95 Idaios
Gr. Myth. 2 p. 245. — 8) Nymphe, nach Be-hauptung der Erythräer von dem erythräischenHirten Theodoros Mutter der Sibylle Herophile,Taus. 10, 12, 4. — 4) Mutter der Kureten, Diod.3, 61. — 6) Beiname der am phrygischen Idaverehrten Kybele, ’lSaia gyrrjg, Eurip. Or. 1453.Hesych. s. v. Verg. Aen. 10, 252. [Stoll.]
Idaios (’JSatog), 1) Sohn des Dardanos n.der Chryse, Bruder des Deimas, zog mit seinemVater aus Arkadien über Samothrake nachPhrygien , wo er sich am Hellespont auf denBergen niederliefs, die nach ihm die idäischenhiefsen. Hier sollte er Tempel und Geheim-dienst der phrygischen Göttermutter errichtethaben. Dardanos selbst liefs sich in Troas nieder, Dion. Hai. 1, 61. Gerhard, Gr. Myth.2 § 880 u. p. 245. — 2) Sohn des Pria-mos, Ttol. lleph. 5 p. 324. — 3) Sohn desParis und der Helena, Bruder des Bunikos,Korythos, Aganos, Tzetz. L. 851. Tzetz. Hom.440 ff. Dilti. 5, 5. — 4) Herold der Troer, II.3, 248. 7, 270. 381. 413. Tzetz. Hom. 166.Wagenlenker des Priamos, II. 24, 325. Tzetz.llom. 311. Verg. Aen. 6, 485. — 5) Sohn destroischen Hephaistospriesters Dares, Bruderdes Phegeus, II. 5, 11. — 6) Führer der kre-tischen Korybanten, begleitet den Dionysosnach Indien , Nonn. Dion. 14, 34. — 7) Bein,des Zeus , II. 16, 605. Verg. Aen. 7, 139; [vgl.Jacobi und Pape-Benseler s. v. Idaios. Der-selbe ist ferner inschriftlicli belegt in Kreta ,wo in der Grotte beim Nidafeld im kretischenIdagebirge, dem Heiligtum des Zeus Idaios ,die Widmung All ’lSal[a>(i)] | iv%r/v. ] ’Aorijg’A lVgäv\Sgov gefunden worden ist ( ErnstFabricius, Mitt. d. D. Arch. Inst, in Athen 10, 1885 p. 280 — 281, vgl. ebenda p. 59—72Ernst Fabricius , Altertümer auf Kreta 2.Die idäisehe Zeusgrotte), sowie auf MünzenDomitians, die nach Mionnet von kretischerFabrik sind und einen Adler mit ausgebreitetenSchwingen nebst der Aufschrift AlOZ · IAAIOYzeigen, Miownet 2, 258, 8; Suppl. 4, 348, 327.Auf Münzen des Commodus von Skepsis er-scheint er stehend, den Adler auf der R., dasScepter in der L·., mit der Beischrift Z€YC6IAA10C, Mi. 2, 669, 254. Cat. Ivanoff p. 28nr. 247. Ilead, H. N. p. 474. Münzen vonIlion, Ilead, H. N. p. 473, geprägt unterFaustina .jun., Mi. S. 6, 563, 426 und S. 7,404 = Tellerin, Mel. 2 p. 96, 340 (letzterefälschlich unter Iulia Phrygiae, s. Cavedoni,Spicü. num. p. 239) und Iulia Domna , Mi. 2,664, 225 stellen ihn dar thronend, die Statueder Athena Ilias haltend, begleitet von derBeischrift AIA IAAION. Drexler.] — 8) Bein,des Herakles, der zu den idäischen Daktylengezählt wird, Taus. 5, 8, 1. Müller, Dor. 1,454. — 9) Gefährte des Aeneas , Verg. Aen.9, 500. [Stoll.]
Idalia (Idalie Ov. Metam. 14, 694), Beinameder Venus von dem ihr heiligen (sacrata sedesVerg. Aen. 1, 681, 693. Theolcrit. 15, 100. Ca-tuTl. 64, 96. 61, 17. 36, 12) Idalion auf Kypros.Ovid a. a. O. Verg. Aen. 5, 760. Ovid. ars am.3, 106. [Hüfer.]
Idarnas ( ’fäagvug ), Name eines Sehers {Ile-sych.), nach dem die Idarnaioi (’löagvaioi),
Idas (Genealogie u. Thaten) 96
eine Wahrsagerfamilie, benannt sind; Phot.s. v. TSczgvuiai.. Idarnas bedeutet nach Ile-sych. und Kallistratos bei Phot. ixToyiag (derVerschnittene). [Höfer.]
Idas ("iSag, gen. -ä Apollod. Plut. Paus.,-ov Et. M., -avzog Kallim. im Et. M., -ia>episch). — 1) Sohn des Aphareus und derArene, Tochter des Oibalos. Arene keifstauch eine Stadt in Elis (II. 2, 591. 11, 723.Strabo 8 p. 346. 347. 361) und eine zweite inMessenien , die von Aphareus gegründet seinsoll (Paus. 4, 2, 5). Nach dem Vater heifstIdas ’Aepagytog ( Ap. Rhod. 1, 485) mit seinemBruder Lynkeus zusammen ’AepagyzidScaAp. Rh. 1, 151 oder Acpagrjn'äcu (Pind. Nem..10, 121) nach der Heimat auch AggvyffsvAp. Rh. 1, 152. Ein weiterer Bruder heifstPeisos. Idas ist Gemahl der Marpessa,Vater der Kleopatra mit dem BeinamenAlkyone, so genannt nach den Wehklagenihrer Mutter, als Apollon sie raubte; II. 9,558—564. Dies ist die einzige Erwähnung beiHomer , vgl. dazu Schol. Eustath. p. 776, 12.Nach Apollod. 3, 10, 3,4 wurde Idas vielfach alsSohn des Poseidon betrachtet. Seine Mutterwird auch Polydora genannt, Schol. Ap. lihod.1, 151, oder Laokoossa Theolcr. Id. 22, 206.Tzetz. z. Lyhophr. 511 nennt sie Arne, wofürwohl Arene zu lesen ist.
Idas wird geschildert als der stärkste derMenschen bei Homer a. a. 0.: og Kagziezoghtiyffovtcov ysvsz’ avdgmv, vnsgßiog ’läag heifster bei Ap. Iih. 1, 151, ibid. zcsgiffdgagg gsydlrjdly.y , nagzsgög Theohr. Id. 22, 140; veloxIdas bei Ovid Met. 8, 305, acer, ferox beiIlyg. f. 14. Seine Kraft und sein Mut sindso grofs, dafs er selbst mit Göttern denKampf aufzunehmen wagt, so in dem Streitmit Apollon .
Thaten des Idas. a) Seine GemahlinMarpessa war Tochter des Euenos, Sohnes desAres. Um sie warb auch Apollon , aber Idasraubte sie ihrem Vater auf einem Flügelwagen,den er von Poseidon empfangen (hieran an-knüpfend mag die Wendung der Sage ent-standen sein, die ihn zum Sohne Poseidons macht; übrigens erhält auch Pelops seineRosse von Poseidon (Pind. Ol. 1 , 109 ff.). Beider Verfolgung des Räubers kommt Euenosan den Flufs Lykormas; da er aber den Idasnicht einholen kann, tötet er hier seine Pferdeund stürzt sich in den Flufs, der nach ihm denNamen Euenos erhält (war Euenos ursprüng-lich ein Flufsgott?). Idas kommt nach Mes senien ; Apollon sucht ihm nun seine Braut zuentreifsen; aber Idas spannt gegen ihn denBogen (II. 9, 559); da tritt Zeus schlichtendzwischen die Kämpfenden und überläfst derJungfrau die Wahl, welchem sie folgen wolle.Marpessa wählt den Sterblichen, aus Furcht,Apollon möchte sie verlassen, wenn sie altere.So Apollodor 1, 7, 8 f. Nach Homer II. 9,564 hatte Apollon Marpessa, als sie schonVerlobte des Idas war (560), geraubt, und sie wareine Zeit lang in dessen Besitz, bis Idas sieihm wieder abnahm; wenigstens scheint dieHervorhebung der schweren Klage der Braut,die mit der des Eisvogels verglichen wird,
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