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Kenchre'is
scheint auf Münzen des Antoninus Pius vonEphesos zusammen mit Kaystros, beide durchdie Beischriften KAYCTPOC · K6NXPIOC kennt-lich gemacht, gelagert zu Füfsen des Bildesder Artemis Ephesia , Andr. Morellius, Spe-cimen univ. rei numm. ant. Lipsiae 1695p. 120 — 121 Tab. 10, 5 („in thesauro Lamo-nii“). Eckhel, D. N. V. 2 p. 522. Cat. Huberp. 53 nr. 574; desgleichen auf Münzen desSeptimius Severus , Vaillant, Num. Gr. p. 82(„Fr. Cameli“), p. 344f. Mi. S. 6, 155, 497.Allein kommt er vor mit der Beischrift K€N-XPIOC unter Hadrian , Mi. S. 6, 138, 396 nachSestini, Mus. Hecl. 2, 166, 52 = Wiczay nr. 7354,und unter Severus Alexander mit der BeischriftKENXPeiOC, Mi. 3, 115, 398 (Cab. Cousinery).— 2) Sohn des Poseidon, Steph. Byz. s. v.Ksyxgsai, s. unten d. Art. Kenchrias. Als zweigelagerte männliche Figuren erscheinen diePersonifikationen der beiden Häfen von Ko rinth , Lechaion und Kenchreai , nach Millingenund Gardner, Gountries and cities in an-cient art, Joivrn. of hell. stud. 9, 1888 p. 69beide mit einem Kuder, nach Imhoof-Gard-ner , Numisni. Commentary on Fausanias undHead die eine mit einem Kuder, die anderemit einem Anker in der Hand, zu beidenSeiten der Aphrodite auf Akrokorinth aufMünzen des Septimius Severus von Korinth ,Millingen, Sylt , of anc. coins p. 56 f. PI. 2, 30.Imhoof-Gardner p. 18 nr. 7,2, p. 26 sub nr. 33PI. 6, 134. Head, Cat. of Greek Coins [in theBrit. Mus.] Corinth p. 85 nr. 652 PL 21, 14. —Gardner, Journ. of h. st. a. a. 0. bemerkt zuder Darstellung: „it would seem that the twoare personifications of Lechaemn and Cenchreae ,perhaps in the persons of Leches and Cenchriastivo sons of Poseidon (Paus. 2, 2, 3), loho wereeponymous heros of the harbours.“ Als zweilangbekleidete Nymphen, stehend, jede einRuder in der Hand, den Arm um die Schulterder anderen gelegt, mit der Beischrift LECHund CENCH sind die Personifikationen derbeiden Häfen dargestellt auf einer Münze desHadrian von Korinth, Imhoof-Gardner, Num.Comm. on Paus. p. 15 nr. 7, 1 PI. C, 40.Gardner, Journ. of h. st. 9 p. 69. Head, C.Gr. C. Corinth p. 75 nr. 595 PI. 19, 15. Phi-loslratus, Imagg. 2, 17 beschreibt ein Ge-mälde, auf welchem Lechaion in Gestalt einesysigdziov und Kenchreai in Gestalt mehrererMädchen den gelagerten Isthmos umgeben.
[Drexler.]
Kenchrei's (KeyxQstg), Gemahlin des assy rischen (und kyprischen) Königs Kinyras, Mutterder Smyrna oder Myrrha , Ov. Met. 10, 435.Hyg. 58. Lactant. fab. 10, 9. [Stoll.]
JKenclirias (Ksyx^Cag), Sohn des Poseidonund der Peirene, Bruder des Leches. Als ervon Artemis getötet wurde, entstand aus denThränen der Mutter die korinthische QuellePeirene. Nach den beiden Brüdern erhieltendie korinthischen Häfen Kenchreai und Le-chaion ihre Namen, Paus. 2, 2, 3. 2, 3, 3.Steph. B. v. KsyxQsca , wo er Kenchreios heifst.Auch das argolische Kenchreai soll nach diesemSohne der Peirene benannt sein, Paus. 2, 24, 8.Völeker, lapet. Geschl. 120. 189. [Stoll ]
Kentauren (Abstammung) 1032
Kenchris (Κεγχρι 's), Tochter des Pieros, mitihren Schwestern von den Musen in einenVogel verwandelt, Anton. Lib. 9. [Stoll]
Kendreisos (?). In der Inschrift C. I. Gr.2049 wird in Philippopolis eine Phyle Kavδρισεΐς erwähnt. Boeckh vermutet, dafs die-selbe nach einer Gottheit benannt worden sei,wie die Phyle Αρτεμίσιας, C. I. Gr. 2047. 2048.ln derselben Stadt wurden Festspiele Kendrei-seia gefeiert, Eckhel , D. N. V. 2 p. 44; 4 p. 437.Sestini, Mus. Hedenar. 1 p. 74 nr. 44 Tb 1Fig. 14 (ΚΕΝΔΡΕΚΕΙΑ· ΠΥΘΙΑ). Sestini, Lett.num. cont. 3 p. 35 = Mus. Hedervar. 1 p. 74nr. 43. Wiczay 1 nr. 2456 Tab. 10 nr. 209(ΚΘΝΔΡΕΟΑ · ΠΥΘΙΑ). Diese ΚΕΝΔΡΕΟΑkommen auch vor auf Münzen von Nikaia ,Head, Η. N. p. 443. [Drexler.]
Kentauren (Κένταυροι, ’ίπποκένταυροι).
I. Die Mythen von ihrer Abstammung,
Hinsichtlich ihrer Abstammung hat manzwei Klassen von Kentauren zu unter-scheiden, die auch ihrem Wesen und Cha-rakter nach sehr wesentlich von einanderverschieden sind. In die erste gehören nnrzwei : Cheiron und Pholos. — Cheiron (s. d.)ist der Sohn des Kronos (Saturnus) und derPhil[l]yra, einer Tochter des Okeanos, undwird daher Knoviögg und Φιλλνρίδης (Phuy -reius) genannt (Hes. Th. 1002. Eumelos [?] b.Schol. z. Ap. Rh. 1, 554 [= Fr. ep. gr. ed.Kinkel 1 p. 8], Find. P. 3, 1 u. 4. ib. 4, 103u. 112. 9, 31. Neun. 3, 43 u. 47. Ap. Rh. 2,1232 ff.; vgl. ib. 1, 554. Apollod. 1, 2, 4. Verg.Geo. 3, 550. Propert. 2, 1, 60. Ov. Met. 2, 676.Fast. 5, 383 ff. A. A. 1, 11. Schol. Germ. Arat.87 B.). Nach Eumelos (?) a. a. O. und Phere-kydes b. Schol. Ap, Rh. 2,1232 ff. wohnte Kronos (s. d.) der Philyra in Gestalt eines Rosses*) bei,während er sich nach Ap. Rh. a. a. 0. undSchol. (vgl. Verg. Geo. 3, 92 ff.) erst dann inein solches verwandelte, als ihn Rheia mit derPhilyra auf der Insel Philyreis **) überraschte,worauf Philyra aus Scham nach Thessalienentwich, wo sie den Cheiron gebar. NachHyg. f. 138 fand die Liebschaft des Kronos in Thrakien (Thessalien? vgl. Verg. Geo. 3, 94und Pliilarg. z. Verg. Geo. 3, 93) statt, undPbilyra wurde nach der Geburt des Cheiron in eine Linde verwandelt (vgl. Philarg. a, a. 0.1.Ganz abweichend ist die von Suidas in seinenThessalika überlieferte Genealogie des Cheiron,wonach er der Sohn des Ixion und Bruder desPeirithoos war (Schol. Ap. Rh. 1, 554 u. 2,1231). Wahrscheinlich erklärt sich diese Ab-weichung einfach aus der Verwechselung desCheiron, der oft schlechtweg Κένταυρος heifst,mit Κένταυρος, dem Sohne des Ixion undStammvater der anderen Kentauren nach En -
*) Offenbar um die Rofsgestalt des Cheiron zu erklären.
**) [Diese c Insel Philyreis' ist keine andere als die'Insel Lakeroia’, auf welcher dasselbe Paar Philyra ud( 1Kronos den Aphros, Vater der Aphrodite , erzeugte: Chro-nikon Pasch, p. 6G Bonn. Joann. Antioch. F. //. G. 4, 541,
4, 4 aus (Sextos) Aphrikanos ; nämlich die thesalischeStadt Lakereia an der Boibe'is. Die Verlegung in denPontos ist durch die Homonymie des pontischen Volksder Φιλύρες verschuldet. Vgl. Phüologus Ν’. 1\ 3 1890
5. 116. Tümpel.}