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Kassandra
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mit Apollon wird ein in Herculaneum ent-decktes Wandgemälde bezogen (s .Helbig, Wand-tiein. S. 55 nr. 203 und die dort angeführteLitteratur): Apollon steht neben einer sitzen-den lorbeerbekränzten Jungfrau, aber dieDeutung ist doch sehr unsicher, mit gleichemRecht könnte man die Jungfrau auch fürManto halten. Ebensowenig sicher scheintmir die Deutung mehrerer pompejanischer
Klein in den Ann. d. Inst. 1877 S. 246, wozuBenndorf , Grieeh. u. sie. Vasenb. S. 103Amn. 516 Nachträge geliefert hat. Von Denk-mälern, welche seitdem hinzugekommeu sind,ist hervorzuheben Arch. Zeit. 1882 T. 8 nr. 2(ein leider ziemlich stark fragmentiertes Terra-cottarelief des Berliner Museums), Arch. Zeit.1885 S. 239 (eine Lekythos des Brit. Mus. mitHochrelief, wohl dasselbe Gefäfs, welches
//,
Bilder ( Soglicmo, Le pitture murali campane io Helbig, Bull. 1880 S. 131 besprochen hat),
nr. 628; vgl. Bull. 1874 S. 251; ferner Helbig, sowie Ann. d. Inst. 1880 S. 27. Mon. d. Inst.
Wandg. nr. 1391 u. 1391 b ) auf Kassandra als 11 T. 15 und Bull, d. Inst. 1884 S. 208; vgl.
Seherin; das letztere Bild hat durch C. Robert noch Ann. d. Inst. 1885 S. 155. Die Darstel-
eine allseitig genügende Deutung auf die Be- lungen sondern sich in zwei Gruppen, erstens
fragung der erythräischen Sibylle -diejenige, wo Kassandra vor Aias
durch Aeneas gefunden. Da- * i * ^ fliehend dargestellt wird,
gegen ist Kassandra zu-gegen bei der Erken-nung des Paris, aufetruskisch. Aschen-kisten, vgl. Over-beck, Gal. her.
Bildw. S. 239.
Brunn,Ril.d.um. etr. 11,
24; wahr-scheinlichmit Rechtwird sie jauch ineinerFigureines Bry-gosbildeserkannt,welchesRobert(Bild undLied S. 91)aufdieRüek-kehr des Paris vom Ida insVaterhaus gedeu-tethat, während ich(Roscher, Lex. Bd. 18p, 1968) es auf dieHeimkehr von Sparta mitHelena erkläre. Als Ks-eavdQK benannt findet siesich ferner auf einemschwarzfigurigen Vasen-bild (Mon. d. Inst. 1855 T. 20) beim Auszugdes Hektor gegenwärtig; bei der Einholungdes Aovqlo s irtnoq sucht sie mit wild-erregten Gebärden die Troer vom Einzug indas Skäische Thor abzuhalten auf dem un-tersten Streifen der Tabula lliaca (0. Jahn,
Bilderchroniken T. 1); vielleicht ist auch Kas-sandra in dem Gemälde bei Helbig, Wandg.
zweitens diejenige, woKassandra schon beimPalladion angelangtist und dasselbeumfafst hat. AlsBeispiel für dieerste Art kannBenndorf,Gr.u.sic.Vasenb.Taf. 61, 1gelten:Kassandraenteilt mitweitenSchrittennach
rechts, in-dem siesich wäh-/U\ \\\ \ \\/ rend desLaufensumblicktund gegenihren Verfol-ger den r. Armausstreckt, nachAthena hin, die,wie es scheint, ineigener Gestalt, nichtals Statue, mit vorge-haltenem Schild und ge-zückter Lanze dem Ver-folger entgegentritt.Dieser hat den Schildfallen lassen, er läuftmit blofsem Schwert in der r. Hand; dieLinke, in welcher er die Scheide hält,
streckt er nach der Kassandra hin aus; vorihm bäumt sich die Schlange der Athena auf, um ihn zu beifsen. Links davon gewahrtman einen Greis mit Scepter, der klagend dier. Hand aufs Haupt legt. Zu dieser Gruppegehört auch das in Orvieto gefundene Gefäfsnr. 1326 (und dem neuerdings gefundenen bei eo (Bull. 1884 S. 208), wo zwei Frauen nach ent-
ürlichs, Das holz. Pferd Würzb. 1881) in derFrau vor dem Pallasbild zu erkennen. Auf derfab. lliaca ist Kassandra noch ein zweites Malunter den gefangenen Troerinnen abgebildet.
Bei weitem zahlreicher sind die Monumente,welche die Gewaltthat des Aias zur Dar-stellung bringen; sie sind aufgezählt beiOverbeck, Gal. her. Bildw. S. 635—655 und von
gegengesetzter Richtung fliehen, denn dafsmit der einen Kassandra gemeint ist, scheintmir durch die vom Maler nicht verstandeneund deshalb fehlerhaft wiederholte InschriftKVSSVV ziemlich sicher bewiesen zu werden.Über die Vereinigung der Verfolgung derKassandra und Helena vgl. Klein in Ann.1877 S. 2C0 und Heydemann, Ann. 1885 S. 155.