το κατ ίχνοςτων ανδρών πορενεβ&αι; doch wird man beiletzterer Deutung eher an die Nemesis zudenken haben, die selbst Ίχναίη παρ&ένοςheifst, Anth. Pal. 9, 405 == Brunch, anal. 2p. 186. [ Höfer.]

Iclinobates (ίχνοβάτης), Name eines Hundesdes Aktaion, Ovid . Metam. 3, 207 f. [Höfer.]

Ichor (Ιχώρ), die in den Adern der Götteran Stelle des Blutes befindliche Flüssigkeit,Götterblut, das z. B. der Aphrodite nach

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ihrer Verwundung durch Diomedes entfliefst.Hom. II. 5, 339. 416. Eust. ad II. 553, 40.Plut. vit. Alex. 28. de Alex. M. fort. 9.Apophtliegm. Alex. 16. [Höfer.]

Ichsinn ( i%siun ), etruskischer Name des Ixion(s. d.) auf einem Scarabäus aus Sicilien, einst inder Sammlung Castellani; s. Heydemann, Bull.1869, 55; Fahr., Pr. Spl. 465, u. vgl. Deecke, Bezz.Beitr. 2, 167, nr. 58; Corssen, Etr. 1, 817. [Cat.of gems Brit. Mus. nr. 334 R.J. [Deecke.]

Ichthyokentauren (Ίχ&νοκέντανροή, jetzt .gewöhnlich See- oder Fischkentauren genannt,bilden eine besondere Klasse der zahlreicheArten [Seeböcke, Seedrachen, Seehirsche, See-löwen, Seepanther, Seerosse oder Hippokampen(s.d.), Seestiere u. -Kälber, ja sogar Seeelefanten j(Arch. Ztg. 33 S. 93) u. s. w.; vgl. z. B. die Re-gister zu Furtwängler, Beschr. d. Berl. Vasens. 2S. 1092, zu Matz-Buhn, Ant. Bildw. im Born undzu Dütschke, Ant. Bildw. in Oberit. 0. Jahn,Arch. Z. 18, 115 ff.] umfassenden Gattung vonMeerwesen (cete, hippocampi , Tritones, pistriees fPlin. n. h. 36, 26), mit denen namentlich seit [Skopas (Plin. a. a. 0. Brunn, Künstlerg. 1, ·

322) die bildende Kunst der Griechen und ;Römer die Darstellungen des Meeres und seiner IGötter ausstattete und belebte. Als charakte-ristisch für diese Seekentauren werden heut- !zutage gewöhnlich folgende 3 Merkmale be-trachtet: menschlicher Oberkörper, Vorderbugeines 4füfs. Tieres (in der Regel eines Pferdes)und Fischhinterleib, so dafs zwischen den See- ;kentauren und Tritonen im wesentlichen nur jder Unterschied besteht, dafs diesen die Tier-beine am Vorderbug fehlen. Ob freilich schondie Alten beide Gattungen streng von einanderschieden, mufs dahingestellt bleiben. Aus denbeiden einzigen aus der Litteratur bekanntenStellen, wo die Gestalt, der Seekentauren be-schrieben ist, werden sie (wie auch Müller,Ildb. d. Arch. 3 402, 2 thut) mit den Tritonen(s. d.) identificiert. Vgl. Tzets. z. Lykophr. 34:Τρίτων κυρίως υιός Ποοειδώνος και Αμφιτρίτης,τά μεν άνω μέχρι τον όμφαλον άν&ρωπος, τά ,δε έ'ξ όμφαλον μέχρις ουραίου δελφις και οίον |είπεΐν-ίχ&υοκένταυρος. ib. 886: Τρίτων τά ,μέν άνω . . . άν&ρωπος ήν τέλειος χεΐράς τε \εχων καί τά λοιπά, τά δε έκ· λαγάνων κάτω '5ελφίρ, εχων δυο μόνους έμπροα&ίονς 1πόδας ίππον κ. τ. λ. (vgl'. Schol. zu ν. 892). ίClaudian nupt. Hon. et Mar. 144 ff. läfst die iVenus auf dem Rücken eines solchen See- ;kentauren, den er Triton nennt und, wie es |scheint, mit Stierfüfsen ausstattet, über das Meerreiten: prorupit gurgite torvus | Semifer: undosiverrebant bracchia crines | Hispida tendebatbifido vestigia cornu, | Qua pistrix commissaviro. Dieser Schilderung entspricht mehr oderweniger das von Helbig, Wandgem. unter nr. 308beschriebene pompejanische Gemälde (vgl. auch.ebenda nr. 309311. Herculanum u. Pomp.gest. von Boux aine 4 Taf. 16. Arch. Ztg.1858 Taf. 112). Häufig finden sich auch Ab-weichungen von der oben geschilderten Normal-gestalt des Ichthyokentauren. So sehen wirz. B. auf dem pergamenischen Altarfriese einenSeekentauren (Triton?) mit menschlichem Ober-körper, Pferdebug, Fischleib und Flügeln

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