Band 
Dritter Band, erste Abteilung. Nabaiothes - Pasicharea.
Seite
65-66
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65 Nebo (bildl. Darstellungen) Nebo (im alten Testament) 66

Nebo im Alten Testament . Jesaiaa 46, 1schildert der Prophet, der auch sonst mitscharfem Sarkasmus die Götzen der Heiden ver-spottet, die Zerstörung Babylons durch Cyruamit den Worten:Bel (d. i. Merodach) sinkt

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10) Oberer Teil einer Urkunde (in realistisch ausgeführterGestalt eines Phallus l) des Marduk - nadin - chi (ca. 1110v. Ohr.) mit Tierkreisbildern (zwischen Hund und Rabe derGriffel Nebos?). Nach einer Originalphotographie desBrit. Museums.

nicht direkt zusammenhängt. Die ganze Ur-kunde stellt einen Phallus dar, das praeputiumträgt die Inschrift (eine Schenkungsurkunde),die glans bietet die Fläche für die bildlichenDarstellungen (die Vorderseite des ganzen, ander dies nicht so deutlich zu sehen ist,wurde oft reproduziert, zuletzt bei Hommel,Geschichte S. 457, das schematische Bildsämtlicher Bilder bietet IHR 45 obererTeil). Wir haben hier also in effigie einhistorisches Zeugnis für Phallusdienstim 12. Jahrh. Die Bd. 2 Sp. 792 von mirgegebene Erklärung der VI. Tafel desNimrod -Epos bietet eine interessante Illu-stration für den Phallusdienst: die Hiero-dulen des Erech klagen offenbar über denausgerissenen Phallus des Himmelsstieres.

Die auf Sp. 66 u. 67 reproduzierten Abbil-dungen vom Felsenrelief von Maltaija undvom Asarhaddondenkmal möchten wir derweiteren Diskussion zugänglich machen.

Die betreffenden Fragen sind überauswichtig für das Verständnis der babylo-nischen Mythologie. Den erstgenanntenGötterzug zwischen den Figuren anbeten-der (Abb. 12) Könige erklärt v.Luschan a. a.

0. als die Bieben planetarischen Gottheiten,von denen die vierte Nebo darstellen soll,während F. Bommel im Korrespondenz-Blatt d. deutschen anthropologischen Ge-sellschaft 1893 nr. 2 die Reihe als Anu(bez. Asur), Istar, Sin, Merodach, Ram-man, Beltis erklärt (wonach also seine^ Unterschrift in der hei Goesehen erschienenen< Geschichte S. 41 zu korrigieren wäre). Auch ( für das Sendscliirli-Relief hat v. Luschan das

richtige Verständnis angebahnt: Die Stern-Symbole sind Nergal (Siebengestirn), Sin (Mond),Asur, Samas. Die vier auf Tierenstehenden Götter erklärt Hommel a.a. 0. entsprechend seiner Deutung derMaltaija-Reliefs als Anu, Istar, Bel,Ramman. Unter den vier Emblemen

", rechts unten steckt sicher das Zeichenä des Nebo. Ist es der Widderkopfstab,

J den wir oben auf dem Ziegenfisch-Altarf: des Nebo (Sp. 59) wiederfinden? Den

unteren Ausläufer kann man als Handansehen, wobei wir darauf aufmerksammachen, dafs sich das zweiseitige Sym-bol ebenso im sog. Hadesrelief findet(s. Art. Nergal). Hommel a. a. 0. er-klärt die Embleme so: Pinie alBLebensfrucht des Merodach (Iuppiter),der Stab des Nebo (Merkur ), das widder-köpfige und in einen Fischschwanz (!)endigende Emblem des Ea (Poseidon)und die Zwillingsdrachenköpfe desGottes Nindar (mit Nusku?). DenSchreibgriffel sucht Hommel nachmündlicher Mitteilung in der einerRuderschaufel ähnlichen Stele des Bel-Harran-bel-usur. Zu bedauern ist es, dafsdie von C. Besold entdeckten keilinschrift.lichenBeschreibungen babylonisch-assyrischer Götter-typen (ZA 9, 11411.; vgl. darüber Fuchsteinib. 410 ff.) in den bisher gefundenen Bruch-stücken nichts von Nebo berichten.

Roscher, Lexikon der gr. u. röm. Mythol, III.

zusammen, Nebo [i33, LXX jVa|3a>] krümmtsich. Dafs die Götter als Personifikationendes babylonischen Reiches erscheinen, ent-spricht der politischen Wirklichkeit des vonden Priestern Babylons und Borsippas be-

herrschten Staates. Derselbe Name (LXXNaßov) erscheint aufserdem im Hebräischenals Eigenname einer Stadt in Moab (früherzum Stamme Rüben gehörig, auf dem Mesa-stein Z. 14 geschrieben !-Q3), eines Geschlechtsbez. einer Stadt im Stamme Juda (itii? i:,

11) Oberer Teil des Asarhaddondenkmales von Sendschirli (nach Mitteilungen aus den Orient. Sammlungen zu BerlinXI [ v.Luschan ] S. 18).