Idaia
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93 Ichthyokentauren
(letztere sind seltsamerweise nicht aus Federn,sondern aus Seegewächsen oder Teilen von See-tieren gebildet), auf dem berühmten MünchenerBelief (Hochzeit des Poseidon und der Amphi trite , Overbeck,, K. M. 2, 357) einen solchen mitKrallenfüfsen statt derPferdefüfse erscheinen(vgl. auch di'e krebsscherenartigenKlauen*) derIchthyokentauren in d. ArcJi. Ztg. 18, Taf. 143,
S. 117 u. Fröhner, Notice du Louvre 1 S. 25;auf pompejanischen Gemälden kommen — nach ioAnalogie der gehörnten Kentauren (s. d.) — auchgehörnte Ichthyokentauren vor. Aufser derAphrodite und dem Eros. (Friederichs-Woltersnr. 1907/8; vgl. auch Collection A. Castellaninr. 607) reiten auf den Ichthyokentaurenhäufig Nereiden (so namentlich auf Sarko-phagen: Fröhner, Notice de la sculpt. ant. duLouvre nr. 439—442; vgl. Clarac 2 pl. 206,194. pl. 207, 196. pl. 208, 197. pl. 224, 83.Bütschke, Ant. Bildiv. in Oberit. 1, 45. 70. 20
Litteratur: Vofs, Mythol. Br. 2 , 226 ff. O.Jahn, Ber. d. Leipz. Ges. d. Wiss. 1854 (V)S. 179. Birt, Marburger Lectionsl·. Sommer1885 S. VI. Vgl. d. Artikel Triton . [Roscher.]
Ichthys (’lx&vs), Sohn der syrischen Göttinund Königin Atargatis oder Gatis, samt seinerMutter von dem Lydier Mopsös ertränkt,Xanthos bei Athen . 8, 346 e; nach Mnaseas v. Patrai ebendas. 7, 301 d erzeugte I. mitseiner Schwester Hesychia (s. d.) die Galene,die Myraina und die Elakatenen, vgl. Eust.Od. 1488, 35. v. Baudissin, St. z. semit. Bel.2, 165. [Höfer.]
Icotii (oder Icotiae), unbekannte Gottheiten,die auf einer fragmentierten südfranzösischen In-schrift erscheinen. Man hat sie zu den Mütternoder Matronen in Beziehung setzen wollen.Bevue epigr. 1 p. 78. O. I. L. 12, 2902. Bonn .Jahrb. 83 p. 103. [M. Ihm.]
Icovellauua dea, vermutlich eine gallische
Iclithyokentaur (Triton?) mit Krallenfüfsen, eine Nereide tragend, von dom Relief in München (nach Seemann , *Kumthistor. Bilderbogen I 22, 5); vgl. oh. Sp. 93, 3ff.
106.111. 4, Friederichs-Wolters nr. 1834];vgl. auch Mus. Pio-Clem. nr. 228 etc.), bis-weilen auch Silene ( Matz-Buhn a. a. O. 2395),mitunter werden sie von Triton geführt (Matz-Buhn 3465), sie tragen Ruder, Dreizacke, Stäbe,Trinkgefäfse, Lyren und blasen Muscheltrom-peten und Flöten ( Matz-Buhn 2357. Friede-richs, Berl. ant. Bildw. 2, 677 a, Overbeck,X- M. 2, 363. Hercul. u. Pomp. gest. vonBoux 4, Taf. 11 u. 16). Sonstige Bildwerke:Äreh. Z. 18 S. 115 f. Taf. 143. Matz-Buhn580 (?). 3391. Helbig a. a. O. 1065 ff. 1319. 1321.1575. Clarac 4 pl. 745, 1808. pl. 747. Kekule,Steil, Terrae, t. XLI, 1 . Spanheim, Num. ant.5, 12. Arch. Ztg. 1885 (43) S. 26 Taf. 4.
*) Nicht selten finden sich auch Ichthyokentauren,deren Pferdebeine ganz in flossenähnliehe Gebilde auf-gelöst sind: so auf dem Sarkophagrelief bei Clarac , Mus.de sculpt. pl. 206, 192, auf -Wandgemälden fttture d'Erco-lano 1 Taf. 44, p. 28S = IJelbig 1065. Mus. Borbon. 12, 32[y" Zahn, Ornam. u. Gern. 3, 4), auf dem geschnittenenSteine Lamtj , Cab. de p. gr. 2 pl. 126 nr. 68 (Mitteilungvon R, Dresfler).
Lokalgottheit. Die spärlichen Inschriften, diesie erwähnen (Bronzetäfelchen und Steinfrag-.mente), stammen aus Sablon bei Metz (Bonein den Bonn . Jahrb. 66 p. 64 ff. und Moeller50 im Korresp.-Bl. der Westdeutschen Zeitschrift 1p. 29). Man vergleiche gallische Namen wieCassi-vellaunus, Vellauno-dunum , die aus Caesarbekannt sind, u. a. m. (Bonn . Jahrb. 66 p. 66).
[M. Ihm.]
Ida s. Ide.
Idaei Dactyli s. Daktyloi.
Idaia (’lScda), 1) Nymphe, von dem Flufs-gott Skamandros Mutter des Teukros, Königsder Teukrer, Apollod. 3, 12, 1 . Biod. 4, 75.60 Tzetz. L. 29. Serv. V. Aen. 3,109. — 2) Tochterdes Dardanos, zweite Gemahlin des thrakischenPhineus, welche durch Verleumdung diesenveranlafste, dafs er seine Söhne aus erster Eheblendete, oder selbst sie blendete, Sophokl. b.Schol. Ap. Bh. 2, 178, vgl. 1, 211. 2, 140.Soph, Antig. 980 u. Schol. Apollod. 3, 15, 3.Biod. 4, 43. Ov. Bern. Am. 454. Welcher, Gr.Tr. 1, 329. Preller, Gr. Myth. 2, 330. Gerhard,